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ÖVP-nahe AG Gewinner beim ÖH-E-Voting

DEMOKRATIE
04.06.2009|12:54

Die ÖVP-nahe AktionsGemeinschaft (AG) ist nicht nur beim klassischen Urnengang Sieger der Wahl zur Österreichischen Hochschülerschaft (ÖH), auch beim ersten E-Voting kam sie auf Platz eins.

Es gibt zwar keine offizielle Auswertung der Ergebnisse; die APA hat aber das Gesamtergebnis mit dem E-Voting-Resultaten von zehn der insgesamt 14 Unis, an denen die elektronische Wahl genutzt wurde, verglichen.

Dabei zeigt sich, dass die AG beim digitalen Urnengang überproportional gut abgeschnitten hat. Wahlentscheidend war das angesichts der geringen Zahl an Internet-Wählern allerdings nicht - 2.161 der knapp 58.000 gültigen Stimmen wurden elektronisch abgegeben.

So hat die AG etwa an der Uni Graz in Summe aller Stimmen (Papier und Internet) 23 Prozent, beim E-Voting alleine aber 43 Prozent gemacht. An der Montanuni war der Stimmenanteil online (74 Prozent) ebenfalls deutlich höher als gesamt (57 Prozent). An der Uni Wien wählten online fast doppelt so viele Studenten AG wie in Summe (51 bzw. 27 Prozent), ebenso an der Uni für Bodenkultur (36 Prozent insgesamt, 71 Prozent beim E-Voting) und an der Technischen Uni Graz (10 bzw. 18 Prozent).

Die AG war im Vorfeld der Wahl allerdings die einzige Organisation gewesen, die E-Voting dezidiert unterstützte. Auch E-Voting-Organisator Robert Krimmer ist Mitglied der AG, sieht laut Angaben auf seiner Website aber keinen Interessenkonflikt, da er zur diesjährigen Wahl nicht angetreten ist.

GRAS-Anhänger nutzten E-Voting nicht

Die Grünen und Alternativen StudentInnen (GRAS), die vor der Wahl massiv gegen E-Voting aufgetreten waren und deswegen die Wahl anfechten, haben bei den Internet-Wahlen indes verhältnismäßig schlecht abgeschnitten: An der Uni Wien wählten in Summe 33 Prozent der Studenten die GRAS, digital nur 18 Prozent.

An der TU Graz erzielte die GRAS im Gesamtergebnis einen doppelt so hohen Stimmanteil wie im elektronischen Resultat (16 bzw. sieben Prozent), an der Universität für Bodenkultur war der Unterschied besonders groß (28 Prozent gesamt, ein Prozent per Internet).

Die E-Voting-Gegner Fachschaftslisten (FLÖ) haben elektronisch ebenfalls ein schlechteres Resultat als beim Gesamtergebnis eingefahren. Teilweise waren die Unterschiede massiv, an der Uni Klagenfurt erzielte die FLÖ in Summe 35 Prozent, im Internet 22 Prozent, an der Montanuni Leoben betrugen die entsprechenden Werte 15 und fünf Prozent. Andererseits konnten die Fachschaftsisten an der traditionell FLÖ-dominierten TU Graz online besser abschneiden: im E-Voting bekamen sie 57 Prozent, gesamt nur 46 Prozent.

Veröffentlichung der Wahlergebnisse verzögert

Der Verband Sozialistischer StudentInnen (VSStÖ) erreichte online durchgehend einen geringeren Stimmanteil als im Gesamtergebnis: Am deutlichsten war der Unterschied an der Uni Innsbruck (13 Prozent gesamt, vier Prozent elektronisch) und der Uni Klagenfurt (17 bzw. sieben Prozent). Der Ring Freiheitlicher Studenten (RFS), der eine Aufhebung der Verordnung zum E-Voting durch den Verfassungsgerichtshof (VfGH) beantragt hat, hat online und auf dem Papier in den meisten Fällen ähnlich viele Stimmen erhalten.

Das durch den erstmaligen Einsatz von E-Voting hervorgerufenen Chaos bei der Stimmauszählung ist übrigens auch eine Woche nach Ende der Wahl noch nicht ausgestanden. Der E-Voting-Verantwortliche des Wissenschaftsministeriums, Robert Krimmer, sagte gegenüber der APA, dass nach wie vor nicht alle amtlichen Wahlergebnisse veröffentlicht sind.

Das ist auch der Grund, warum der als zusätzlicher Sicherheitsfaktor angebotene Prüfcode noch nicht abgefragt werden kann. Dieser Code, der nach Abgabe der E-Voting-Stimme am Bildschirm erschienen ist, ermöglicht den Wählern zu kontrollieren, ob ihre per Internet abgegebene Stimme auch tatsächlich gezählt wurde.

(APA)

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Forum

 
  • Wahlen

    leider, vor 288 Tagen, 5 Stunden, 28 Minuten

    75% wählen nicht und sind daher an einer politischen Vertretung überhaupt nicht interessiert. Wenn man bedenkt, dass der Wahlgewinner wieder nur einen Bruchteil der übrigbleibenden 25% an Stimmen erhält, ist das ganze eine Farce. Wozu den Aufwand von Wahlen ?

    • solala, vor 288 Tagen, 32 Minuten

      ich glaub nicht das 75% die politische Vertrettung Wurscht sind!

      75% wählten nicht, weil sie mit diesen Vertrettern in den grauen Anzügen, die immer und überall zu jeder Zeit ausgetauscht und ersetzt werden können nix mehr anfangen können!

      So lange man aus Angst Wählerstimmen verliereren zu können, jedes poltische Ideal über Bord wirft, passierts eben, das es auch egal wird, ob die Herrn in den Grauen Anzügen Grün oder die FPÖ vertretten!

    • solala, vor 288 Tagen, 31 Minuten

      Oder in den Worten von Habsburg, unser Problem ist die Dikatur der Parteien!

  • tauceti, vor 288 Tagen, 7 Stunden, 19 Minuten

    Was sagt es aus, wenn die Betreiber eines undurchsichtigen Wahlsystems genau darin systematisch mehr Stimmen erhalten?

    • glüxritter, vor 288 Tagen, 6 Stunden, 41 Minuten

      Die haben die intelligenteren Wähler, die sich von sowas nicht abschrecken lassen ?

    • tauceti, vor 288 Tagen, 6 Stunden, 29 Minuten

      ein undurchsichtiges Wahlsystem kommt in Kürze auch in China.

    • tauceti, vor 288 Tagen, 6 Stunden, 29 Minuten

      in Deutschland ist es verboten, weil es nur von ein paar wenigen Spezialisten kontrollierbar ist - und nicht von Jedermann.

    • wasteoftime, vor 288 Tagen, 6 Stunden, 21 Minuten

      Pro CV ein Kartenleser, Wählen unter Freunden in gut kontrollierter Umgebung. Sehr effizient.

    • tauceti, vor 288 Tagen, 3 Stunden, 53 Minuten

      Ich will damit natürlich nicht behaupten, dass irgendetwas manipuliert wurde.

      Aber man muss sich einfach im schlimmsten Fall überlegen, wieviele Menschen böswillig zusammenarbeiten müssen, um in einer Papierwahl 10% oder 20% der Stimmen zu verschieben und wieviele bei einem weit verbreiteten und gut genutzten e-Voting für die gleiche Manipulation benötigt werden.

      Bei der Papierwahl müssten wohl hunderte kriminelle Personen an einer so großen Manipulation beteiligt sein. Hunderte Mitwisser - das muss ganz einfach auffliegen.

      Aber beim e-Voting müssten nur eine Handvoll Leute kriminell zusammenarbeiten, um die e-Voting Stimmen nach belieben zu verschieben - sei es an den Clients oder am Server.

      Dass hier bei der ersten Wahl manipuliert wurde, ist praktisch ausgeschlossen: Die ÖH-Wahl ist politisch mehr oder minder belanglos, es waren nur wenige Wähler zu erwarten und die Aufmerksamkeit war zumindest in der Zentrale groß, sodass die Stimmen-CD sicherlich unverfälscht von A nach B gebracht wurde, um sie auszuzählen.

      Aber keiner weiß, wie sich die Verhältnisse für die e-Voting Nationalratswahlen in 10 oder 20 Jahren ändern und ob die zentrale Software dann immer noch ohne Hintertüren ist und ob es dann immer noch keine Trojaner gibt...