Standort: futurezone.ORF.at / Meldung: "Microsoft und Google: Millionen für Lobbying"

US-Kapitol

Microsoft und Google: Millionen für Lobbying

washington
12.11.2008|08:47

Sowohl Microsoft als auch Google haben 2008 ihre Ausgaben für politisches Lobbying in den USA stark hochgefahren. Vor allem Redmond lässt sich den Einfluss in Washington einiges kosten.

In den USA müssen Lobbyorganisationen in vierteljährlichen Berichten darlegen, wie viel sie für ihre Bemühungen in Washington ausgegeben haben. Die am Dienstag (Ortszeit) dort veröffentlichten Daten zeigen, dass sowohl Microsoft als auch Google in den ersten drei Quartalen des laufenden Jahres ihr finanzielles Engagement in Politlobbying verstärkten.

Microsoft schlägt Google und Yahoo

So gab Microsoft in diesem Zeitraum 6,9 Millionen US-Dollar für Lobbying auf US-Bundesebene aus. Im ganzen Jahr 2007 waren es rund neun Millionen Dollar. Allein im dritten Quartal 2008 ließ sich Microsoft seine Präsenz in Washington 1,98 Millionen Dollar kosten. Google - ein Newcomer auf dem politischen Parkett - setzte in diesem Zeitraum gerade einmal 720.000 Dollar ein, Yahoo nur 570.000.

Insgesamt gab Google 2008 2,1 Millionen US-Dollar für Lobbying in Washington aus. 2007 waren es lediglich 1,5 Millionen.

Kooperation der Gegner

Peanuts für die Politik

Im Vergleich zu den Einnahmen von Microsoft und Google erscheinen deren Ausgaben für Lobbying aber eher gering. Microsoft verdiente im abgelaufenen Quartal 4,37 Milliarden US-Dollar; Google verbuchte im selben Zeitraum einen Überschuss von 1,35 Milliarden US-Dollar.

Manchmal, wie im Fall der jüngst von Google abgesagten Kooperation mit Yahoo, stehen sich Redmond und der Suchmaschinen-Weltmarktführer als unversöhnlich erscheinende Konkurrenten gegenüber. Es kommt jedoch auch vor, dass Google und Microsoft in Washington gemeinsame Ziele verfolgen. So öffnete die Rundfunkregulierungsbehörde (FCC) auf Betreiben beider Konzerne den Raum zwischen den "alten" analogen TV-Frequenzen für neue Funktechnologien wie Mesh-Netzwerke. Außerdem kämpfen sowohl Microsoft als auch Google für eine Reform des US-Patentsystems - in diesem Fall stehen sie gegen die außerordentlich mächtige Pharmalobby.

Was die US-Präsidentschaftswahl angeht, so hielten sich die finanziellen Beiträge der offiziellen Unterstützungskomitees beider Unternehmen in vergleichsweise engen Grenzen. Das Aktionskomitee von Google gab laut dem Think Tank Center for Responsive Politics insgesamt 282.000 US-Dollar aus, das Pendant bei Microsoft gab 1,7 Millionen Dollar.

(AP/futurezone)

Die ORF.at-Foren sind allgemein zugängliche, offene und demokratische Diskursplattformen. Die Redaktion übernimmt keinerlei Verantwortung für den Inhalt der Beiträge. Wir behalten uns aber vor, Werbung, krass unsachliche, rechtswidrige oder beleidigende Beiträge zu löschen und nötigenfalls User aus der Debatte auszuschließen. Es gelten die Registrierungsbedingungen.

Forum

 
  • eigentlich grauslich

    albundyfan, vor 453 Tagen, 12 Stunden, 2 Minuten

    was bei uns per gesetz verboten ist um es wenigstens etwas einzudämmen - nämlich das schmieren von politikern - ist in den usa ganz offiziell erlaubt.

    kein wunder,daß in den usa die firmen noch viel mehr politischen einfluß haben als bei uns in europa (obwohl das schon schwer ist)

    • Wenn man Korruption und Bestechung

      stillerbeobachter, vor 453 Tagen, 8 Stunden, 59 Minuten

      bekämpfen will, dann wird das ganze halt legalisiert und bekommt einen neuen Namen - und schon ist man das Problem los!

  • Dialog zwischen Politik und Wirtschaft ist essentiell

    tangente, vor 454 Tagen, 2 Stunden, 43 Minuten

    wenn man verhindern möchte, dass komplexe Themen und Problemstellungen nur halb verstanden zu einer politischen Entscheidung kommen. Wenn ich da in den Kommentaren etwas von "demokratiegefährdend" lese, dann wäre das wohl nur eine abgehobene Politikebene ohne Schnittstelle zu Lobbying, ohne eine Dialogfähigkeit zur Wirtschaft und deren Interessensvertreter, welche ansonsten Ahnungslosigkeit, Vorurteil und Simplifizierung zum Diktat des politischen Handelns erhebt.

    • dialog und lobbying sind aber zwei verschiedene paar schuhe

      justwatching, vor 454 Tagen, 2 Stunden, 29 Minuten

    • nur wird hier leider ein ungleichgewicht geschaffen

      woody999, vor 453 Tagen, 12 Stunden, 42 Minuten

      zwischen jenen, die sich lobbying leisten können und jenen die diese finanzkraft nicht für ihre interessen einsetzen können.

      wenn also die durchsetzung von interessen vom vefügbaren geld abhängt, dann ist das, nach meinem verständnis, nicht demokratisch.

      denken sie an die vieln NGOs, die diese kapitalmacht von MS und google nicht haben (menschenrechte, flüchtlinge, umweltschützer, tierschützer usw.).

  • mib64, vor 454 Tagen, 5 Stunden, 58 Minuten

    vor einigen jahren hat man dazu bestechung gesagt und solche menschen wurden betraft. jetzt nennt man das lobby. die gier und die machtgelüste vom konzernen ist grauslich.

    • Bestechung gibt es noch heute,

      arkasi, vor 454 Tagen, 5 Stunden, 49 Minuten

      aber hier geht es um Lobbying und das ist nicht einmal annähernd das gleiche.

      Bei Bestechung kauft man quasi Personen bzw. deren Stimmrecht, in dem Wissen, dass diese Personen ansonsten anders handeln würden, während man beim Lobbying bereits genehme Personen unterstützt und ihnen beispielsweise eine Plattform bietet.

    • Und dennoch

      cauchy, vor 454 Tagen, 5 Stunden, 26 Minuten

      stellt es eine ganz erhebliche Gefahr für die Demokratie an sich dar, weil Lobbying nicht nur nicht das Interesse der Gemeinschaft ignoriert sondern auch die Interessen von ohnehin viel zu einflußreichen Privatkonzernen stärkt. Das widerspricht dem Grundgedanken der Demokratie und ist in hohem Maße "gefährlich", paradoxerweise aber weit akzeptiert!
      Es lebe der Kapitalismus, denn er will ja nur was Gut für alle ist, jaja...

    • Mir ist diese Version

      krei, vor 454 Tagen, 4 Stunden, 55 Minuten

      viel lieber, als das was bei uns abrennt. Bei uns fliegt der Hr. Minister auch privat in der Businessclass - oder kriegt einen Einladung auf die Yacht vom Hrn. Bankdirektor - das wird aber nirgendwo angeführt. Bei den Amis muss ich mich wenigstens outen, und sagen, was ich als Unternehmen gemacht hab. Bei uns ist das komplett intransparent - nur wenn's wo kracht, schauen dann alle, wie es sein kann, dass der Hr. Grasser mit dem Hrn. Meinl und dem Hrn. Elsner segeln waren...

    • Und du glaubst ernsthaft,...

      ljack, vor 453 Tagen, 14 Stunden, 36 Minuten

      ...neben dem Lobbying werden kein "Vergünstigungen" verteilt?

  • na da sind wieder schlaue unterwegs...

    llccll, vor 454 Tagen, 7 Stunden, 11 Minuten

    ...wenn die politik nicht gewisse themen im sinne der industrie regelt haben wir bald alle produktionen in asien...ist schon gut so, und bitte sagt jetzt nicht, dass dies nicht fair ist, wir leben ja nicht in einer traumwelt.

    • dave82, vor 454 Tagen, 6 Stunden, 22 Minuten

      Ob sie´s glauben oder nicht die Produktionen werden nach Asien im Sinne der Industrie ausgelagert.

    • und wenn das lohn-niveau...

      oberklugscheisser, vor 454 Tagen, 5 Stunden, 21 Minuten

      ... unsere standards erreicht - was zwangsläufig in einigen jahren geschehen wird - kommen sie alle wieder zurück, ist nur eine zeitfrage.

  • Ich bin mal gespannt....

    kroneverbot, vor 454 Tagen, 7 Stunden, 15 Minuten

    Eigentlich hätte Microsoft ja scbhon längst zerschlagen hätten sollen, aber Bush sorgte damals dafür, dass M$ gerettet wurde.
    Wie das unter Obama nun weitergeht?

    Off-Topic @ORF:
    Da macht ihr ein neues Seitendesign, und schafft es wieder nicht, dieses mittig zu zentrieren. Das kann doch nicht so schwer sein!

    • also, ich weiß nicht...

      poerney, vor 454 Tagen, 7 Stunden,

      'zerschlagen' und 'gerettet'? von welchen revolverblättern beziehen sie denn ihre informationen?

      und zum off topic: wo sollen denn bitte diese riesigen werbungen hin, wenn da plötzlich einer herkommt und das ganze zentriert, hm? *scnr*

  • solala, vor 454 Tagen, 7 Stunden, 33 Minuten

    Was erreicht man damit, einen Geistigen Verlust, und der wird am Ende ganu jenen als erster am Kopf fallen, die das versucht haben zu verhindern!

    Und alles nur, für billiges Klumpert ohne irgendeinen Wert!

  • stimmt

    foxfiremozilla, vor 454 Tagen, 7 Stunden, 38 Minuten

    da bin ich ganz deiner meinung! wie kann es sein, dass man sich in der politik mit geld einkauft? das sollte verboten werden, schon allein deswegen, weil es nur großen konzernen was bringt

  • Lobbying setzt die Demokratie außer Kraft.

    prampuri, vor 454 Tagen, 8 Stunden, 8 Minuten

    Wenn alle Parteien(Regierungen) die Wünsche der Konzerne umsetzen ist es doch egal wer gewählt wird.

    Der Bürger hat gar keine oder kaum eine Chanche, daß Gesetze zum Allgemeinwohl beschlossen werden!

    • solange geld mehr wert ist als ein menschenleben,

      bigboned, vor 454 Tagen, 7 Stunden, 37 Minuten

      ist geld teil der demokratie. damit haben die reichsten und größten firmen in amerika ein gewisses gewicht, dass sie gekonnt einsetzen.

      erst wenn ein umdenken erfolgt und ein wenig sozialismus in amerika akzeptiert wird (und nicht einfach nur einen beißreflex auslöst) kann sich die demokratie etwas erholen.

    • sorry aber...

      beachbear, vor 454 Tagen, 6 Stunden, 23 Minuten

      ... ich glaub die wenigsten haben hier ueberhaupt eine ahnung was lobbying eigentlich ist. vereinfacht - diverse gruppen machen sich fuer ihre interessen stark. die ausgaben fuer lobbying sind alles andere als schmiergeld, das sind vielfach, reise, buero und personalkosten der interessensvertreter!
      nebenbei im guten alten sozialistischen Oesterreich gibts seit jahrzehnten ein lobbyingmodell das doch nicht so boese ist, aber lobbying in reinkultur darstellt - unsere Sozialpartnerschaft!

  • Mit jeder Entscheidung...

    octogen, vor 454 Tagen, 8 Stunden, 45 Minuten

    ...die aufgrund von Profit für die Entscheidungsträger getroffen wird anstatt aufgrund von technischen Gegebenheiten wird die Informationstechnologie unzuverlässiger, unsicherer, komplexer, fehleranfälliger und unbrauchbarer als sie jetzt schon ist.

    Ich warte nur noch darauf, bis staatlich vorgeschrieben wird, dass auf jeder stinknormalen Bahnhofsuhr ein 60 Gigabyte großes Microsoft(R) Windows(TM) XYZ 12.67 ServicePack 19 zu laufen hat, weil das irgendeinem Minister vierundfünfzig Euro monatlich steuerfrei einbringt.

    Genau in diesem Augenblick werde ich mich höchstpersönlich dafür einsetzen, dass in sämtlichen Atomreaktoren dieses Planeten genau das gleiche verwendet wird, damit wir endlich von unserer kollektiven Dummheit erlöst werden.

    Mal schauen, was die anschließend menschenleere Welt mit den vierundfünfzig Euro Gewinnzuwachs dann so alles anfangen kann.

    ;-)

  • des is wieder mal..

    gerim84, vor 454 Tagen, 8 Stunden, 53 Minuten

    ...eine ganz feine sache!!!! und da möchte man die korruption am boden halten. andererseits macht man sie durch vorlegen von rechnungen legal.
    wohin wird des noch führen???vielleicht zu legalen morden,legalen vergewaltigungen, einvernähmlichen erpressungen???