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Commodore VC-20 im Technischen Museum Wien

Wie man Computer abspeichert

GESCHICHTE
11.04.2009|06:00

Das Technische Museum Wien wird in diesem Sommer 100 Jahre alt. Während das Museum kein Problem damit hat, ganze Lokomotiven, Flugzeuge und einen riesigen Eisenschmelzofen zu sammeln, stellt die Digitaltechnik die Kuratoren vor ganz neue Herausforderungen. ORF.at sprach mit dem Verantwortlichen für die Medientechniksammlung des Museums und traf dabei viele alte Bekannte.

Eingangsbereich des Technischen Museums Wien
Das Technische Museum Wien wird am 20. Juni 100 Jahre alt. Bis zum 21. Juni läuft im Museum eine Jubiläumsausstellung, in der seine Geschichte thematisiert wird.

Manchmal ist das Leben doch gerecht. Denn im Technischen Museum Wien (TMW) steht für jede Generation von Geeks eine eigene Vitrine des Schreckens bereit. Beschleicht den Mittdreißiger angesichts der musealisierten Heimcomputer aus den 1980er Jahren schon ein recht konkretes Gefühl von Sterblichkeit, so muss sich auch ein 18-Jähriger verdammt alt vorkommen, wenn er das angesagte Mobiltelefon von letzter Saison sorgfältig annotiert als Museumsstück hinter Glas wiederfindet.

Die Digitalisierung der Medientechnik hat alle Abläufe beschleunigt, mit der sie in Berührung gekommen ist. Viele Produkte sind bereits museumsreif, wenn sie auf den Markt kommen, denn spätestens dann hat irgendein Gadget-Blog schon das Nachfolgegerät ausgeplaudert. Zudem wird es schwieriger, im Gewimmel der Trends und Technologien noch diejenigen auszumachen, die tatsächlich relevant sind. ORF.at sprach mit Otmar Moritsch, der die Sammlung Informations- und Kommunikationstechnik des TMW verwaltet, über den Umgang mit den antiken Maschinen von heute.

Otmar Moritsch in der Medienausstellung des Technischen Museums Wien

Zur Person:

Otmar Moritsch ist Bereichsleiter für die Ausstellung medien.welten, die 2003 am Technischen Museum Wien eröffnet wurde. Der Physiker zeichnet auch verantwortlich für die Sammlung Informations- und Kommunikationstechnik des Museums.

ORF.at: Herr Moritsch, wie sammelt das Technische Museum Wien Computer?

Otmar Moritsch: Wir sind kein Fachmuseum für Computer oder Software. Unsere Ausstellung medien.welten beschäftigt sich mit der Entwicklung des Mediensystems. Wir haben hier mit einem ganzheitlichen Ansatz gearbeitet, um zu zeigen, wie die Entwicklungen im Medienbereich in den letzten 200 bis 300 Jahren vonstattengegangen sind. Wir haben versucht, die Mediengeschichte auf ihre zwei Fundamentalprinzipien herunterzubrechen, nämlich Speichern und Übermitteln. Auf der einen Seite der Ausstellung zeigen wir daher die Geschichte der Übermittlungsmedien, auf der anderen Seite die Geschichte der Speichermedien. Das Ganze lassen wir, auch im Hinblick auf die Geschichte, in Richtung der Gegenwart konvergieren, das heißt, die beiden Seitenstränge wachsen auch räumlich in der Mitte zusammen. Damit zeigen wir die technische Konvergenz, die vor allem in den letzten 50 Jahren durch die Digitalisierung stattgefunden hat.

Besucher im Technischen Museum Wien
Drei Rechnergenerationen: Moderner PC mit Internet-Zugang (vorne), Minicomputer PDP-11 (links), Mailüfterl (hinten, grün)

ORF.at: Man sieht hier zuallererst Fotoapparate, Druckmaschinen, wunderbare analoge Geräte. Doch wie kann man Computer museal aufbereiten?

Moritsch: Grundsätzlich haben wir im Technischen Museum den Auftrag, eine Sammlung zur Technikgeschichte zu erstellen, zu bewahren und zu dokumentieren. So gesehen gehören auch die neuen Medien zum Sammlungsauftrag des Museums. Wir stehen dabei vor der Schwierigkeit, dass wir zu den digitalen Medien aus geschichtlicher Perspektive noch sehr wenig Abstand haben. Daher können wir bei neueren Entwicklungen nicht einfach bewerten, was im Lauf der Geschichte mehr oder weniger Bedeutung haben wird.

Auf der anderen Seite haftet diesen Geräten ein neues Wesen an, es gibt da eine Immaterialität, die ihnen innewohnt. Wenn man das berücksichtigt, dann hat man eine neue Art von Sammlungsgegenstand. Man hat das in den letzten Jahren bei den digitalen Fotos gesehen. Die Gewohnheit, dass ich ein analoges Speichermedium zur Verfügung habe, wie beispielsweise eine analoge Fotografie, die hundert Jahre in einem Archiv liegen kann und auf ihre wissenschaftliche Bearbeitung wartet, lässt sich mit den digitalen Fotografien nicht eins zu eins weiterführen. Da braucht man ein anderes System. Unmengen von digitalen Fotos sind niemals ausgedruckt worden. Das muss man verwalten und abrufbar halten. Dazu braucht man eine neue Infrastruktur. Es reicht nicht mehr, ein herkömmliches Archiv zu haben, man braucht Server, Datenträger und so weiter.

Mechanische Rechenmaschine des Antonius Braun von 1727
Rechenmaschine des Antonius Braun. Wien, 1727

ORF.at: Da stellt sich das Problem der Haltbarkeit.

Moritsch: Natürlich hat man auch bei einer Druckmaschine aus dem 17. Jahrhundert keine Gewähr, dass sie in 200 Jahren noch betriebsbereit sein wird. Insgesamt können solche Maschinen bei guter Pflege aber schon mehrere Jahrhunderte lang gut funktionieren. Wohingegen Maschinen, die 50 Jahre alt sind und elektronische Komponenten haben, nur mehr schwer in Betrieb zu halten sind, weil die Bauteile so schnell veralten. Sie können kaputtgehen und dann vielleicht nicht mehr ersetzt werden. Der Aufwand, eine Maschine mit elektronischen Komponenten nach 50 Jahren weiterhin betriebsbereit zu halten, ist ungleich größer als der bei einer mechanischen Maschine, etwa bei einer alten Dampfmaschine.

ORF.at: Von der Software ganz zu schweigen.

Moritsch: Heute haben wir den Computer als Universalmaschine, die auch in Druckern und Kameras steckt oder auch als Fertigungsgerät erscheinen kann. Diese Universalmaschine ist wiederum von der Software abhängig. Die Maschine ist im Prinzip immer die gleiche. Es reicht nicht mehr, nur den PC in die Sammlung zu nehmen. Man muss unterscheiden: Es könnte der PC eines Grafikers sein oder ein Rechner, der eine Fertigungsanlage steuert. Das hängt von der Software ab, die darauf läuft.

ORF.at: Auch das Tempo der Innovationen hat sich stark beschleunigt. Welche Kriterien legen Sie an, wenn Sie Geräte sammeln?

Moritsch: Wir versuchen, die Hardware in der Mediensammlung aus Sicht des Endkonsumenten zu betrachten. Wir wollen Geräte sammeln, die Teil des Alltagslebens sind. Professionelle Geräte und Produktionsgeräte, die bei Firmen im Backoffice eingesetzt werden, sind für uns weniger relevant, weil sie für die meisten Leute auch immer unscheinbarer werden. Eine alte Dampfmaschine hat auch nicht jeder gehabt, sie kann aber von jedermann verstanden werden. Es ist offensichtlich, wie diese Maschine funktioniert. Bei einem Computer ist es nicht mehr der Fall. Da ist aus der äußeren Erscheinung nicht mehr abzuleiten, zu welchem Zweck er genau dient. Das wissen wir bei den heutigen Mediengegenständen auch nicht unbedingt, aber wir haben gelernt, wie wir mit ihnen umgehen können, und daher wissen die Besucher, worum es sich dabei handelt.

Deshalb konzentrieren wir uns auf diesen Alltagssektor. Dabei gibt es auch viele Zufallsfunde. Wir können da nicht immer strategisch sammeln und jedes Betriebssystem in die Vitrine stellen, das herauskommt. Manche Dinge sind so flüchtig, dass sie ein paar Wochen nach Erscheinen wieder verschwinden. Aber diesen Vollständigkeitsanspruch hat es nie gegeben. Die Museen werden immer nur einen Teil aufheben können. Und der Rest wird verschwinden. Das wird auch bei der Digitaltechnik so sein.

Österreichischer Bildschirmtextcomputer Mupid
Der österreichische Bildschirmtext-Computer Mupid, 1983

ORF.at: Das heißt, Sie haben hier irgendwo einen Mupid stehen, weil das ein Alltagsgerät war ...

Moritsch: Ja, den haben wir.

ORF.at: ... aber Sie haben keine PDP-10.

Moritsch: Wir haben eine PDP-11!

Computervitrine im Technischen Museum Wien
Ahnenreihe der Bürotechnik

ORF.at: Also doch! Heimcomputer aus den 1980ern sind auf Auktionsplattformen im Netz wahrscheinlich billiger zu haben als schrankgroße "Minicomputer" aus den 1970ern.

Moritsch: Wir versuchen, antizipativ zu sammeln. Wir sagen, jetzt ist es billiger, einen C-64 im Netz zu ersteigern, als in 30 Jahren einen aufzutreiben, wenn alle vom Markt verschwunden sein werden. Da müssen wir abwägen. Es ist nicht wirtschaftlich, immer das neueste Gerät zu kaufen, wenn es am Markt erscheint. Die Geschichte wird ja erst zeigen, welche Bedeutung es haben wird. Wir sind da pragmatisch. Wenn die Leute alte Geräte aus ihrem Haushalt entsorgen, dann kommen auch viele hierher und fragen uns, ob wir etwas damit anfangen können. Insofern ist es nicht gar so kostenintensiv, neuere Medientechnik zu sammeln.

ORF.at: In Österreich beginnen Smartphones zunehmend die Rolle des Computers als Endgeräte für die Mediennutzung zu übernehmen. Müssen Sie auch Handys sammeln?

Moritsch: Wir sammeln auch Telefone und selbstverständlich Handys. Es gibt aber keine enge Strategie auf diesem Gebiet, die man bis zur letzten Konsequenz verfolgen kann. Beim Sammeln kommen Zufall und Systematik zusammen. Ich versuche auch, hier rückblickend festzustellen, welche Geräte wichtig waren. Der Nokia Communicator war zum Beispiel ein sehr erfolgreiches Gerät mit integrierter Tastatur. Darum war er wichtig, also stellen wir ihn aus. Oder wir haben es mit einem Standard wie UMTS zu tun, der dann wieder neue Dienste ermöglicht, also beschaffen wir auch hier ein Endgerät. Aber eine Systematik aufzubauen, das geht nicht. Wir wissen ja nicht, welche Relevanz ein Gerät in den nächsten Jahren haben wird.

Gadgets der frühen 2000er Jahre im Technischen Museum Wien
Eingesargt: Die Gadgets von gestern

ORF.at: Aber Sie sammeln in dem Wissen, dass die Geräte schon in naher Zukunft nicht mehr funktionieren werden.

Moritsch: Eine Dampfmaschine kann man nach ein paar hundert Jahren auch noch in Betrieb nehmen. Einen mechanischen Fotoapparat nach 100 Jahren vielleicht auch noch - wenn es dann noch Filme gibt. Eine Digitalkamera der 1990er Jahre werde ich in 20 Jahren wahrscheinlich nicht mehr in Betrieb nehmen können, weil sie bei einem kleinen Defekt irreparabel sein wird. Das heißt, der Zeitrahmen, in dem ein Gerät funktioniert, wird immer knapper. Ein PC hält durchschnittlich vier bis fünf Jahre. Bei PCs kann man wenigstens noch defekte Einheitskomponenten austauschen, aber grundsätzlich ist die Maschine schnell irreparabel.

Das kommt daher, dass auch die Integration der Komponenten sehr weit fortgeschritten ist. Ein Mitarbeiter von uns hat eine Ausbildung zum Radio- und Fernsehmechaniker gemacht. Er kann alte TV-Geräte noch reparieren, wenn er einen Schaltplan zur Verfügung hat. Damals war vieles auf Einzelbauteilen aufgebaut, eine Reparatur war noch wirtschaftlich. Heute werden immer größere Komponenten ausgetauscht. Bei einem Handy ist ein Austausch billiger als eine Reparatur.

ORF.at: Als Konsument hat man ja den Eindruck, dass die Qualität der Bauteile in jüngerer Zeit stark gesunken ist.

Moritsch: Auch die meisten analogen Geräte in unserem Museum sind nicht mehr in Betrieb zu nehmen. Der Aufwand steht nicht dafür, alles in betriebsfähigem Zustand zu halten. Der Unterschied besteht aber auch im Charakter der Objekte. Wenn ich diese Kamera da drüben anschaue, die sagt schon alles, was sie ist, nämlich eine Filmkamera. Sie strahlt alles aus, was Film ausmacht. Wenn ich heute eine Webcam betrachte, dann sehe ich vielleicht noch eine Linse, aber das, was sie kann, kann ich daraus nicht mehr unmittelbar ablesen. Diese universellen Formen, die entstehen, bis hin zum Handy, das ja heute alles ist - MP3-Player, Telefon, Fotoapparat und Videokamera in einem -, da kann ich von außen nicht mehr erkennen, was das Gerät genau kann und was nicht. Die Form repräsentiert nicht mehr die Funktion.

ORF.at: Was bedeutet das für unsere Gesellschaft?

Moritsch: Ich glaube, dass die Medien in der Vergangenheit auch nicht so stabil und haltbar waren. Das interpretieren wir heute in sie hinein. Das heißt, ein Zuschauer in den 1950er Jahren ist auch nicht davon ausgegangen, dass die Sendungen, die er sieht, in 50 Jahren noch verfügbar sein werden. Trotzdem haben wir Fernseharchive, die Ausschnitte aus der Anfangszeit des Fernsehens nach wie vor abrufbar haben. Natürlich ist nicht alles, was jemals gesendet worden ist, in den Archiven verfügbar. Bei manchen Sendungen ist das auch sicher kein Nachteil.

Cinematograph der Gebrüder Lumiere im Technischen Museum Wien
Cinematograph der Gebrüder Lumiere

ORF.at: Welche Objekte finden Sie besonders interessant?

Moritsch: Ich bin kein Historiker, sondern ich bin Techniker. Das bestimmt natürlich auch meine Sichtweise auf die Sammlung. Was mich sehr fasziniert, ist diese Einfachheit und Schlichtheit der Filmkamera der Gebrüder Lumiere. Hier ist die technische Konstruktion simpel und klar. Man hat eine Holzbox. Dann hat man eine Linse, eine einfache Kurbelmechanik und eine Rolle, um den Film einzuspannen. Das war es dann auch schon. Man spult mit der Hand eine lichtempfindliche Filmrolle vor dem Objektiv ab und zeichnet Bewegtbilder auf.

Dieselbe Maschine funktioniert auch in anderer Richtung, nämlich als Projektor. Da legt man einen belichteten und entwickelten Film ein, ersetzt das Aufnahmeobjektiv durch eine Projektionsoptik, stellt eine Lichtquelle dahinter und spielt den Film durch Kurbeln ab. Und das ist eigentlich alles, was Kino ausmacht - abgesehen vom Ton natürlich. Und diese Schlichtheit dieser kleinen Holzbox, die finde ich schon sehr imposant. Da sieht man, wie Prinzipien technisch auf den Punkt gebracht werden.

Schrankgroßer Röhrenanalogrechner von Telefunken aus dem Jahr 1953
Röhrenanalogrechner von Telefunken, 1953

Vielleicht gehen wir noch zu den neueren Dingen. Bei den Rechnern haben wir versucht, zumindest die Größenverhältnisse der verschiedenen Computergenerationen exemplarisch aufzuzeigen. Vom Relaisrechner, von einer Zuse, die noch ein elektromechanisches Bauteil als zentrale Komponente verwendet, zu den Röhrenrechnern wie der Univac von Remington Rand. Diese Geräte kamen nach dem Zweiten Weltkrieg auf.

Nahaufnahme des Ferritkernspeichers des österreichischen Computers Mailüfterl
Handarbeit: Ferritkernspeicher des Mailüfterls

Dann haben wir noch ein klassisches Gerät aus Österreich, das Mailüfterl. Das war ein Transistorrechner aus den späten 1950er Jahren, den Professor Zemanek an der TU Wien gebaut hat, als Prototyp. Hier sieht man noch in den Rechner hinein. Das RAM des Mailüfterls ist ein händisch aufgefädelter Kernspeicher, die schachbrettähnliche Anordnung der Lese- und Schreibdrähte. Und je nachdem, wo der Strom fließt, kann man diese kleinen Kerne magnetisieren oder entmagnetisieren und damit Informationen verarbeiten. Die vierte Generation wird von der PDP-11 verkörpert. Da stecken schon integrierte Schaltkreise drin, die Maschine lässt sich modular erweitern.

ORF.at: Und da hinten ist die große Wandvitrine, in der die Konsumgeräte zu sehen sind.

Moritsch: Die ist mir sehr wichtig. Das ist unser Schaufenster der letzten 50 Jahre. Da geht es nicht darum, ein spezifisches Exponat herauszunehmen, sondern einen Querschnitt durch 50 Jahre Entwicklung von Endgeräten zu zeigen. Das ist auch etwas sehr Persönliches. Die meisten Menschen, die vorbeikommen und sich dieses Schaufenster ansehen, finden darin ein Gerät wieder, von dem sie sagen: Das hab' ich ja auch mal gehabt. Das war mein erstes Radio oder mein erster PC. Wir haben natürlich auch Geräte aus der Gegenwart. Da kommen dann die Kids rein und sagen: Schau! Mein Handy ist auch schon im Museum.

ORF.at: Schneller musealisiert, als einem lieb ist.

Moritsch: Hier in der Mitte des Schaufensters sind Geräte aus der Gegenwart, na ja, aus der Zeit um 2003, als die Ausstellung eröffnet worden ist. Da findet man auch einen PC und prototypische Geräte wie dieses Radio mit eingebautem Streaming-Client.

Apple IIc und IBM-PC im Technischen Museum Wien
Alte Freunde hinter Glas: Commodore PET, Apple II Europlus, IBM PC

ORF.at: Die alten Handys sind ziemlich große Knochen. Von wegen "MicroTac".

Moritsch: Das ist ein Motorola von 1994. Das sind schon andere Dimensionen als heute. Das Schaufenster zeigt recht gut, wie schnell die Entwicklung auf diesem Gebiet vonstattengegangen ist und wie stark die Medientechnik durch die Computer dominiert wird.

Spielekassette Hell Driver für Commodore VC-20

ORF.at: Die alten Heimcomputer sind auch da.

Moritsch: Wir haben auch futuristisch anmutende Geräte wie den Commodore da oben. Der PET 2001 könnte wirklich aus "Odyssee im Weltraum" stammen. Hier haben wir den originalen IBM-PC, den Ur-PC von 1981. Davor steht noch der Altair 8800, der als Bausatz angeboten worden ist. Das ist eine seltene Maschine, die in den 1970er Jahren von einem Menschen zusammengebaut worden ist, der besondere Bauteile dafür verwendet hat. Diese Maschine ist daher heute noch betriebsfähig. Wir schalten sie manchmal noch ein.

MITS Altair 8800 im Technischen Museum Wien

ORF.at: Für den Altair hat Bill Gates sein erstes Stück kommerzielle Software geschrieben.

Moritsch: Genau. Einen BASIC-Interpreter.

ORF.at: Sie haben auch virtuelle Maschinen.

Moritsch: Hier ist ein Terminal für die Besucher, in dem wir Emulatoren einsetzen. Wir haben sie zur Darstellung historischer Computerspiele verwendet. Für die 1970er Jahre finden Sie hier beispielsweise "Space Invaders". Die deutsche Chiffriermaschine Enigma aus dem Zweiten Weltkrieg haben wir als 3-D-Computermodell nachgebildet, damit Besucher ihre Funktionsweise nachvollziehen können. Das Gerät steht im Original daneben, aber hinter Glas. Im Computer kann man jedoch die Enigma erforschen und erfahren, wie sie funktioniert.

Chiffriermaschine Enigma im Technischen Museum Wien
Die Enigma im Technischen Museum Wien

ORF.at: Früher waren Museen auch an den nationalen Entwicklungen orientiert. Kann man heute noch österreichische Computer sammeln?

Moritsch: Die Entwicklung läuft heute international, etwa auf europäischer Ebene wie beim Navigationssystem Galileo. Diese Projekte sind zu teuer, als dass sie noch von einem EU-Land allein finanziert werden könnten.

(futurezone/Günter Hack)

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Forum

 
  • Insofern kann man den Entwicklern von

    nerdman, vor 301 Tagen, 9 Stunden, 24 Minuten

    Emulatoren, wie sie z.B bei MAME zu finden sind, gar nicht genug danken. Was die leisten ist schier unglaublich. Mit welcher Akribie sie ans werk gehen und alles emulieren was nicht verschlüsselt ist, stellt vieles aus dem Bereich in den Schatten. Ich sammle selbst alte Arcades und Flipper und weiss das spätestens in ein paar Jahrzehnten die dinger nicht mehr rettbar sind weil entweder Bauteile nicht mehr verfügbar sind oder keiner mehr das Wissen hat, die Sachen zu reparieren. Umso mehr schätze ich eben solche Projekte wie Mame und ähnliches!

  • Nicht für die Ewigkeit gebaut

    pc104, vor 304 Tagen, 1 Stunde, 24 Minuten

    Lokomotiven, Schmelzöfen usw. wurden dafür gebaut langlebig zu sein. So 'ne Lok sollte schließlich ein paar Jahre oder Jahrzehnte halten, auch unter widrigen Umständen, den Elementen ausgesetzt und von Mitarbeitern die unter Zeitdruck stehen bedient.

    Computer wurden gebaut um vielleicht 3 oder 5 Jahre zu überleben. Danach sind's eh auszumustern und durch neue Modelle zu ersetzen.

    Dass es leichter ist, Geräte zu erhalten die gebaut wurden lange zu halten, dürfte einleuchten, oder?

    • tauceti, vor 304 Tagen, 43 Minuten

      Der User neuezeit hat das anders beobachtet. Ich zitiere:

      "wenns mit den computern
      neuezeit, vor 10 Stunden, 45 Minuten

      gleich sorgsam umgehn wie mit den im gleich ersten absatz erwähnten lokomotiven, na dann gute nacht. dann sind in zehn jahren alle metallteile verrostet und die kabel von mäusen zerbissen..."

    • solala, vor 304 Tagen, 40 Minuten

      Paar Jahrzente, ich glaub die WL haben ein Wagon der den 100schon hinter sich hat, und noch immer als Bauwagen im Einsatz ist...

      Computer sind's richtiger weise nicht, man wird das Zeitaltr verfluchen wie die Pest in 500 Jahren, da weis man über die Römer mehr als über uns heute...

      Außer vieleicht, das wir so altmodisch waren, und alles in Wegwerfverpackungen kauften, die Müllberge werden wohl auch in 2000 Jahre noch Zeugnis der dümmsten Zeitgeschichte der Menschheit wiedergeben...

    • Daten für die Ewigkeit sichern ;-)

      tauceti, vor 303 Tagen, 23 Stunden, 44 Minuten

      Ich habe ja schon mal scherzhaft gesagt, man müsste einen Steinmeißel-Roboter bauen, mit dem man wichtige Daten in Stein meißeln kann. Achtung, nicht viel mehr als 1 Bit auf 2 bis 4 Quadratzentimeter - wegen der Verwitterung ;-)
      Am besten als lesbarer Text und Grafiken ebenfalls "im Klartext" als Relief.

      Die Archivierung für 100 oder 200 Jahre über Mikrofilm und die echte Langzeitarchivierung über Jahrtausende in Stein gemeißelt ;-)

      Es gibt nur leider keine Garantie, dass das wirklich rein mechanisch hält und dass man später noch etwas damit anzufangen weiß (Vandalismus und wechselnde Besitzverhältnisse im laufe der Jahrtausende).

      Über die Lebenszeit der Erde hinaus sind die Daten damit allerdings noch lange nicht sicher. Dazu muss man eine andere Strategie verfolgen - wie z.B. die "Flaschenpost" in den V-ger, pardon Voyager Sonden ;-)

      Allerdings stellt sich dabei die Frage, ob das jemals irgend jemand oder irgend etwas "sehen" wird. Und es gibt "Gerüchte", wonach dieses Universum einmal enden wird - und es soll auch andere Universen geben, in die wir nicht rübersehen können - aber das ist eine andere Geschichte ;)

    • tauceti, vor 303 Tagen, 23 Stunden, 39 Minuten

      Zu den 100-jährigen Eisenbahnwagen: Die laufen nur dann auch heute noch, wenn sie regelmäßig gewartet werden - und wenn sie nach Ablauf der Ausnahmegenehmigung eine neue Abnahme bekommen. Das kann bei alten Dampfloks schon mehrere hunderttausend Euro kosten - nur das Abnahmeverfahren - in Deutschland. Die mussten in den letzten Jahren ein paar Museums-Loks, die von privaten Vereinen für Sonderfahrten betrieben wurden, wegen dieser horrend teuren Abnahmeprozedur stilllegen.

    • muriem, vor 303 Tagen, 23 Stunden, 37 Minuten

      tauceti, also so wichtig sind unsere Daten auch nicht, das wir sie über die Menschheit hinaus ausbewahren müssten, auch heben wir sie ja für zukünftige Generationen von uns auf, und nicht für irgendwelche Außerirdische.

      Als Permanentspeicher gäbe es sicher auch bessere Dinge als Stein wenn man mal drüber nachdenkt... Platin würde zwar länge halten, aber es sollte ja auch wertlos sein... sonst wirds eingeschmolzen..

    • tauceti, vor 303 Tagen, 22 Stunden, 29 Minuten

      Mach dir keine Sorgen. Das mit dem Speichern für die Ewigkeit mit Steinmeißendruckern war nicht wirklich ernst gemeint - und der Rest des Postings war nur noch eine kleine stückweise Steigerung dessen, weil ich es eben noch weiter als eigentlich notwendig zuspitzen wollte.

      In Summe hast du selbstverständlich absolut recht.

    • Das Problem sind nicht nur die Daten,

      c1x111, vor 301 Tagen, 8 Stunden, 28 Minuten

      sondern auch die Datenkodierung. Es nützt mir nichts, von einem Digitalfoto 45AD89FBE... in Stein zu meißeln, wenn ich nicht weiß, wie das wieder dekodiert werden kann. (Dasselbe gilt natürlich auch für Datenträger; was nützt mir heute noch eine Diskette oder eine 5,25-Zoll-MFM-Festplatte mit heißen 20 Megabyte, soferne sie noch funktionieren täten?)

      Da ist es schon besser, die Bilder auszubelichten und das Papier oder Dia aufzubewahren. Oder gleich analog zu fotografieren...

      Oder auf Computerprogramme ausgelegt: Die Sourcecodes auszudrucken und aufzubewahren. Selbstverständlich mit einer genauen Bauanleitung und Schaltplänen des Computers, vom Prozessor angefangen. Macht dann so etwa 500.000 A4-Seiten, um einen heutigen Computer zu beschreiben. Dafür kann ich ihn aber auch in 1000 Jahren noch nachbauen...

  • Passend zum Thema:

    versal, vor 304 Tagen, 2 Stunden, 35 Minuten

    Vom 20. bis 29. April gibt es in der »Graphischen« in Wien eine Ausstellung von Schülern zum Thema »25 Jahre Mac-Designgeschichte« Unter anderem zu sehen: Lisa, eMate, NeXT und 20th Anniversary Macintosh. Eine "Mausparade" sowie die Geschichte des iPod runden die Ausstellung ab, die von Kaja Wostry und Subha Seifert, beide Schülerinnen der Graphischen, gestaltet wurde.

  • Da passt es wie Faust aufs Auge,

    ldir, vor 304 Tagen, 7 Stunden, 19 Minuten

    dass der SPC (Spectrum & SAM Profi Club Köln) wieder eröffnet hat und Mitglieder aufnimmt: http://www.womoteam.de/ Der frühere Leiter hat nämlich einen Gehirnschlag erlitten und ist in Pflege. Es dauerte über ein Jahr bis sich ein Nachfolger gefunden hat.
    Die PDF-Ausgabe des neuen Magazins kann dort heruntergeladen werden (Ziemlich viele News, für so einen alten Computer!).

  • Archivierung von Software

    reflection, vor 304 Tagen, 9 Stunden, 29 Minuten

    Bei den alten 8 u. 16 Bit Computern (PET, VIC 20, Atari 800, Schneider CPC, Amiga, Atari ST) ist die Softwarebibliothek noch recht überschaubar gewesen: Hab z.B. einen Großteil von Atari XL Software auf 2 CD´s (inkl. Emulator), bei den 16 Bit Maschinen füllt es schon einige DVD´s. Problematisch wird es dann, wenn Kopierschutzverfahren eingesetzt wurden (z.B. Hardwaredongle - Cubase beim Atari ST) - bei denen hat man kaum eine Chance, sie Jahre später zum Laufen zu bekommen (abgesehen von gecrackter Software) - gerade bei Cubase, einem Meilenstein für Sequencersoftware ein kleines Drama (wie gesagt, es gibt noch die MCA-Version.). Gänzlich verloren ist alles, das mit Starforce, Securerom, etc als Kopierschutz versehen wurde - diese Software ist schon nach ein paar Jahren gänzlich unbrauchbar, außer die jeweiligen Firmen machen Updates für neue Betriebssysteme, blöd, wenn eine der Firmen in Konkurs geht...

    • Absolut richtig

      ldir, vor 304 Tagen, 7 Stunden, 24 Minuten

      das schlimmste ist wenn aber Software über Internet aktiviert werden muss.
      Hätte es 1982 bei Space Invaders für den ZX Spectrum sowas gegeben, dass man ein Spiel über eine Telefonhotline aktivieren muss, hätte es sich nicht verkauft, und nach spätestens 10 Jahren ist die Hotline abgeschaltet. Deshalb leisten Cracker einen wichtigen Beitrag zur Historie, und sind keine Kriminellen.

    • elek, vor 304 Tagen, 4 Stunden, 22 Minuten

      Amiga hatte 32bit bitteschön!

    • Den "Crackern" ist die Historie

      thedarktower, vor 304 Tagen, 1 Stunde, 44 Minuten

      mit Verlaub Scheiß egal. Es sind, wenn man so will, normale Kriminelle.
      Ich persönlich bin ja der Meinung wenn gewisse Programme "verschwinden" ist es kein großer Verlust.

      Sollte man aber wirklich ein 20 oder 30 Jahre altes Programm noch zum Laufen bringen müssen, kann man es dann immer noch "Cracken".

      Programme gehören IMHO auch nicht in ein (Technik)Museum sondern in eine Bibliothek.

  • zu: Geräte und Produktionsgeräte, die bei Firmen im Backoffice eingesetzt werden

    kleeklee, vor 304 Tagen, 10 Stunden, 40 Minuten

    Hoffentlich hört unser ORF bald mit der Unsitte auf seinen STUDIO Sperrmüll zur puren Selbstdarstellung im technischen Museum abzuladen.

    Nach dem vierten dort entsorgten ORF Studio sollte mal Schluss sein.

    • Die TM Substanz ist gut

      kleeklee, vor 304 Tagen, 10 Stunden, 33 Minuten

      Etwas noch den Austria Bezug raus, und mehr International ausrichten,

      das Schweizer Verkehrshaus in Luzern ist auch so ein abschreckendes Beispiel, genial ist hingegen das neutrale Schweizer TECHNORAMA

      Also ich wünsche mir in unserem Technischen Museum eine Entrümpelungsaktion der nationalen Egoissmen, dafür etwas von Geist der Schweizer Technorama Erlebnisswelt rein, so kann Technologie neben der guten ist Substanz an Sammlungen besser erfahren werden.

    • Simulation

      kleeklee, vor 304 Tagen, 10 Stunden, 28 Minuten

      Bei Geräten welche nicht mehr funktionsfähig sind wäre jeweils ein Art Youtube Video eines solchen Gerätes im Betrieb sowie mit Interview von Zeitzeugen genial.

    • das technorama

      two1zero, vor 304 Tagen, 10 Stunden, 20 Minuten

      ist ja kein technisches museum, sondern eine art labor. ausserdem ists ja eher für kinder, und nicht für erwachsene.
      das beste ist und bleibt das technische museum münchen.

    • tauceti, vor 304 Tagen, 45 Minuten

      Hoffentlich hört unser ORF bald mit der Unsitte auf, den user kleeklee ständig über österreichische Einrichtungen auf das übelste herziehen zu lassen.

      kleeklee ist ein schweizer Wirtschaftstreibender im Internet-Geschäft und so gebärdet er sich auch. Nein, damit würde ich vielen Schweizern unrecht tun. Formulieren wir es so, dass er sich hier absolut rücksichtslos verhält.

  • wenns mit den computern

    neuezeit, vor 304 Tagen, 11 Stunden, 30 Minuten

    gleich sorgsam umgehn wie mit den im gleich ersten absatz erwähnten lokomotiven, na dann gute nacht. dann sind in zehn jahren alle metallteile verrostet und die kabel von mäusen zerbissen...

  • pet, VC20 und C64

    jedi, vor 304 Tagen, 11 Stunden, 58 Minuten

    schon lange nimmer gesehen die dinger....

  • solala, vor 304 Tagen, 13 Stunden,

    Software gehört in die Bibliotheken, ist es doch nichtsanderes als Sprache die Maschienenlesbar ist!

    Die Geräte wiederum die diese Sprachen lesen können, ist aufgabe eines Technisches Museums!

    In Bibliotheken findet man ja ebensowenig die alten Buchdruckmaschienen, allerhöchsten vieleicht als Schmuckstück, und in tech. Musen auch keine Bücher die damit gedruckt wurden, allerhöchsten wiederum Bücher, die die Geräte und funktionalitäten beschreiben!

    • donmartin, vor 304 Tagen, 9 Stunden, 51 Minuten

      Ein Buch kannst halt auch ohne Druckerpresse lesen...

    • solala, vor 304 Tagen, 5 Stunden, 2 Minuten

      Das kannst du mit einem Programm auch, sofern der Quellencode dazu veröffentlicht ist!

      Und ein Buch über den Eifelturm und den Konstruktionsplänen wird wohl auch nur ein Fachkraft lesen können und nur sehr selten einer der nichts davon versteht!

      Detto in der Medizin, da muß man auch nicht ein lebenden Menschen ausstellen, um die funktionalität von Muskeln und -Knochen zu erklären!

      Daher ist in meinen Augen sehr wohl die Trennung berechtigt, angedacht sei vieleicht eine eigene Bibliothek, die das beschreibt!

      Und vor allem eines, die Software braucht nicht die Originalgeräte, sie läßt sich auch mit Simutierten Geräten betreiben!

      Hab selbst so ein Simulationssoftware geschreiben, das Ding geht definitiv so besser als mit der Originalhardware!