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D: Bundesrat kritisiert geheime Netzsperrlisten

KONTROLLE
12.06.2009|16:19

Bürgerrechtler: Löschen statt filtern

Die von der deutschen Bundesregierung angestrebte Blockade von Kinderpornoangeboten im Internet ist nach Einschätzung des Bundesrats datenschutzrechtlich bedenklich. Bei der ersten Beratung des Gesetzesentwurfs am Freitag monierte die Länderkammer die alleinige Zuständigkeit des deutschen Bundeskriminalamts (BKA), das eine geheime Liste über zu sperrende Seiten erstellen und verwalten soll.

Kontrollgremium gefordert

Weil in Grundrechte eingegriffen werde, seien Sicherungen wie die Einbeziehung eines unabhängigen Gremiums erforderlich. So könne man verhindern, dass auch legale Seiten gesperrt werden, heißt es in der Stellungnahme des Bundesrats. Auch wehren sich die Länder dagegen, personenbezogene Daten bei jedem Zugriff auf verbotene Seiten an die Strafverfolger weiterzugeben. Wer auf solche Seiten kommt, soll künftig ein Stoppschild sehen.

Das deutsche Aktionsbündnis Freiheit statt Angst teilte am Freitagnachmittag mit, dass es weiterhin die Sperrpläne der deutschen Bundesregierung ablehne. Zugangsblockaden auf Grundlage geheimer Listen seien nutzlos. Außerdem landeten sehr schnell auch unbedenkliche Inhalte auf Sperrlisten, die potenzielle Zensurwerkzeuge seien.

Löschen statt Filtern

Das Bündnis lehnt auch die geplante Weitergabe personenbezogener Daten von Internet-Nutzern ab, die auf eine der geplanten Stoppseiten stoßen: "Was passiert mit der digitalen Gesellschaft, mit einer gerade entstehenden Wissens- und Informationskultur, wenn hinter jedem Klick potenziell ein Sperrschild lauert? Was passiert mit der informationellen und persönlichen Freiheit, wenn die Zugriffsdaten direkt an das BKA gemeldet werden?" Die Bürgerrechtler sprechen sich dafür aus, die Kinderpornografie mit den bereits bestehenden rechtsstaatlichen Mitteln zu bekämpfen und entsprechende Inhalte aus dem Netz zu entfernen, anstatt nur Filter einzusetzen.

Mittlerweile unterstützen mehr als 120.000 Bundesbürger die von Bürgerrechtlern gestartete Online-Petition gegen die Netzsperren.

(dpa/futurezone)

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Forum

 
  • Weckruf an Politiker

    kulturarbeiter, vor 282 Tagen, 7 Stunden, 53 Minuten

    Eigentlich sollten die Politiker ja mal langsam merken, das ihre Politik nicht mehr von jedem und im Detail mitgetragen wird.

    Diese Internet-Sperrseiten sind ein gutes Beispiel dafür, das uns, dem "gemeinen" Wahlvolk ein X für ein U vorgemacht wird. Lieber "Etwas" als das richtige tun!

    OK, in Deutschland sind bald Wahlen.. das erklärt vielleicht manches.

    Offensichtlich gibt es aber auch Protest auf der Strasse: Das Aktionsbündnis plant wieder eine Großdemonstration in Berlin und Weltweit:
    http://de.freedomnotfear2009.org/

    Beim letzten Mal waren es wohl um die 70.000 Protestler... es müssen mehr werden!

    Gruß Kulturarbeiter

  • Und dann wundern sich

    ldir, vor 282 Tagen, 8 Stunden, 16 Minuten

    Grüne, ÖVP und SPÖ dass sie Stimmen verloren haben, nachdem in Oberösterreich diese Parteien auch für Netzsperren nach deutschen Vorbild waren? Vor allem die Grünen, von denen man es am wenigsten erwartet hat, aber dafür haben sie die Quittung bekommen.

    • max7c, vor 282 Tagen, 7 Stunden, 44 Minuten

      Mhm, ich hab aus diesem Grund die Grünen nicht gewählt.
      Und da BZÖ und FPÖ nun mal auch nicht wählbar sind...

    • Die Menge der nichtwählbaren Parteien

      founder, vor 281 Tagen, 12 Stunden, 35 Minuten

      erreichte bei den EU Wahlen leider die 100% Marke. Man kann nichts mehr wählen.

    • @founder

      fenris79, vor 281 Tagen, 11 Stunden, 22 Minuten

      wie war.