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Zwiebeln

Onion-Router bringt Überwacher zum Weinen

WIRTSCHAFTSKAMMER
03.03.2009|06:00

"PrivaSEC forte" kommt wie eine Packung Halstabletten daher, die aber ein USB-Dongle enthält und ein paar hundert weltweite TOR-Server, die multipel verschlüsseltes "Zwiebelschalen-Routing" praktizieren. Das Ganze ist ein nicht an Gewinn orientiertes Service der Wirtschaftskammer, das über die IT-Consultants Kunden wie Rechtsanwälte, Ärzte und Journalisten erreichen soll.

"Verwenden Sie PrivaSEC forte auf keinen Fall, wenn Sie Wert auf die externe Nachvollziehbarkeit bestimmter Internet-Kontakte legen", heißt es in der Gebrauchsinformation.

Ebenso kontradindiziert ist die Anwendung bei Personen, die "dem Artikel 19 der Allgemeinen Deklaration der Menschenrechte über die Informationsfreiheit" oder auch dem "Gebot der Achtung der Privatsphäre geringe bis keine Bedeutung beimessen".

Fragen zu PrivaSEC, das wie eine Packung Halstabletten aussieht, beantworten denn auch nicht Arzt, Apotheker oder ein Naturtherapeut, der auf die pilzhemmende und antibakterielle Heilkraft der Zwiebel setzt, sondern die Fachgruppe Unternehmensberatung und Informationstechnologie (UBIT) und die IT-Security Experts Group der Wirtschaftskammer (WKÖ) Wien.

TOR-Netz am E-Day

Das neue Service wird am alljährlichen E-Day der WKÖ am Donnerstag öffentlich gemacht. "Beim diesjährigen 10. E-Day möchten wir Ihr Interesse für neue Arten der Vernetzung durch IT wecken", sagte WKÖ-Chef Christoph Leitl.

- Die Fachgruppe UBIT

- Die "üblichen Verdächtigen" in Deutschland, CCC

Wirkstoff via USB

Der "Wirkstoff" nennt sich "Browser für TOR-Netzwerke", das Päckchen selbst enthält einen USB-Stick, wenn man genauer hinsieht, sind obendrein drei Server der WKÖ drinnen, Onion-Routing über Hunderte Server rund um den Globus, also jede Menge Zwiebel.

Auch wenn das Akronym insgesamt nicht eindeutig belegt ist, so stehen "O" und "R" jedenfalls für "Onion-Routing". Man folgt dabei dem Aufbau der Zwiebelschale, indem jede Station der Route von TCP/IP-Paketen im weltweiten TOR-Netz separat verschlüsselt wird.

Windows, Mac, Linux

"Wir haben ordentliche Maschinen mit entsprechender Leistung aufgestellt, ausschließlich dedizierte Server", sagte UBIT-Obmann Friedrich Kofler am Montag zu ORF.at, "sie stehen bei kleinen und mittleren Betreibern im Wiener Raum."

Zusammen mit der IT-Security Experts Experts Group wurde dazu ein Firefox-Browser adaptiert, der sowohl auf Windows als auch auf Mac sowie auf den gängigen Linuxdistributionen funktioniert.

Der Firefox vom USB-Stick handelt mit einem Rechner des weltweiten Servernetzes einen Schlüssel aus, holt sich die Liste aller momentan verfügbaren TOR-Knoten und wählt eine Zufallsroute zur Zielwebsite über mindestens drei TOR-Rechner aus.

Schon beim zweiten ist (verkürzt gesagt) keine Information über die ursprüngliche IP-Adresse vorhanden, dann wird man zum nächsten TOR-Server durchgereicht.

Keine Spuren

Der Ansatz, Internet-Verkehrsdaten (teilweise bzw. für bestimmte Übertragungsstrecken) zu anonymisieren, wird bereits seit Jahren praktiziert. Allerdings war er bis vor nicht allzu langer Zeit in der Domäne der "üblichen Verdächtigen" angesiedelt: bei der Electronic Frontier Foundation in den USA zum Beispiel.

Der österreichische Suchmaschinenpionier der 90er Jahre, Walter Karban, betreibt seit gut einem Jahr das Service Notraxx.net, das ganz ähnlich funktioniert und gegen eine moderate Jahresgebühr ebenso im weltweiten TOR-Netzwerk funktioniert.

Vorratsdatenspeicherung

Jedesmal werden dabei neue Schlüssel ausgehandelt, die wiederum nur bis zum nächsten Knoten gültig sind. Keiner der Rechner, die über aller Herren Länder verteilt sind, verfügt über genug Informationen, um die Route nachzuvollziehen.

Der großräumige Einsatz derartiger Anonymisierungsnetzwerke würde jedenfalls die bevorstehende Umsetzung der EU-Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung direkt konterkarieren. Bekanntlich sollen Verkehrsdaten wie temporäre IP-Adressen in Zukunft ein halbes Jahr lang gespeichert werden müssen, wenigstens war das der Status quo unter der Regierung Gusenbauer.

Sicherheitspolizeigesetz

"Vorratsdatenspeicherung oder das Sicherheitspolizeigesetz waren durchaus die Ausgangspunkte für das Projekt", sagt Kofler. Bekanntlich seien die Abfragen von IP-Adressen ohne Einschaltung eines Gerichts unter dem Titel "Gefahr im Verzug" seit Inkrafttreten des Sicherheitspolizeigesetzes sprunghaft gestiegen.

Die IT-Fachleute der Fachgruppe seien sich der immer prekärer werdenden Situation beim Datenschutz durchwegs bewusst, so Kofler, nur scheue man sich noch, das auch entsprechend zu äußern. Klar sei, dass verfassungsmäßige Rechte systematisch durchlöchert würden und man seitens der Politik und Gesellschaft nur allzu bereit sei, ein Recht nach dem anderen aufzugeben.

Mehr zum Thema:

Eine parlamentarische Anfrage der Grünen vom Jänner zeigte, dass vom 1. Jänner bis zum 30. September 2008 insgesamt 4.665 Auskunftsverlangen zu Namen, Anschrift und Teilnehmernummer eines bestimmten Telefonanschlusses gemäß SPG an die Provider gestellt wurden . Allein im Juli 2008 hat die Polizei demnach 512 Abfragen von Internet-Nutzer-Stammdaten und Handynutzer-Positionsdaten getätigt.

"Nichts zu verbergen"

Viele Kollegen hielten mit ihrer Meinung bis jetzt nur deshalb hinter dem Berg, weil sie befürchteten, so Kofler weiter, sich mit derartigen Äußerungen abseits "des gesellschaftlichen Mainstreams zu stellen". Abseits jener, die stets eilfertig versicherten, selbst "nichts zu verbergen" zu haben.

Im Falle von sensiblen Kundendaten liegt das freilich etwas anders, denn hier gibt es eine Berufspflicht, diese zu verbergen. Der typische Benutzer des Anonymisierungsdienstes sei zum Beispiel die "kleine Rechtsanwaltskanzlei, die ich als Unternehmer betreue", sagte Martin Prager, Sprecher der Security Experts Group, zu ORF.at.

Beratungsresistenz, Berufsgruppen

Wenn dieser Anwalt nun im Interesse seines Klienten darauf achte, dass seine Recherchen und Kontakte für niemand Dritten nachvollziehbar würden, so sei das im Grunde eine Selbstverständlichkeit.

Manche Berufsgruppen seien noch etwas "beratungsresistent" in Sachen Datenschutz, so Prager, um dem Diskurs auf die Sprünge zu helfen, habe man die Aktion PrivaSEC forte begonnen.

Weniger, um damit Geld zu verdienen, vielmehr, um "welches in die Hand zu nehmen", sagt Kofler, nämlich um Dongles und TOR-Netzwerk den UBIT-Mitgliedern gratis zur Verfügung zu stellen.

Weitergabe erwünscht

Anders als bei ärztlich verschriebenen Medikamenten ist die Weitergabe von PrivaSEC forte ausdrücklich erwünscht, denn das eigentliche Ziel der Aktion sind die Kunden der IT-Berater.

Hier will man mit der Aktion mehr Bewusstsein für die zunehmenden Risiken der Informationsgesellschaft schaffen und darlegen, mit welch vergleichsweise einfachen Mitteln österreichische KMUs ihre Kommunikation ein paar Grade sicherer machen können.

Möglicher Missbrauch

Und was passiert, wenn jemand PrivaSEC missbraucht, wie es bei TOR-Systemen nun einmal möglich ist, um - sagen wir - dezidiert illegale Inhalte herunterzuladen?

"Wir werden gesetzeskonform agieren", sagen Kofler und Prager fast gleichzeitig, Letzterer meint: "Erst wird hinterfragt, wer die Frage nach den Verkehrsdaten stellt und auf welcher rechtlichen Grundlage das passiert. Mit Sicherheit werden wir nicht Polizei spielen."

Die Gesetzeslage

Die Gesetzeslage habe man gründlich geprüft, und wenn die Forderung rechtlich begründet sei, werde man die Verkehrsdaten natürlich herausgeben, sagt Kofler.

Ebenso wie nach Inkrafttreten der Vorratsdatenspeicherung auch die Verkehrsdaten der TOR-Server sechs Monate lang gespeichert werden müssten.

Was gespeichert wird

Die Verkehrsdaten der von der WKÖ aufgestellten drei Rechner, die alsbald Bestandteil des weltweiten TOR-Netzwerks sind, werden dann in erster Linie die IP-Adressen anderer TOR-Server sein, über die irgendein Unbekannter irgendwo auf der Welt irgendeine andere IP-Adresse abgerufen hat.

Der Umstand, dass es neben Ärzten, Therapeuten und Rechtsanwälten auch noch andere Berufsgruppen gibt, die etwas zu verbergen haben - nämlich sensible Daten ihrer Patienten bzw. Klienten -, führte zur letzten Frage.

Wer was zu verbergen hat

Was ist mit Journalisten, die vertrauliche Informationen erhalten und von Berufs wegen nicht etwa das Recht darauf haben, sondern verpflichtet sind, die Quelle dieser Informationen geheim zu halten?

Zu diesem Zeitpunkt des Gesprächs schnappte leider die Höflichkeitsfalle ein. Die Herren Berater blickten einander an und ließen sich nicht mehr als ein feinsinniges Lächeln entlocken.

(futurezone/Erich Moechel)

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Forum

 
  • Der Vorteil ist, daß die Justiz nicht mehr auf hunderten

    dermitdemkleinstweichtanzt, vor 343 Tagen, 6 Stunden, 12 Minuten

    Server suchen muss, sondern alles bei der WKÖ mitlesen kann.

    Ich bin auch dafür das man das System staatlich vorschreibt, so wie ja auch die Kammerumlage staatlich vorgeschrieben ist und dann die Behörden nicht mehr bei den Providern forschen müssen sondern zentral auf den WKÖ Servern die Inhalte runterladen können.

    Das spart dann auch noch Kosten, schafft neue Arbeitslose, usw. Mit einem Wort, Vorteile ohne Ende.

    • du hast es nicht kapiert

      kleeklee, vor 343 Tagen, 23 Minuten

      das mit den WK Servern ist doch nur eine Mediengerechte Inszenierung, üblicherweise laufen solche Knoten grenzüberschreitend, also von einem Rechtsraum in den anderen.

      Da tun sich Behörden natürlich schwer, wichtiger ist aber dass der Informatiossuchende mittels Tor vor dem Ziel Server seine Herkunft verbirgt, und so verhindert dass ihm dieser eventuell die Türe vor der Nase zuwirft.

      Ein Fall-Beispiel aus der Wirtschaft.

      www.dietiwag.org/index.php?id=2560

      Hätte der IKB Mitarbeiter ein Tor Netzwerk verwendet, wären seine Spuren wohl nicht bis zu seinem Arbeitsplatz zurückverfolgbar gewesen. Natürlich kennt Wikipedia auch bekannte Tor IP Adressen und sperrt solche Edits, hätte ein professioneller Wirtschaftskammer TOR Server frische IP`s zur Verfügung gestellt, hätte den Kampf wohl Wikipedia verloren.

      Nüchtern betrachtet da draußen herrscht Krieg, der stärkere gewinnt. Österreichs IKT Politik macht es aber der heimischen Wirtschaft unnötig schwer im Kampf zu bestehen.

    • Ich finde wenn Leute was zu sagen haben,

      dermitdemkleinstweichtanzt, vor 342 Tagen, 14 Stunden, 3 Minuten

      und das nur im verborgenen können, dann sollen sie es in einen Gully hineinschreien aber doch die anderen Leute mit Ihren Ergüssen in Ruhe lassen. Also wenn jemand etwas ehrlich zu sagen hat, dann hat er kein Bedürfnis seine IP oder seine Identität zu verbergen? Wenn doch, dann kann es eh nur eine Semiwahrheit sein. Und dann können Sie in dem Krieg ruhig fallen, denn am Ende der Schlacht werden die Überlebenden gezählt und nicht vorher.

    • dermitdemkleinstweichtanzt:

      euripides, vor 342 Tagen, 13 Stunden, 59 Minuten

      Name und Anschrift bitte. Sonst kann ich Deine Aussage nicht so wirklich ernst nehmen.

    • An den kleinstweichtänzer:

      tomtiger, vor 342 Tagen, 9 Stunden, 35 Minuten

      Das sehe ich nicht so. Die erwiesenen Unwahrheiten auf z.B. dietiwag.org werden ganz offiziell verbreitet und auch von wem ist bekannt. Dem gegenüber bekommt man oft Hintergrundinfos, die mit Sicherheit mehr Wahrheitsgehalt haben, aber eben nur hinter vorgehaltener Hand verbreitet werden.

      Jeder Trottel verbreitet Falschinformationen ganz offiziell und unter seinem Namen.

      Und bei Wikipedia sind tonnenweise Artikel massiv gefärbt, insbesondere von unseren roten und grünen Aktivisten. Also nicht falsch, aber halt ein bissi einseitig.

  • Achtung bei der verwendung von Tor!

    max7c, vor 343 Tagen, 6 Stunden, 19 Minuten

    Der Datenverkehr erfolgt nur innerhalb des Tor-Netzwerks verschlüsselt.
    Am Exit-Note können Problemlos Zugangsdaten inkl. Passwort ausgelesen falls diese unverschlüsselt übertragen werden.

    Praktisch jeder kann einen Exit-Node betreiben. Natürlich befinden sich unter den Betreibern auch schwarze Schaffe.

    Also unbedingt auf eine verschlüsselte Verbindung (zb. SSL) achten falls Zugansdaten über das Tor-Netzwerk übertragen werden sollen.

    • shadyworm, vor 343 Tagen, 5 Stunden, 40 Minuten

      Kein Mensch der Welt verwendet TOR um eine verschlüsselte End-to-End Verbindung zu haben. Wenn doch, hat man das Prinzip nicht so ganz verstanden

    • max7c, vor 343 Tagen, 53 Minuten

      und du hast mich nicht ganz verstanden, shadyworm.

  • auch noch interessant..

    timothytreadwell, vor 343 Tagen, 6 Stunden, 32 Minuten

    http://metasploit.com/data/decloak/

    -> also lieber vpn (und nen client nehmen der schaut ob das ssl certificate sich net seit dem letzten einloggen geändert hat! ^^)

  • insecure by design?

    timothytreadwell, vor 343 Tagen, 6 Stunden, 39 Minuten

    http://wiki.noreply.org/noreply/TheOnionRouter/TorFAQ#ExitEavesdroppers
    http://en.wikipedia.org/wiki/Tor_%28anonymity_network%29#Eavesdropping_by_exit_nodes

    und das betreiben von exit nodes wird immer beliebter :D denn wenn leute denken dass sie grade über ne besonders sichere leitung kommunizieren sind interessante inhalte garantiert..

    am ende muss man dem letzten node 100% vertrauen!

    btw mir is klar dass es technisch net besser lösbar is..

    da miete ich mir lieber nen server unter falschen angaben (zB bei ovh, oder irgendeinem .ru hoster) und geh über den per vpn ins netz
    (wenn man die ip vor diesem server verstecken will -> vor vpn noch über nen öffentlichen proxy gehen)

    für interessierte:
    http://www.thoughtcrime.org/software/sslstrip/video/blackhat.mov
    der hat testweise sein tool auf nem exit node betrieben :D

    • max7c, vor 343 Tagen, 6 Stunden, 14 Minuten

      Man muss den Exit-Node nicht 100% vertrauen können (was man auch nicht kann).

      Man muss halt darauf achten das die Daten verschlüsselt übertragen werden (auch außerhalb des Tor-Netzwerkes).
      Somit bekommt auch der Exit-Node keine unverschlüsselten Daten zu sehen.

  • Test

    kleeklee, vor 343 Tagen, 9 Stunden, 41 Minuten

    Jeder kann sein Tor Netzwerk testen,
    dazu muss man wissen dass manche Webseiten ihren Inhalt dynamisch auf den Besucher anpassen.

    Früher ist mir solches nur in Budapester Restaurants passiert, dem Urlauber wurde dazu eine Spezial Speisekarte (mit doppelten Preisen) vorgelegt.

    Also zur Praxis,
    Öffnet der Österreicher die Adresse von GMX Deutschland, so leitet der GMX Server sofort zu GMX.at weiter.

    Bei aktivem Tor Netzwerk mit letztem de. IP Server öffnet sich auch für den Österreicher die Deutsche GMX Webseite GMX.DE

    Tor ist also auch ein gutes Serum gegen Länderspezifische dynamische Webseiten, welche jeden IP-Ausländer diskriminieren.

    • Tor macht den Surfer im Netz wieder zum Weltenbürger

      kleeklee, vor 343 Tagen, 9 Stunden, 38 Minuten

    • Der Profi

      kleeklee, vor 343 Tagen, 8 Stunden, 59 Minuten

      Zeitungen welche über Auslandskorrespondenten verfügen lösen das Problem noch viele eleganter.

      dazu im Haus des Korrespondenten einen PC an einer dynamischen IP (gewöhnlicher DSL Zugang) durchrennen lassen, auf diesem PC das Tool http://gotomypc.com installieren, fertig.

      Ab sofort darf dann der Österreichische Redakteur wieder ungestört über den Umweg Tunnel zum Korrespondenten-PC in Österreich Recherchieren und Stöbern, Österreichische Überwacher sehen lediglich einen Web Zugriff aus dem Ausland, nicht aber die dahinterstehende Zeitungsredaktion.

    • Einen Tunnel...

      mitschke, vor 343 Tagen, 8 Stunden, 37 Minuten

      ...baut sich doch eh schon jeder auf, der in der Arbeit surfen will (und darf) aber der Meinung ist, dass gewisse Inhalte den Arbeitgeber einen ... angehen.

      Dazu brauchts doch nur einen openssh >= 4.7 und Putty.

    • oder unter windows

      larzuk, vor 343 Tagen, 6 Stunden, 50 Minuten

      hamachi. allerdings ist bei hamachi nicht ganz sicher, ob dritte mithören. aber zero-configuration-vpn easy leicht gemacht.

  • Geh bitte, wenns wirklich wirksam ist, wirds einfach verboten.

    louiswu, vor 343 Tagen, 10 Stunden, 14 Minuten

    Verwendern von TOR Beihilfe oder Begünstigung zum Terrorismus, Kinderpornohandel und Urheberrechtsverletzungen vorzuwerfen, in D "Mitstörer", ist doch das Einfachste der Welt. Der Prozeß gegen PirateBay zeigt doch, wie das läuft, nachdem Kinderpornovorwürfe nicht erhärtet werden konnten, wird halt jetzt eine Unterstützung durch Rechtsradikale "vermutet"

    • genau deshalb ist diese Initiative der WKÖ so wichtig und wertvoll

      eemil, vor 343 Tagen, 10 Stunden, 4 Minuten

      ... auch wenn sie noch nicht ganz verstanden haben, daß man sich mal entscheiden muß, ob Privatsphäre wichtiger ist als diverse Delikte, die mit Sicherheit über OR begünstigt werden, oder nicht. Man kann nämlich wirklich nicht die Privatsphäre garantieren und gleichzeitig die Strafverfolgung erleichtern.

      Ob jetzt mehr Privatpersonen und/oder Firmen Tor-Server aufstellen oder nicht (weil sie sich wegen der Vorreiterrolle der WKÖ nun trauen), wird sich zeigen. Leider ist man dann wohl wirklich zur Vorratsdatenspeicherung verpflichtet, da man dabei automatisch zum Provider wird - und wer kann/will sich die Plattenkapazität dafür leisten, nur um ein paar Unbekannten mehr Privatsphäre zu ermöglichen?

    • euripides, vor 343 Tagen, 9 Stunden, 58 Minuten

      Also ich kann's Privaten nicht empfehlen, einen eigenen Tor-Server zu betreiben. Außer man kann problemlos einige Monate oder Jahre auf seine gesamte EDV inklusive aller Backup-Medien etc. verzichten...

    • @euripides

      eemil, vor 343 Tagen, 9 Stunden, 43 Minuten

      Erfahrungen oder Mutmaßungen?

    • @eemil:

      euripides, vor 343 Tagen, 9 Stunden, 41 Minuten

      Leidvolle Erfahrungen.

    • In Österreich passiert?

      eemil, vor 343 Tagen, 9 Stunden, 18 Minuten

      wann/wo war das? Ist mir ganz entgangen (habe selbst eine Zeit lang einen Tor-Server betrieben, allerdings schon vor einigen Jahren).

    • Jetzt ist die Zeit reif,

      tantejutta, vor 343 Tagen, 9 Stunden, 11 Minuten

      denn das ist nicht die erste nützliche Technologie, die mehrere Anläufe benötigt.

    • @tantejutta

      eemil, vor 343 Tagen, 8 Stunden, 52 Minuten

      mehrere Anläufe um sie zu verbieten / um daraus ein nützliches Tool zur Strafverfolgung zu machen eher. Seit wann kann man mit neuer Technologie die offensichtlichen Absichten der Gesetzgeber (bzw. deren Lobbyisten) kontern? Das hat doch noch nie funktioniert.

      In wenigen Jahren sind wir schon nicht mehr "Herr" über unseren eigenen PC, was nützt dann noch das Onion Routing ...

    • @eemil:

      euripides, vor 343 Tagen, 8 Stunden, 45 Minuten

      Ich hab's ja auch nicht an die große Glocke gehängt. Ist jetzt ziemlich genau 2 Jahre her. Und seit ca. einem halben Jahr hab' ich meine Computer zurück

  • gugschdu, vor 343 Tagen, 10 Stunden, 21 Minuten

    Den Webverkehr verschlüsseln und die Emails, Kontakte, Termine usw. über den Blackberry Server, Google Server usw. verschicken. Bravo!

  • Zur Erinnerung

    eemil, vor 343 Tagen, 10 Stunden, 27 Minuten

    Hacking Tor - Trust Nobody

    http://blog.ironkey.com/?p=22

  • larzuk, vor 343 Tagen, 10 Stunden, 31 Minuten

    tor ist für mich schon lange ein thema. ich finds unglaublich, was sich westliche, zivilisierte staaten unter dem deckmantel des terrorschutzes alles erlauben...

    • Tor ist nur "sicher", wenn die exit nodes vertrauenswürdig sind

      eemil, vor 343 Tagen, 10 Stunden, 24 Minuten

      somit kannst du dir aussuchen, ob du lieber möchtest, daß dein traffic leichter auszuspionieren wird (= nur wenige IPs im Tor-Netzwerk verwendet, timing-Korrelationen usw.) oder ob du das Risiko eingehen möchtest, daß dir eine x-beliebige exit node manipulierten content unterjubelt um dich aufzuspüren/zu tracken. ;-)

      Auf jeden Fall: ohne NoScript / deaktivierte Bilder ziemlich wertlos.

  • Generalverdacht

    greg79, vor 343 Tagen, 10 Stunden, 47 Minuten

    Wie die Abgeordnete Moser feststellt, garantiert die Verfassung eigentlich "das Recht auf unbeobachtete elektronische Kommunikation" (http://tinyurl.com/c44aco). Und Hans G. Zeger ortet im gestrigen "Report" eine Umgekehr der verfassungsmäßigen Unschuldsvermutung zum Generalverdacht (http://tinyurl.com/b7934w).

    --
    Bundesverfassungstexte: http://tinyurl.com/aq8bfs
    --

    Es ist schlichtweg eine Schande, dass man sich in einem "zivilisierten" Land vor dem um sich wütenden Staat schützen muss. Ob´s einem egal scheint oder nicht, es geht den Staat einfach nix an und ist demokratischen und innovativen Prozessen hinderlich.

    Anleitungen zum Selbstschutz zB. unter:
    http://tinyurl.com/cxafvu

    Die TOR-Software schau´ ich mir auf jeden Fall an: https://www.torproject.org/

    Und den Stick der WKÖ.

    • Der Zeger redet viel Unsinn.

      tomtiger, vor 343 Tagen, 9 Stunden, 54 Minuten

      Es gibt keinen Generalverdacht bzw. ist der immanent.

      Jede Ermittlung muß zwangsweise das Ziel haben,grundsätzlich jeden zu verdächtigen, anders funktioniert das Ausschlußverfahren nicht.

      Eine Speicherung von Daten ist keine Ermittlung. Daher kein Verdacht. Sobald ermittelt wird, suchen sie ja nach bestimmten Daten, daher kein Generalverdacht.

      Logik ist halt nicht jedermanns Sache.

    • rayoflight, vor 343 Tagen, 9 Stunden, 45 Minuten

      @tomtiger
      na ganz so einfach ist es wohl nicht. natürlich sind die daten dafür da, "gescannt" zu werden und nach verdächtigen mustern zu suchen. sollte es zB einen anschlag geben, ist der plan alle verbindungsdaten im umkreis systematisch durch zu gehen, dass ist dann sehr wohl ein generalverdacht!!!!!!!!!! die bevorratung ohne konkrete suchroutinen würde wohl wenig sinn machen!

    • Generalverdacht

      greg79, vor 343 Tagen, 8 Stunden, 9 Minuten

      Wenn ich schonmal alle - präventiv - belausche, dann besteht wohl der Verdacht, dass potenziell jeder etwas zu verheimlichen hat. Sönst könnte man ja wie bisher GEZIELT ermitteln.

      Abgesehen davon widerspricht das Vorgehen den sinngemäß zitierten Stellen in unserer Verfassung, wonach wir Bürger das Recht haben, völlig unbehelligt zu agieren. Auch darum geht´s.

    • An ray:

      tomtiger, vor 343 Tagen, 6 Stunden, 56 Minuten

      "Generalverdacht" bedeutet *alle*, nicht *alle im Umkreis*.

      Vor ein paar Jahren waren auch alle "weißen VW Busse mit NÖ Kennzeichen" im Verdacht, das ist normale Ermittlung.

    • An Greg:

      tomtiger, vor 343 Tagen, 6 Stunden, 55 Minuten

      Auch falsch, es wird niemand präventiv belauscht, und schon gar nicht alle.

      Es wird ja gezielt ermittelt. Aus den Daten werden die mutmaßlich Verdächtiger gefiltert.

      Kein Provider gibt alle seine Logdateien an die Behörde, sondern ganz klar spezifizierte. Die Behörden haben gar keinen Zugriff auf "alle Daten".

    • @tomtiger

      greg79, vor 343 Tagen, 5 Stunden, 42 Minuten

      Ob die gesammelten Daten ausgewertet werden oder nicht, ob der Staat also nur "hinhört" oder auch "zuhört", tut nicht allzu viel zur Sache. Alleine, dass du keinerlei Einfluss mehr darauf hast, was mit den von dir generierten Daten passiert, wer sie auswertet oder - interessensgeleitet - VERwertet, sollte auch dich nachdenklich stimmen. Es geht aber AUCH um das bloße Bewusstsein, dass theoretisch jede deiner digitalen Spuren zurück verfolgt werden kann, und dass dadurch wichtige wirtschaftliche und demokratiepolitische Prozesse gehemmt werden (neue Ideen, über die man sich vielleicht nicht zu schreiben / reden traut, Innovationen, Kritik etc...).

      Wenn im BEDARFSFALL alles, was du gesagt und geschrieben hast und wohin du gesurft bist, gegen dich verwendet werden kann, verliert das Argument einer gezielten Ermittlung jede Bedeutung. Deine Daten müssen ja nicht SOFORT verwertet werden. Abgesehen davon können auch im digitalen Zeitalter Missverständnisse oder Pannen dazu führen, dass du dich mit Verdächtigungen konfrontiert siehst, die aufgrund unwiderlegbarer Beweise nicht zu entkräften sind.

    • An Greg:

      tomtiger, vor 343 Tagen, 2 Stunden, 57 Minuten

      Jaja, da hast Du durchaus recht!

      Aber das ist kein "Generalverdacht"!

      Das ist im Prinzip nur ein großes Wort, das nur einen Zweck hat: Demjenigen, der es nutzt, Publicity zu bringen.

      Mit einer seriösen Beschäftigung mit dem Thema hat es nix zu tun. Der Datenschutz ist zu wichtig, um als Instrument für den Geltungsdrang weniger zu dienen.

      Deine Kritik teile ich durchaus, aber nur dann, wenn Du sie mit vernünftigen Argumenten darlegst, und nicht große Phrasen drischt.