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Streit über Software-Stabilität beim E-Voting

DEMOKRATIE
19.03.2009|14:56

Wahladministrationssystem kurzzeitig nicht verfügbar

In dieser Woche haben erste öffentliche Testläufe des E-Voting-Systems stattgefunden, das bei der kommenden Wahl zur Hochschülerschaft (ÖH) im Mai erstmals zum Einsatz kommen wird. Am Mittwoch konnten an der Wirtschaftsuniversität (WU) in Wien und der Uni Leoben Studenten die elektronische Stimmenabgabe testen, am Dienstag wurden Vertreter der Wahlkommissionen "eingeschult". Dabei kam es laut ÖH-Vertretern der Technischen Uni (TU) Graz zu technischen Problemen, sie forderten Wissenschaftsminister Johannes Hahn (ÖVP) erneut auf, er solle "den E-Voting-Alptraum beenden".

"System instabil"

Rund 50 Mitglieder der Wahlkommissionen der verschiedenen Universitäten - sie sind zuständig für Durchführung der Wahl und Mandatszuweisungen - wurden am Dienstag im Bundesrechenzentrum (BRZ) in das System eingeführt und konnten es auch testen. Dabei soll es laut der ÖH der TU Graz zu "Programmabstürzen" gekommen sein - für die Studentenvertreter ein Beweis, "dass das Programm instabil ist", wie es am Donnerstag in einer Aussendung hieß.

Von einem Absturz will eine der Teilnehmerinnen der Veranstaltung hingegen nicht sprechen, das System sei lediglich "für fünf Minuten nicht funktionsfähig gewesen". Bernhard Varga, Leiter der bundesweiten Wahlkommission, berichtet überhaupt nur von "Koordinationsproblemen": Da mehr Teilnehmer als erwartet gekommen seien, habe es Probleme bei der Zuteilung von Computern und sicheren Leitungen gegeben. Laut einem Bericht der Tageszeitung "Die Presse" (Donnerstag-Ausgabe) soll es auch beim Testlauf an der WU Wien Probleme mit der Verbindung zum BRZ gegeben haben, die erst nach einer Stunde behoben werden konnten.

E-Voting-Backend nicht betroffen

Auf Anfrage von ORF.at sagte Robert Krimmer, der das Wissenschaftsministerium in E-Voting-Fragen berät, dass der Ausfall in Graz nicht das E-Voting-Backend betroffen habe, das von Scytl und dem Bundesrechenzentrum betrieben wird.

Die besagte Schulung habe sich auf eine andere Komponente bezogen, und zwar das Wahladministrationssystem, das es den Wahlkommissionen ermöglicht, die administrativen Abläufe im Rahmen der gesamten Wahl (E-Voting und Papierwahl) via Computer zu managen. Die Störung, auf die die ÖH hingewiesen habe, sei auf eine organisatorische Umstellung zurückzuführen, die während der Schulung zu einer "Nichtverfügbarkeit von einigen wenigen Minuten" geführt habe, so Krimmer.

Zertifizierung im Gang

Im Wissenschaftsministerium räumt man gegenüber der APA ein, dass es zwar zu Beginn Verzögerungen gegeben habe, was beim ersten Ausprobieren allerdings nicht ungewöhnlich sei. "Wichtig war, dass während der vierstündigen Tests nichts Ungewöhnliches passiert ist und die Leitung stabil geblieben ist." Ziel der Aktion war laut Hahns Sprecher, die Oberfläche des Programms auf Nutzerfreundlichkeit zu testen.

Dass das System instabil sein könnte, schloss auch Varga aus. "Wenn das System nicht sicher und stabil ist, wird es nicht zertifiziert", so Varga. Die zuständigen Prüfer vom Zentrum für sichere Innovationstechnologie (A-SIT) seien auch bei den Testwahlen an den beiden Unis dabei gewesen. "Gerade wegen der Befürchtung, dass die Wahl angefochten werden könnte, sind alle Betroffenen interessiert, das System wirklich wasserdicht zu machen", betonte Varga. Die Zertifizierung der E-Voting-Software durch die A-SIT muss bis 27. März erfolgen. Die Wahladministrationssoftware dagegen muss nicht zertifiziert werden.

Die Wahl zur Österreichischen Hochschülerschaft (ÖH) findet heuer von 26. bis 28. Mai statt. In der Woche davor, vom 18. bis 22. Mai, wird es erstmals bei einer politischen Wahl in Österreich die Möglichkeit des E-Votings geben, die Studenten können ihre Stimme per Internet abgeben.

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(APA/futurezone)

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Forum

 
  • evoting

    jemniak, vor 326 Tagen, 10 Stunden, 56 Minuten

    funktioniert nur mit lochkartenrechnern

    • tauceti, vor 326 Tagen, 9 Stunden, 23 Minuten

      die rechts-rechten übertreffen einander wieder...

  • bewo2003, vor 327 Tagen, 1 Stunde, 40 Minuten

    da die öh-wahl bedeutungslos ist bietet sie ein praktisches szenario, um e-voting zu testen und um erfahrungen zu sammeln.

    • Versuch einer Übersetzung

      tantejutta, vor 326 Tagen, 23 Stunden, 32 Minuten

      Da Demokratie eh bedeutungslos ist, tun wir damit ein bisserl Beta-Testen, um Erfahrung zu sammeln. Erfahrung für was?

      Wie man das seit Jahrzehnten bewährte, billige, schnelle, effiziente und dabei niemals der Manipulation verdächtigte System der Papierwahl durch ein anderes System ersetzt.

  • angeblich..

    stilicho, vor 327 Tagen, 2 Stunden, 10 Minuten

    werden die öh wahlen eh von den linken manipuliert...is ja auch schon wurscht ob die manipulation digital oder analog passiert.

    • tauceti, vor 327 Tagen, 1 Stunde, 17 Minuten

      selten so viel Schwachsinn in so wenigen Zeilen gelesen.

  • E-Voting kommt um viele Jahre zu früh

    kleeklee, vor 327 Tagen, 3 Stunden, 9 Minuten

    Ich würde mich selbst schlicht als absoluten E-Freak bezeichnen, ein unreifes E-Voting jetzt in die Gesellschaft reinzudrücken erzeugt derzeit viel mehr Schaden als es einem Österreichischem IKT Aufbruch nützt.

    heise.de meint dazu,
    Zitat:
    Wer garantiert die korrekte Funktion des Programms unter allen Umständen? Welcher Wahlvorstand ist in der Lage, die Prüfsumme des eingesetzten Programms abzugleichen? Wer schraubt das Gerät auf und sieht nach, ob die Siegel noch auf den EPROMs sitzen? Wer prüft Siegel und Plomben nicht nur auf Vorhandensein, sondern auch auf Echtheit? Wer bewacht die Geräte in den langen Zeiträumen zwischen den Wahlen? Wer also kann mit Bestimmtheit sagen, dass alles mit rechten Dingen zuging? Die Verfassungsrichter kamen zu dem Schluss, dass Kontrolle und Nachprüfbarkeit so nicht möglich seien. Bei den Diskutanten in den Heise-News-Foren ist diese Ansicht schon seit Jahren Konsens.

    http://www.heise.de/ct/editorial/09/07/

  • solche freaks...

    kingkong69, vor 327 Tagen, 4 Stunden, 6 Minuten

    ...können so was nicht beurteilen.
    öh-wahlvertreter-sprich ewige studenten haben doch keine tau , nicht einmal vom richtigen leben.
    also was wollen die beurteilen?
    die nutzen doch nur alle aus!

    • Der Name triffts...

      xxsuddendeathxx, vor 327 Tagen, 2 Stunden, 55 Minuten

      Also ich stelle mal Ihre Kompetenz sowohl im Bezug auf die Urteilsfähigkeit über Studenten, als auch ihr Know-How in Securitybelangen in Frage - zumindest erweckt Ihr Beitrag nicht den Eindruck, als ob Sie eine Universität schon mal von innen gesehen hätten - klingt ein klein wenig nach "Bildungsneid"?

      Aber Ihre Konsequenz ist beeindruckend - sowohl ihr Beitrag als auch ihr Nickname sind ziemlich affig!

  • Vollkoffern

    xderskalarvonperlx, vor 327 Tagen, 4 Stunden, 23 Minuten

    fällt die Admin-SW aus, ist das System als ausgefallen zu bezeichnen! Immerhin ists dann nicht kontrollierbar. Wahrscheinlich war man aber nur zu blöd, sich einzuloggen. Dann wirds geheißen haben: "Schauts, da blinkt so a Stricherl und es geht nix weiter!"

    • tauceti, vor 327 Tagen, 4 Stunden, 18 Minuten

      Wahrscheinlich taugt die Admin-Software nicht zur Kontrolle. Wie sonst ist es zu erklären, dass die nicht zertifiziert werden muss.

      Aber wozu dann überhaupt?

    • häh?

      xderskalarvonperlx, vor 326 Tagen, 22 Stunden, 33 Minuten

      was soll das für ne Admin-SW sein, wenn die nix zur Kontrolle taugt dann.

    • tauceti, vor 326 Tagen, 20 Stunden, 8 Minuten

      Exakt das ist der Widerspruch.
      Entweder es ist etwas wichtiges, so etwas wie eine Benutzerverwaltung für das Wahlsystem, dann gehört's zertifiziert. Oder es dient nur zur Pizza-Bestellung (was ich nicht glaube), dann gehört's dort gar nicht hin.

    • also

      xderskalarvonperlx, vor 325 Tagen, 4 Stunden, 6 Minuten

      mir is die Pizza ehrlich gesagt wichtiger.

  • E-Voting ist unsicher

    ferrum, vor 327 Tagen, 4 Stunden, 28 Minuten

    Wenn es der CCC schafft, Wahlcomputer zum Schachspielen zu bewegen, wenn der deutsche Verfassungsgerichtshof Wahlcomputer als unsicher einstuft, dann kann mir niemand erklären, daß E-Voting eine sichere Angelegenheit ist.

    Im Gegenteil, es ist der sicherste Weg die Glaubwürdigkeit einer Demokratie zu untergraben.

    www.papierwahl.at

  • E-Voting ist doch völlig sinnlos

    darling, vor 327 Tagen, 5 Stunden, 20 Minuten

    Jedem mündigen Bürger müßte E-Voting vollkommen gegen den Strich gehen. Niemand kann überprüfen ob der Quellcode der zur Zertifizierung ging auch tatsächlich installiert wurde, ob das System nicht manipuliert wurde und verstehen wie es funktioniert tun sowieso nur die wenigsten. Der gute alte Zettel ist ein einfaches sicheres und für jeden Bürger überprüfbares Mittel um geheim und nachvollziehbar seine Stimme abzugeben. Warum müssen wir bei jedem Schwachsinn vorreiter sein? Die Deutschen haben e-Voting bereits verboten weil es nicht den Grundsätzen entspricht. Selbst Computerexperten raten von so einem Schwachsinn ab.

    • "einfaches und für jeden Bürger überprüfbares Mittel"?

      euripides, vor 327 Tagen, 5 Stunden, 17 Minuten

      Für jeden Bürger? Auch für Analphabeten oder für Leute, die nur bis 10 zählen können?

    • tauceti, vor 327 Tagen, 4 Stunden, 59 Minuten

      Wieviele sind davon betroffen? Wieviele Analphabeten gibt es in Österreich?

      Die müssen sich eben auf die große Mehrheit der Österreicher verlassen.

    • @darling

      underdog, vor 327 Tagen, 4 Stunden, 54 Minuten

      und wer sagt dir, dass dein stimmzettel auch richtig ausgezählt wird? wenn du so misstrauisch bist, fühlst du dich sicher verfolgt.

    • tauceti, vor 327 Tagen, 4 Stunden, 51 Minuten

      underdog, für die Auszählung sorgen die Parteien untereinander, die einander sowieso nicht vertrauen.

      In Deutschland darf übrigens jeder auch bei den Auszählungen zuschauen.

    • @euripides

      thejoe, vor 326 Tagen, 6 Stunden, 29 Minuten

      Also einen Parteinamen kann man sich auch bildlich einprägen, und ein Kreuzerl kann wohl jeder machen der Hände oder Füße hat ..

  • Teilnehmer

    schurl340, vor 327 Tagen, 5 Stunden, 22 Minuten

    Ich war bei dieser Schulung.
    Alle TeilnehmerInnen waren angemeldet. Die Aussage, dass mehr Teilnhemer kamen als erwartet, verstehe ich nicht.
    Dass das System abgestürzt ist, halte ich nicht für gewöhnlich (zur Aussage: "Wichtig war, dass während der vierstündigen Tests nichts Ungewöhnliches passiert ist und die Leitung stabil geblieben ist.")

    • tauceti, vor 327 Tagen, 4 Stunden, 19 Minuten

      Und die Leitungen waren auch nicht immer verfügbar.

    • tauceti, vor 326 Tagen, 19 Stunden, 38 Minuten

      Ob das Backend selbst betroffen ist oder nicht, ist übrigens relativ egal. Es reicht schon, wenn ein Virus oder Trojaner einen Teil der PCs der Wähler manipuliert, sodass entweder nicht gewählt werden kann oder dass eine andere Partei gewählt wird.

      Außerdem: Auf 25% aller PCs ist angeblich über Viren und co ein Keylogger installiert...

    • tauceti, vor 326 Tagen, 19 Stunden, 32 Minuten

      Die Bürgerkartensoftware ist übrigens in der Standardinstallation (die ein Normalnutzer wählen würde) nicht optimal abgesichert (Stand vor ein paar Monaten).

      Die Software lässt auch andere Programme an die Chipkarte ran (kein exklusiver Zugriff) und die PIN-Eingabe ist auch über die Computertastatur anstelle der sicheren Kartenleser-Tastatur zugelassen.

      Wenn ich mich richtig erinnere, dann ist für die Wahl vorgesehen, dass die interessierten Studenten mit einfachen Kartenlesern ausgestattet werden, die weder Pinpad noch Display besitzen. Mit solchen simplen Kartenlesern sollte man höchstens den Quick Saldo auf der Karte auslesen oder mit einem Adapter eine SIM-Karte auslesen, aber keinesfalls e-Banking, geschweige denn e-Voting betreiben.