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Mädchen an der AHS Laaer Berg-Straße vor dem PC

Soziale Netzwerke als Schule der Zukunft

BILDUNG
04.05.2009|06:00

Schulunterricht muss heutzutage nicht zwingend langweilig sein: Im Rahmen von "E-Learning im Schulalltag" ist ein neuer Weg entstanden, Wissen zu vermitteln, der die Schüler motiviert und die Lehrer auf eine harte Probe stellt. Sie werden künftig nicht mehr die "Allwissenden", sondern nur noch die Coaches ihrer Schüler sein.

Die Schule ist im Umbruch: Alte Lernstrukturen werden aufgebrochen, die Kompetenzen, die Schüler erwerben sollen, anders verteilt. Es wird nicht mehr das Einmaleins heruntergebetet oder das dicke Schulbuch auswendig gelernt, sondern das Recherchieren im Internet geübt oder das Erstellen von Videos und Podcasts.

Lehrer schleppen nicht mehr 30 Hausübungshefte zum Korrigieren mit nach Hause, sondern lassen sich diese von ihren Schülern auf Lernplattformen stellen oder sie online gegenseitig korrigieren. "Nichts lieben Schüler mehr, als sich gegenseitig auszubessern", sagt Erika Hummer, Lehrerin am Gymnasium Erlgasse im zwölften Wiener Gemeindebezirk, zu ORF.at.

E-Learning im Schulalltag an über 100 Schulen

Was für viele Eltern und Lehrer noch wie eine Nachricht aus der Zukunft klingen mag, ist an etwa 100 Schulen in Österreich bereits Realität. Den Rahmen dazu bietet das Projekt "E-Learning im Schulalltag" (ELSA), das auf Schüler zwischen zehn und 14 Jahren abzielt. Das vom Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur finanzierte Projekt wurde 2002 an vier Schulen gestartet und aufgrund des großen Erfolges 2005 auf über 100 Schulen erweitert.

Anfangs ging es vor allem um das Implementieren von E-Learning-Plattformen im Unterricht. "Schon damals haben Lehrer erkannt, dass man damit individualisiert unterrichten kann. Es war plötzlich möglich, die guten Schüler zu fördern, damit sie vorauspreschen können und den anderen mit dem Stoff mehr Zeit zu lassen", berichtet Hummer über die Vorteile von virtuellen Lernplattformen.

Schülerinnen im Gymnasium Laaer Berg Straße
Schülerinnen der zweiten Klasse am Laaer-Berg-Gymnasium üben in einem Spiel, Sonderzeichen auf der Tastatur zu finden.

Ziel: Die Web 2.0-Schule

"Die Internet-Welt hat sich in den letzten Jahren aber extrem verändert, deswegen setzt man jetzt auf Web 2.0-Facilitys", so Hummer. 23 der über 100 ELSA-Schulen werden bis Herbst nach einer genauen Prüfung des Schulangebots und der eingesetzten Methoden Zertifikate erhalten, um ins nächste Level aufzusteigen: die Web 2.0-Schule mit dem Ziel, vernetzt zu denken und den Unterricht nicht mehr auf eine Klassensituation zu begrenzen. "20 Geografieklassen der siebenten Schulstufe aus ganz Österreich arbeiten beispielsweise ein bestimmtes Kapitel übers Web gemeinsam auf", erklärt ELSA-Projektleiter Helmut Stemmer.

"Mehr Spaß als der normale Unterricht"

Schüler der ersten Klasse am Laaer Berg-Gymnasium in Wien
Matthias und Jenny aus der ersten Klasse zeigen vor, wie man eine E-Mail verschickt.

Das Gymnasium Laaer-Berg-Straße im zehnten Wiener Gemeindebezirk ist eine der Schulen, die an dem neuen Netzwerk teilnehmen werden. Die ELSA-Schule wurde am Donnerstag ausgezeichnet. Dort verwenden Schüler Soziale Netzwerke zum Vernetzen außerhalb des Unterrichts, innerhalb der Schule nutzen sie den Chat auf ihrer Lernplattform.

Bereits die Zehnjährigen lernen dort, wie man eine E-Mail mit Dateianhängen verschickt und eine Website zum Recherchieren benutzen kann. "Das macht viel mehr Spaß als der normale Unterricht", erzählt Jenny aus der ersten Klasse. "Davor hatte ich keine Ahnung von Computern, jetzt kenne ich mich schon ganz gut aus", sagt ihr Sitznachbar Matthias.

"Erstaunlich, wie leicht sich Kinder tun"

Schüler der ersten Klasse am Laaer Berg-Gymnasium
Schüler der ersten Klasse beim Recherchieren im Web.

"Es ist immer wieder erstaunlich, wie leicht sich Kinder tun, solche Sachen zu lernen. Wenn ich zu einer Kollegin sage, mail mir diese Seite, kommt oft zurück, dass sie ja nicht weiß, wie man da was anhängt", erzählt ELSA-Expertin Hummer, die bei der Zertifizierung der Laaer-Berg-Schule anwesend ist und darauf aufmerksam macht, dass es ohne die Bereitschaft der Lehrer, sich gegenüber neuen Unterrichtsmethoden zu öffnen, nicht geht. "Teilweise erschütternd ist auch, dass viele Junglehrer nicht wissen, was ein Blog oder ein Podcast ist."

Nicht so am Laaer-Berg-Gymnasium: Das Internet wird dort auch fächerübergreifend im Unterricht eingesetzt. Die 14-Jährigen gestalten mit ihren Lehrern beispielsweise in Kleingruppen virtuelle Rundgänge über den Wiener Ring und lernen dabei etwas über die Geschichte der Stadt. Sie sehen die Gebäude wie Parlament und Rathaus via Google Earth und fügen die recherchierten Information daneben in einem Blog-Eintrag ein.

Computerunterricht in der Schulbibliothek: Zwei Schülerinnen der AHS Laaer Berg-Schule.
Am Laaer-Berg-Gymasium gibt es auch in der Schulbibliothek Computer. Die sechste Klasse arbeitet dort am E-Twinning-Austauschprojekt mit den Niederlanden.

Die neuen Lernprozesse verstehen lernen

"Durch diese Art von Peer-Learning von Gruppe zu Gruppe kommt es zu intensiveren Auseinandersetzungen mit dem Lernstoff. Das 'Selbsttun' aktiviert das Gehirn, und die Behaltequote des Lernstoffs ist größer", lobt Stemmer diese Art des Unterrichtens. Doch dass das nicht jedem Lehrer leichtfällt, liegt auf der Hand. "Erwachsene haben früher anders gelernt und müssen solche Lernprozesse erst einmal verstehen lernen", bemerkt Stemmer.

Eltern werden sich fragen, warum man das Einmaleins oder das Schönschreiben auf Papier künftig weniger intensiv üben könnte, dafür aber das Tippen am PC. "Wenn ein technisches Gerät die Motivation der Kinder unterstützt, sollte man es nicht verteufeln. Da haben wir Erwachsenen noch viel und permanent zu lernen", meint Stemmer.

Rollenbild der Lehrer im Wandel

Auch nicht alle Lehrer sind bereit für den technologiegestützten Wandel des Schulunterrichts, der sie dazu bringt, ihre Unterrichtsmethoden umzustellen und ihre Macht, allwissend zu sein, an das Internet abzugeben. Die Aussicht auf ein offenes Klassenzimmer, wo jeder ihre Lehrmethoden verfolgen kann, schreckt viele Pädagogen ab. "Teamwork funktioniert unter den Lehrern meist nicht. Jeder hat sein eigenes System", so Hummer.

Infrastruktur wird zum Verhängnis

Das Team hinter dem e-Learning-Schwerpunkt an der AHS-Laaer Berg-Straße: Direktor Franz Wendelberger mit Michael Steiner und Walter Klein
Das Team hinter dem E-Learning-Schwerpunkt an der AHS Laaer-Berg-Straße: Schuldirektor Franz Wendelberger (l.) mit Michael Steiner (m.) und Walter Klein (r.).

Oft scheitert der Versuch allerdings auch an der Infrastruktur: Wenn sich technische Probleme an PCs oder Beamern häufen, sind Lehrer rasch verunsichert. Oder es gibt einfach ein Platzproblem an Schulen. "Wir haben drei Informatikräume, doch eigentlich bräuchten wir noch einen. Das ist aufgrund unserer räumlichen Situation allerdings nicht möglich", erzählt Michael Steiner, E-Learning Schulkoordinator des GRG Laaer-Berg-Straße.

Wie es mit dem Projekt ELSA finanziell weitergeht, konnte ORF.at im Ministerium für Unterricht, Kunst und Kultur niemand beantworten. Ein klarer Auftrag für technologieunterstütztes Lernen und Lehren an der Schule ist im Regierungsprogramm nicht erkennbar.

Virtuelle Welten und Soziale Plattformen

Die Schüler der ELSA-Schulen stört das freilich erst einmal nicht: Sie nutzen eifrig ihre Lernplattformen oder tummeln sich in ihren virtuellen Welten, die "Second Life" ähnlich sind und auf der Software Active Worlds beruhen. Oder sie schreiben sich bald Nachrichten in "young eLSA", einem Sozialen Netzwerk für Schüler, das im Gegensatz zum beliebten Facebook auch schon von unter 13-Jährigen genutzt werden darf. "Ab Herbst wird es getestet, dann schauen wir, ob es angenommen wird", so Hummer.

(futurezone/Barbara Wimmer)

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Forum

 
  • Lernprozesse verstehen!

    dschjd, vor 277 Tagen, 8 Stunden, 41 Minuten

    Zu der Aussage: "Erwachsene haben früher anderes gelernt, müssen solche Lernprozesse erst einmal verstehen lernen. Eltern werden sich fragen, wann man das Einmaleins oder das Schönschreiben auf Papier künftig weniger intensiv üben konte, dafür aber das Tippen am PC."
    Meiner Meinung müssen Kinder im frühen Schulalter wie in der Volksschule ihre virtuelle Lernkompetenz nicht so weit ausprägen. Ich finde das Einmaleins lernen sollte gerade in der Volksschule klassisch gelehrt werden und nicht von virtuellen Methoden abgenommen werden.
    Was die Sache mit dem eintippen betrifft: Ein Kind sollte seine eigene Handschrift auf dem klassischen Schreibpapier lernen. Auch wenn wir schon in einer fortgeschrittenen digitalen und virtuellen Welt leben, haben Implementierung und Vernetzung in der frühen Schulentwicklungsphase wenig zu suchen. Es sollte vielmehr ein Reinschnuppern sein. Mediale Unterrichtsmittel sind in heutiger Zeit zwar hilfreich und wichtig für die Unterrichtsgestaltung, jedoch ist dies nur eine Hilfestellung bzw. ein Zusatz für die Ausübungen dessen. Die alte klassische Tafel tuts in der Volksschule sicher eher, als ein PC der für die jungen Schüler viel zu komplex ist. (Daniel)

  • das ist ein grundsätzlich richtiges Konzept.

    yellow91, vor 280 Tagen, 22 Stunden, 21 Minuten

    Irgendwo habe ich einen sehr anschaulichen Vergleich einmal gelesen: "Wollen Sie in einem Operationssaal, der 20 Jahre unverändert alt ist und von einem Arzt, der inzwischen keine Fortbildung gemacht hat, operiert werden?" Sicher nicht! Schule funktioniert vergleichsweise oft nach ähnlich alten Mustern. Ich freue mich jedenfalls, dass es so innovative Schulen gibt und Lehrer, die viel Freizeit und Engagement für eine zukunftsorientierte Ausbildung ihren Kindern mitgeben. Denn eine Schule ohne Medienkompetenz hat keine Zukunft! Damit meine ich keinesfalls den PC als Ersatz für den Lehrer, sondern den verantwortungsvollen Umgang damit zu lehren, das halte ich für eine große Herausforderung und Notwendigkeit in unserem oftmals verstaubten Schulwesen.

    • ... dem kann ich nur zustimmen

      straniger, vor 277 Tagen, 8 Stunden, 47 Minuten

      Wenn wir unsere Schulen verbessern wollen und damit unseren Kindern die beste Ausbildung zur Verfügung stellen wollen, dann gibt es nur diesen Weg. Gerade in Zeiten der Wirtschaftskrise ist es unbedingt notwendig in die Bildung aller Menschen zu investieren und dies unbahängig vom Alter. Der Mensch lernt nie aus.
      Das Lernen lehrt uns zu leben.

  • Ikonographie der Geschlechtergerechtigkeit

    slartibartfast, vor 280 Tagen, 23 Stunden, 46 Minuten

    6:2 fuer die schuelerinnen, d.h. am computer abgebildet sind: 6 maedchen, aber nur 2 buben. die buben sind entweder im hintergrund oder unpersoenlich von der seite photographiert. hoch lebe die praktizierte positive diskriminierung :->

  • solala, vor 281 Tagen, 42 Minuten

    Ist Wurscht, in wengien Tagen ist sie der Text ebenso Tot wie die Autoren die seit 70 Jahren Tod sind!

    Für dne Blödsin verwende ich kein Minuten mehr als absulut notwendig!

    • die orthografie...

      taffit1, vor 280 Tagen, 22 Stunden, 43 Minuten

      ...in deinem beitrag ist schon tot.

  • solala, vor 281 Tagen, 1 Stunde, 5 Minuten

    Wenn man sich den Altag in deutschen Schulen ansieht, wo sich Deutschlehrer inzwischne weigern, Zeitgenösische Litertur zu behandeln deren Autor noch nicht mindesten 70 Jahre im Reich der toten lebt...

    Das ganze wird wieder ein Fressen, für die Patentanwäte und die Urheberrechtler...

    Na jetzt schweigt man noch darüber, der Strukturaufbau soll da schon möglichst ohne Probleme von statten gehen, damit existieren dann diese, fleiße die Hand aufgehalten werden kann!

    Papa Staat wird schon die Millarden rausrücken, gehts doch um die Jugend, Jugendförderung als Lizenzzahlung an die Inhaber wird dann ein neuer Höhepunkt dieser geistigen Schrottentwicklung sein!

    Das heute schon für Schulen ein nicht unerheblicher Teil der verfügbaren Finazen für dieverse Lizenzen aufwenden wird ohnedies kleinlaut verschwiegen!

    Wo käme man auch hin, erfährt die öffentlichkeit das die Investitionen für die Schulen nicht in neuen Schulbänken, Computer und der geleichen verwendet werden, sondern schlicht für eines, für Lizenzen!

    • Bitte Deutsch schreiben und lesen lernen!

      kabelbeisser, vor 281 Tagen, 51 Minuten

      Du hast eine große Rechtschreibschwäche!

  • Lehrkraft ist Trainer

    musicnew, vor 281 Tagen, 6 Stunden, 49 Minuten

    - das ist das grundsätzlich richtige Konzept.

    (Lehrkraft als Kontrolleur, als Erzieher oder als Jugendfeind hat längst ausgedient).

    Allerdings wird höhere Intelligenz der Lehrkräfte bei der Vermittlung von Wissen und Können benötigt werden.

    Denn neue Unterrichtsmodelle werden zu entwickeln sein - die übrigens ganz ähnlich zum heutigen Instrumental-Musikunterricht funktionieren werden (wo die Lehrkräfte längst schon als Trainer fungieren).

    Bereits heute lernen Jugendliche die Computertechniken lieber, wenn sie damit ihre eigenen Filme drehen und ihre eigene Filmmusik zum Vertonen kreativ selber erfinden dürfen.

    Dasselbe gilt für die (z.B. historisch-kritischen, psychologischen usw.) Inhalte ihrer Filme: Sie lernen gern auch Geographie, Biologie usw., wenn sie ihr Wissen dann für ihre eigenen phantastischen Science-Fiction-Stories verwenden dürfen.

    Filme drehen wird daher bald als Prüfungsarbeit anzuerkennen sein (nicht mehr nur Aufsätze schreiben).

    Und die jeweilige Lehrkraft kann nicht mehr in Personalunion zugleich auch Prüfungskommission sein:

    Gewaltentrennung in der Schule wird die Folge sein.

    Und: Die Räumlichkeiten für Unterricht werden ganz andere werden. Wahrscheinlich werden Lehrende und Lernende nur mehr halb soviel Zeit im Schulgebäude verbringen können - weil dieses technisch nie ausreichend up-to-date sein kann.

    Die Schule wird eher zum Treffpunkt für die Teamarbeit werden, zum Produktionsort für die in den...

    • room, vor 281 Tagen, 5 Stunden, 25 Minuten

      Leider gibt es von höheren Stellen keine Mittel dazu!

  • nur eine der vielen nötigen

    florentino, vor 281 Tagen, 9 Stunden, 6 Minuten

    methoden ist das E-learning. es bleiben aber viele fragen offen. wie sollte etwa die mündliche kommunikation gelernt werden? wie sollten soziale kompetenzen vertieft werden, wie sollten experimente in naturwissenssschaftlichen fächern durchgeführt werden? undjeder weiß, wie viel schmarrn und falsches im internet geboten wird: um aussuchen zu können, muss man bereits wissen. und ich glaube immer noch, dass im persönlichen kontakt am gründlichsten und tiefsten gelernt werden kann. der lehrer, der als vorbild zeigt, wie man denkt ist durch keinen pc zu ersetzen. der lehrer, der durch nachfragen und fragen beantworten denken und wissen der schülerinnen und schüler fördert, ist durch dem computer nicht zu ersetzen. arme lehrer, die nichts mehr wissen (allwissend waren sie nie, sie wussten durch ihr studium halt mehr als die schüler) sondern nur mehr coaches sind.

    • wie unnötig online artikel zu lesen und zu kommentieren...

      daisy1, vor 281 Tagen, 7 Stunden, 44 Minuten

      E-Learning wird an den meisten Schulen "blended" unterrichtet; d.h. in den Unterricht als eine von vielen Methoden integriert.
      Hier werden weder Lehrer ersetzt, noch wird der Lehrer zum Coach degradiert, der kein Fachwissen mehr mitbringen muss. Im Gegenteil, er muss sich ständig inhaltlich am Laufenden halten und erweitert eben die Schulbibliothek um Informationen aus dem Internet (auch damit muss man umgehen können) und öffnet das Klassenzimmer für Zusammenarbeit mit Schüer/innen aus anderen Schulen, Ländern und ermöglicht z.B. Kindern mit Einschränkungen am Schulleben teilzunehmen.
      Wir brauchen fachlich und didaktisch best ausgebildete Lehrer - gerade dann, wenn sie sich auch auf neue Lernformen einlassen. Und das Arbeiten mit IKT - so wie wir das in diesem Moment auch hier im Forum tun - ist eben ein Aspekt der Didaktik.

  • Ich halte das für Nonsens.

    walkoffame, vor 281 Tagen, 9 Stunden, 49 Minuten

    Ich habe eine (kurze) Zusatzausbildung per elearning absolviert, und es war von allen Schulen die ich durchlaufen habe die ineffektivste. Mag ja sein, daß es lustiger ist, aber kompetenter und klüger werden die Schüler davon nicht werden.
    Aber der Politik kommt es wohl entgegen nur hirnloses Spaßgemüse heranzuziehen. Mit leerem Kopf nickt es sich ja leichter ...

    • das erinnert mich irgendwie an idiocracy ;)

      voices0in0my0brain, vor 281 Tagen, 9 Stunden, 3 Minuten

      ich mein, wir bewegen uns in diese richtung der total vertrottelten spaßgesellschaft (wobei wir teilweise schon mittendrin sind)...

  • und wie lernt man den normalen Stoff?

    niemandmehr, vor 281 Tagen, 10 Stunden, 27 Minuten

    So, die Kinder lernen also Emails verschicken, Sonderzeichen suchen, und ein Video zusammenzustellen. Hm, alles Dinge die ich damals halt in meiner Freizeit gemacht und gelernt habe - wäre natürlich auch ein lustiger Schulunterricht gewesen, gebe ich klar zu.
    Die Frage bleibt halt: Wo lernt man dann die Rechtschreibung, Englisch, Mathematik, Biologie, Ethik, Handwerken, Turnen usw?
    Entschuldigt die negative Kritik, aber ich sehe noch keinen Sinn darin 10 jährigen beizubringen wie man Emails versendet, denn irgendwie ist das so als hätte man mir in der Schule das Schuhebinden und Schneuzen beigebracht. (Wahrscheinlich gibt es da halt jetzt auch schon eigene Schulfächer dafür?). Nur diese Spielereien sind ja mehr Freizeitgestaltung, als Schule. Finde ich halt. Aber Hauptsache Spass machts, wir leben ja in einer Spaßgesellschaft ;)

    • jj16, vor 281 Tagen, 4 Stunden, 49 Minuten

      Also ich stimme ihrer Meinung vollkommen zu...Ich bin mit meinen 16 Jahren nun auch schon teilweies mit dem e-learning konfrontiert, allerdings nicht in dieser Form, wie sie anscheinend heute schon betrieben wird...

      Ich muss ehrlich sagen, dass ich mir das Schreiben von e-Mails selbst beigebracht habe, ein anderer Teil der Klasse hat das ganze im verpflichtenden Informatikunterricht gelernt...und das reicht. Denn was nutzt es den Schülern, wenn sie über das Internet finden können, wie lange der 30-jährige Krieg gedauert hat und von wann bis wann er stattfand? Genau gar nichts, denn wenn Lehrer das verständlich rüberbringen, dann merken sich Schüler, dass zB. dieser Krieg von 1618-1648 dauert und das dies 30 Jahren entspricht...

      Am lustigen am gesamten Text finde ich aber, dass man jetzt nicht mehr das 1x1 lernen muss...das halte ich ehrlich gesagt für den wohl schlechtesten Einfall in der Bildungspolitik der letzten Jahre, da ich dann sehen will, wie die Kinder, dann später wenn sie eine Lehre machen und ausrechnen müssen wie groß ein Tisch mit 45*90 cm ist...brauchen die dann jedes mal einen Taschenrechner? Viel Spaß dabei...und vor allem dann den ganzen Trigonometrischen Aufgaben, oder Textaufgaben, die man nicht...

    • taschenrechner

      daisy1, vor 281 Tagen, 3 Stunden, 31 Minuten

      "Am lustigen am gesamten Text finde ich aber, dass man jetzt nicht mehr das 1x1 lernen muss.."
      sinnerfassend lesen können ist wohl nicht jedermann's Stärke...

      Und was hat auswendig ausrechnen von 45*90 mit dem Verständnis von Trigonometrie zu tun?
      ... das übrigens mit großartigen Mathematikprogrammen wirklich leicht verständlich gemacht werden kann und den Frontalunterricht an der Tafel ergänzen.

      Und was sagt es über die Intelligenz einer Person aus, wenn sie alle Hauptstädte der amerikanischen Bundesstaaten auswenig runterbeten kann? Manche Dinge sind im Leben wichtiger und stehen auch ganz gut im Internet für den Bedarfsfall bereit... naja... bei der Millionenshow könnte man halt dann nicht gewinnen uswuswusw...

  • Einer schönen Zukunft entgegen ...

    baldanders, vor 281 Tagen, 10 Stunden, 32 Minuten

    und es scheint, dass dabei auf die Beherrschung des 1x1 verzichtet werden kann.
    Zum Rechnen haben wir ja Taschenrechner und
    Computer.

    Auch die Abfolge "denken" und dann "aufs Papier bringen" ist verzichtbar - am Computer läßt sich ja alles leicht korrigieren, wenn man nicht richtig
    gedacht hat.

    Bin neugierig, ob man auch Wege findet, auf
    das sinnerfassende Lesen verzichten zu können ...

    • Ich bin Informatiklehrer

      kleinermaxi, vor 281 Tagen, 10 Stunden, 23 Minuten

      und kann dies nur bestätigen. Die Schüler sind sehr gut im Ausfindig machen und Nutzen diverser neuer Websites, jedoch die Fähigkeit oder die Lust zum Lesen von Texten in diesen Websites geschweige denn Verstehen von Inhalten, die über ein Minimum an Anforderung hinausgehen, nimmt zusehends ab bzw. ist bei vielen Schülern gar nicht vorhanden.