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Hyperlinks für die "wirkliche" Welt

Codes
15.01.2009|06:00

Zweidimensionale Barcodes ermöglichen das "Verlinken" von Objekten in der realen Welt mit Inhalten im Internet. Durch die zunehmende Verbreitung mobiler Netzzugänge und sinkende Tarife für die Datenübertragung hoffen Betreiber von Barcode-Scanning-Lösungen auf einen kleinen Boom. Dem Durchbruch des mobilen Taggings steht jedoch ein Wildwuchs an 2-D-Barcodes entgegen.

Mehr als 46.000 Aufkleber mit schwarz-weiß gemusterten Quadraten wurden in den vergangenen zwei Jahren von Nutzern der Semapedia weltweit angebracht. Unter dem Motto "Hyperlink your world" hat es sich die Mobile-Tagging-Plattform zum Ziel gesetzt, Verbindungen zwischen dem virtuellen Wissensraum der Wikipedia und der realen Welt herzustellen.

"Wir wollten Informationen zu Objeken und Orten, die nicht direkt sichtbar sind, in irgendeiner Form präsentieren", erinnert sich der New Yorker Technologieexperte und Software-Architekt Stan Michael Wiechers, der im September 2005 gemeinsam mit dem damals in Wien studierenden Wirtschaftsinformatiker Alexis Rondeau die Semapedia entwickelte: "Unsere Idee war es, einen einfachen Weg zu finden, diese Informationen über das Handy abzufragen."

Semapedia ist mittlerweile in 13 Sprachen verfügbar. Der Großteil der Nutzer kommt aus den USA und Deutschland. Immerhin 2,5 Prozent der Nutzer kommen laut Gründer Wiechers aus Österreich.

Dazu kamen zweidimensionale Barcodes zum Einsatz, die es ermöglichen, URLs zu Wikipedia-Einträgen zu verschlüsseln. Mit Handys, die mit einer Kamera und der entsprechenden Software ausgerüstet sind, können die Adressen ausgelesen werden. Das Prinzip ist einfach. Nach dem Abfotografieren des Codes wird die im 2-D-Barcode versteckte Information von der Software entschlüsselt und an den Web-Browser im Mobiltelefon weitergegeben. Auf dem Handydisplay wird dann der passende Wikipedia-Eintrag angezeigt. Die zweidimensionalen Codes können von den Nutzern auf der Semapedia hergestellt werden. Nach Eingabe der gewünschten Wikipedia-URL erstellt ein Code-Generator auf der Semapedia ein PDF, das nur noch ausgedruckt und an den gewünschten Orten und Objekten angebracht werden muss.

Vielfältige Einsatzmöglichkeiten

2-D-Barcodes kommen aber nicht nur in der Semapedia zum Einsatz. Die Weiterentwicklung der Strichcode-Technologie, die außer dem Verschlüsseln von Zahlen auch die Codierung von kurzen Texten wie etwa URLs erlaubt, wird mittlerweile auf vielfältige Art und Weise eingesetzt. Neben dem Annotieren von Objekten werden sie etwa in Zeitungen und Magazinen dazu verwendet, weiterführende Informationen zu Artikeln im Netz zu verlinken und so eine Brücke zwischen Print und Online zu schlagen.

Daneben lassen sich auch Kontaktinformationen und Visitenkarten leicht mit den mobilen Tags in Umlauf bringen. Die Deutsche Bahn setzt zweidimensionale Barcodes bei Online-Tickets ein. Auch die Werbebranche hat die Codes bereits entdeckt und macht mit den Tags Plakate und Printanzeigen interaktiv.

"Explosion der Nutzerzahlen bislang ausgeblieben"

Während jedoch in Japan und anderen asiatischen Ländern, in denen das Internet vor allem über mobile Endgeräte angesteuert wird, die Nutzung der 2-D-Codes weit verbreitet ist, wird mobiles Tagging im Rest der Welt zwar mit Interesse beäugt, auf breiter Basis genutzt wird es jedoch nicht.

"Hinterlassen Sie Spuren an jedem Ort", heißt es in einer Broschüre für "Tag Your City".

"Es gibt viele Leute, die Mobile Tagging ausprobiert haben, die große Explosion der Nutzerzahlen ist bislang aber ausgeblieben", sagt Martin Kersch, der den Wiener Mobile-Tagging-Dienst "Tag Your City" betreibt. Das im September 2007 gestartete Tagging-System ermöglicht es, mit Hilfe der zweidimensionalen Codes Objekte mit Informationen im virtuellen Raum zu verknüpfen.

Derzeit zählt "Tag Your City" lediglich einige hundert Nutzer, obwohl die Software zum Auslesen der Codes eine Zeit lang auf Handys des Mobilfunkanbieters Orange/One vorinstalliert war. Kersch hofft jedoch, dass billigere Datentarife Mobilfunkkunden die Scheu vor der Nutzung mobiler Tagging-Angebote nehmen: "Davon verspreche ich mir einen kleinen Boom."

Die TU Graz bietet auf ihrer Websites zu QR Codes neben Informationen zum mobilen Tagging und Download-Möglichkeiten für Barcode-Reader auch die Möglichkeit, 2-D-Barcodes zu generieren.

Vielfalt an Codes

Der weiteren Verbreitung der Technologie stehen nach Meinung von Experten jedoch nicht nur die bis vor kurzem noch exorbitant hohen Kosten für mobile Internet-Anwendungen entgegen, sondern auch eine für ein breites Publikum kaum noch durchschaubare Vielzahl an Code-Systemen. Derzeit gebe es mehr als zehn verschiedene Varianten von 2-D-Barcodes, die sich in Kombination mit einem Fotohandy für mobiles Tagging eignen, sagt Paul Schmidmayr, der an der Technischen Universität Graz eine Diplomarbeit zum Thema "Applications for Mobile Tagging" schreibt und auch eine Website zum Thema an der Universität betreut.

"In Japan hat sich das mobile Tagging nicht zuletzt auch deshalb durchgesetzt, weil sich Mobilfunkbetreiber und -hersteller auf einen Standard, nämlich QR Code, geeinigt haben", so Schmidmayr. Die großen Mobilfunkanbieter implementierten darauf hin Lesesoftware für QR Codes auf den von ihnen verkauften Geräten. Heute sind QR Codes in Japan allgegenwärtig. Die breite Streuung der Codes stelle in Europa sicherlich eine Hemmschwelle für die Nutzung des mobilen Taggings dar.

Sowohl DataMatrix als auch QR Code wurden vom Internationalen Institut für Normung (ISO) zertifiziert.

Neben QR Code (QR steht für "Quick Response") zählt der DataMatrix-Code zu den am häufigsten genutzten 2-D-Barcodes. Der DataMatrix-Code wurde bereits Ende der 80er Jahre vom US-Unternehmen Acuity Corp. entwickelt und kam ebenso wie der 1994 von der japanischen Firma Denso Wave entwickelte QR Code zunächst in der Logistik zum Einsatz.

Die Spezifikationen beider Codes wurden offengelegt. Die Patentrechte an QR Code werden von Denso Wave nicht wahrgenommen. Beide Codes sind auch ISO-zertifiziert. Die Open Mobile Alliance hat die beiden Codes im Juni 2008 als Standard festgesetzt. Die Vereinigung von führenden Unternehmen der Mobilfunkbranche gebe auch Richtlinien vor, wie die Daten, die hinter dem Code versteckt sind, aufbereitet werden sollen, so Schmidmayr: "Das wird einiges bewegen."

Microsoft will mitmischen

Neben den offenen Standards QR Code und DataMatrix gibt es aber auch eine Vielzahl an proprietären Codes, denen vergangene Woche Microsoft einen weiteren hinzufügte.

Der Software-Riese stellte auf der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas sein mobiles Tagging-System Microsoft Tag vor. Das 2-D-Barcode-System, das sich noch im Betastadium befindet, basiert auf der von der Microsoft-Forschungsabteilung entwickelten Technologie High Capacity Color Barcodes (HCCB).

Zum Auslesen der Informationen in den Tags bietet Microsoft entsprechende Client-Applikationen für mobile Plattformen an. Neben Smartphones, die mit Windows Moible, Symbian S60, J2ME und Blackberry laufen, kann die Applikation auch auf dem Apple iPhone genutzt werden.

HCCB, das Informationen mit farbigen Dreiecken codiert, erlaubt laut Microsoft eine höhere Speicherdichte als vergleichbare Codes. So reichen etwa vier farbige Dreiecke aus, um ein Byte Daten zu speichern. Im Vergleich dazu benötigt die Schwarz-Weiß-Matrix von QR Code acht Symbole für die Speicherung derselben Datenmenge.

Auf dem analogen Code selbst wird jedoch nur eine ID (Identifikationsnummer) gespeichert. Die Informationen werden auf einem Microsoft-Server gespeichert. Damit lässt sich nicht nur die Menge der angebotenen Information vervielfachen, sondern auch detaillierte Nutzungsstatistiken erstellen. Diese sind vor allem für die kommerzielle Nutzung interessant, die Microsoft vorerst nur US-Kunden anbietet.

"Je mehr Anbieter, desto komplizierter"

"Je mehr Anbieter es gibt, desto schwieriger wird es, dass sich ein Standard durchsetzt", meint Wiechers, bei dessen Projekt Semapedia seit mittlerweile zwei Jahren der offene Standard QR Code zum Einsatz kommt. Darüber hinaus werde durch die Vielzahl an 2-D-Barcodes die Nutzung verkompliziert: "Vergleichbar wäre es etwa, wenn gewisse Websites nur mit einem Browser genutzt werden können."

Dass sich Microsoft mit seiner Technologie auf dem Markt durchsetzt, glaubt Wiechers nicht. Die Marktmacht von Microsoft auf dem mobilen Markt sei gering, so der Experte: "Es gibt wesentlich mehr QR-Code-Reader für Windows-Mobile-Geräte, als Microsoft für seine eigene Technologie unterstützt."

Für die Nutzung des offenen Standards QR Code sei weder eine Registrierung notwendig, noch müsse für die Erstellung der Codes bezahlt werden. "Es wäre sehr sinnvoll, sich auf eine Barcode-Art zu einigen, die offen ist", meint Wiechers, der sich davon auch viele Innovationen verspricht. "Die kommen nicht von Konzernen, sondern von Kids, die neugierig sind."

(futurezone/Patrick Dax)

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Forum

 
  • Microsoft...

    kroneverbot, vor 390 Tagen, 5 Stunden, 44 Minuten

    ...will mit proprietärem Code mitmischen. Na, dass ich nicht lache. Microsoft hinkt hier nicht nur einen Schritt hinterher wie sonst, sondern gleich zwei Schritte, wie jämmerlich.
    Derartige Lösungen gibt es bereits, und das nicht mal proprietär, Stichwort Android:

    http://androidapplications.com/apps/detail/androidscan

  • sinkende Datentarife für Handys

    bitteichweißwas, vor 390 Tagen, 6 Stunden, 57 Minuten

    hab ich noch nicht gesehen. Das gilt für PC-Lösungen, aber ich weder bereit 19 EUR für 15 GB am Handy zu bezahlen (wer braucht schon so viele Daten), noch sind 2 EUR für 25 MB (!) erstens günstig und zweitens für eine sinnvolle Nutzung genug.

    • maxerl123, vor 390 Tagen, 6 Stunden, 18 Minuten

      viele handys können ja auch wlan - kannst damit ja surfen.. offenes wlan gibts genug

    • max7c, vor 390 Tagen, 5 Stunden, 22 Minuten

      Bei 3 gibts 2GB um 20€, prepaid - das ganze ein Jahr gültig.Ich hab das seit Juni und hab grad mal 700MB verbraucht.
      Also 20€ pro Jahr für Mobiles Surfen halte ich für teuer.

      Aber eins Stimmt schon - zu mobilem Internet + Vertrag hab ich noch kein brauchbares Angebot gefunden.

  • also ich finds praktisch...

    derm0nd, vor 390 Tagen, 7 Stunden, 14 Minuten

    waer z.b. nett wenn an den strassenbahnhaltestellen links in dier art aufgerdruckt waeren wo man zu den live abfahrtsplaenen kaeme..etc..etc..etc..etc... nuetzliche anwendungen seh ich tausende...

    lg mond

    • slartibartfast, vor 389 Tagen, 16 Stunden, 50 Minuten

      wenn ich seh, dass so ein pickerl links-linken inhalts wo anbringst, dann pack ich den kulischreiwa aus, heast mondIn-oide, bam!

  • schwachsinn pur

    frizzdog, vor 390 Tagen, 7 Stunden, 34 Minuten

  • Sinnlos und uralt.

    lonelycowboy, vor 390 Tagen, 7 Stunden, 37 Minuten

    Da kann ich gleich die Adresse in Klartext hinschreiben.

    Das nächste wird sein dass sowas im Reisepass/Personalausweis drin ist und dann dass wir das alle auf die Stirn tätowiert kriegen. Dann braucht man uns und wir uns gegenseitig nur mehr abscannen wie Vieh.

    • das ist doch für analphabeten, weißt!

      frizzdog, vor 390 Tagen, 7 Stunden, 23 Minuten

  • ufopilot, vor 390 Tagen, 7 Stunden, 42 Minuten

    was für ein alter hut!

    • aber da waren die youngsters, denen man ja heute pädagogisch pur

      frizzdog, vor 390 Tagen, 7 Stunden, 21 Minuten

      einredet, daß sie die hffung der zukunft sind, noch nicht geboren.

      und mit vergangenem brauchen sich die trotteln ja nicht zu beschäftigen.

  • diese Technik

    derskalarvonperl, vor 390 Tagen, 7 Stunden, 59 Minuten

    hats schon 1985 am C64 gegeben. Damals hats nen Textscanner in Form eines Kulis gegeben. Warum also diese verdammten Symbole? Da kann ma gleich wie immer, die www-Adressen draufschreiben und mit so nem Ding scannen. Wer sowas dann nicht hat kann immer noch klassisch tippen, oder das per Stimmeingabe mache. Aber auf ein grafisches Symbol wird geschissen.

    • kaum ein Beitrag

      schultze, vor 390 Tagen, 7 Stunden, 33 Minuten

      den du nicht durch deine profunde Kritik gepaart mit tiefgreifender Sachkenntnis, vorgebracht in unverblümt klaren Worten aus dem Elfenbeinturm intelektueller Weltfremdheit wieder auf den harten Boden der Realität zurückholst. Einfache Lösungen für (von?) einfachen Menschen - dafür Danke!

    • aber bitte...

      derskalarvonperl, vor 390 Tagen, 7 Stunden, 30 Minuten

      die Kompliziertheit nutzt ja eh keiner. Oder kennst einen Durchschnittskoffer, der was wenigstens 30% der Funktionen von nem heutigen Handy nutzt?

    • den vollkoffern gehts ja nur

      slartibartfast, vor 390 Tagen, 6 Stunden, 32 Minuten

      um den informationsgehalt.

      in einem 2d code kriegst wesentlich mehr bits unter wie in einem lineare (ean, code93, etc..).

      diese vollkoffern vom elfenbeinturm heast oida bam.

    • schon gut

      schultze, vor 390 Tagen, 6 Stunden, 16 Minuten

      meinen nächsten Beitrag werde als dezidierten Zynismus kennzeichnen damit es hier nicht wieder zu Mißverständnissen kommt.

    • calypso, vor 390 Tagen, 5 Stunden, 50 Minuten

      schultze, du hättest nur 2-3x "der was" verwenden müssen, dann wäre im ganglion von perl ein bit von 0 auf 1 gehüpft und er häts verstanden.

  • ja

    qwertzuiop, vor 390 Tagen, 9 Stunden, 16 Minuten

    und woher bekomm ich jetzt dieses notwendige programm ???????????

    • Schon mal etwas vom Internet gehört?

      zeitdieb, vor 390 Tagen, 8 Stunden, 33 Minuten

      Ist die Anzahl der Fragezeichen nach einer Frage eigentlich reziprok zum IQ des Verfassers?

    • abc12345, vor 390 Tagen, 7 Stunden, 56 Minuten

      http://de.wikipedia.org/wiki/QR_Code#Lesen_von_Codes

      Hat mich 20 Sekunden gekostet…

    • qwertzuiop, vor 390 Tagen, 7 Stunden, 47 Minuten

      und obwohl soviele fragezeichen vorhanden sind´hast du die frage nicht verstanden. es stellt sich die frage nach deiner intelligenz

    • @abc..

      qwertzuiop, vor 390 Tagen, 7 Stunden, 42 Minuten

      netter artikel aber kein programm

    • @qwertz

      gummiende, vor 390 Tagen, 7 Stunden,

      du brauchst kein programm, sondern einen scanner, kapiert ?

    • abc12345, vor 390 Tagen, 6 Stunden, 50 Minuten

      Stell Dich nicht lernresistent und wirf mal ‘ne Suchmaschine an:

      -) http://reader.kaywa.com/

      -) http://www.i-nigma.com/personal/GetReader.asp

      -) http://www.activeprint.org/download.html

      -) http://www.upc.fi/en/upcode/

      -) http://www.quickmark.com.tw/En/basic/download.asp

      Zusammengefasst.
      http://www.mobile-barcodes.com/qr-code-software/

  • interessant für japaner und chinesen,

    animalfarmer2005, vor 390 Tagen, 10 Stunden, 21 Minuten

    die müssen ewig für eine sms tippen :-))

    hier genügen sinnvolle pda-url´s (nicht wahr, lieber "online"-orf ohne pda-url?)

    • tantejutta, vor 390 Tagen, 9 Stunden, 44 Minuten

      Meinten Sie http://go.orf.at/ ?

  • brav

    gaho, vor 390 Tagen, 10 Stunden, 42 Minuten

    der code funktioniert sogar.

    wenn sich jemand mal versuchen möchte hier ein paar links:
    http://qrcode.kaywa.com/

    lib für apache
    http://code.google.com/p/fop-qrcode/downloads/list

    lib für .net
    http://twit88.com/home/opensource/qrcode

    lib für java(mein favorit)
    http://www.assinador.com.br/en/a1200/a1200-qrcode.jsp