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"Games Don't Kill", Jana Herwig

"Gewaltspiele sind ungefährlich"

COMPUTERSPIELE
16.06.2009|07:49

Die Kunstaktion "Games Don't Kill" setzt sich kritisch mit der (Vor-)Verurteilung von Gewaltspielen auseinander. Im Rahmen der Vernissage im Wiener MuseumsQuartier erläutert Medienpädagoge Konstantin Mitgutsch, warum er glaubt, dass Gewaltspiele nicht gefährlich sind und weshalb ältere Generationen damit ein Problem haben.

"Games Don't Kill" ist der Titel der Kunstaktion, die von Jana Herwig und Harald Eckmüller im März dieses Jahres ins Leben gerufen wurde. Sie begann auf dem Microblogging-Dienst Twitter, dem eine Flickr-Group folgte, die schließlich insgesamt 80 Bildmontagen zum Thema Gewalt in Computerspielen hervorbrachte. Einen Teil davon gab es am Montagabend zur Ausstellungseröffnung zu sehen.

"Games Don't Kill"

18. bis 23. Juni, täglich 10.00 bis 20.00 Uhr, Transforming Freedom Raum, MuseumsQuartier, Museumsplatz 1, 1010 Wien

26. und 27. Juni, 13.00 bis 20.00 Uhr, ESL Pro Series Finals, Bank-Austria-Halle, Gasometer, Guglgasse 11, 1110 Wien

Auslöser für die Aktion sei die Medienberichterstattung zum Amoklauf von Winnenden gewesen. "Die Schlagzeile 'Vor der Bluttat spielte er ein Killer-Game am Computer' war irritierend", meint Herwig. Der Medienwissenschaftlerin ging es darum, den Schwerpunkt der Diskussion weg von den Computerspielen hin zu den realen Waffen zu lenken.

Die Bild-Text-Montagen wurden von verschiedenen Personen selbst gestaltet und zeigen bekennende Computerspieler, die schon einmal im Videospiel "getötet" haben, Gewalt in der Realität jedoch ablehnen.

Gewaltspiele sind ungefährlich

Kunstaktion "Games Don't Kill", Jana Herwig

Jana Herwigs Beitrag in der Flickr-Group.

"Gewaltspiele sind ungefährlich, sie sind sicher nicht die Verursacher von Amokläufen", so Mitgutsch, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Bildungswissenschaft der Universität Wien, gegenüber ORF.at.

Das Problem bestehe eher darin, dass Computerspieler "zu passiv sind", so Mitgutsch. Zudem sei der Umgang mit Gewalt wichtig, wobei eine Einschränkung durch Altersvorgaben sehr sinnvoll sei. "Ein Vierjähriger könnte ansonsten mit Ängsten konfrontiert werden, mit denen er nicht umgehen kann", so Mitgutsch.

High-Risk-Player sind selten

Zwar gebe es High-Risk-Player, deren Zahl sei jedoch überaus gering, was ein Verbot der Gewaltspiele nicht rechtfertigen würde. Vor allem deshalb nicht, da viel mehr andere Faktoren, etwa das soziale Umfeld, für Gewalttaten mitverantwortlich seien.

"Die Gesellschaft hat ein Problem mit Gewalt und hegt den Verdacht, dass die Computerspiele das Problem sind." Mitgutsch kann dem Argument des deutschen Bundespräsidenten Horst Köhler, den "gesunden Menschenverstand" bei diesem Problem zwischen dem Für und Wider von Gewaltspielen zu nutzen, nichts abgewinnen. Dieser orientiere sich zu sehr an Vorurteilen oder Mythen und lehne das Unbekannte ab.

Hoffen auf die Wissenschaft

Im Spannungsfeld zwischen Politik und Medien, die sich wiederum stark an der Gesellschaft orientieren würden, bestehe die Hoffnung, dass die Wissenschaft mehr Erkenntnis dazu bringen könne. Die Studien zu Computerspielen seien jedoch nur bedingt glaubhaft, so seien etwa Tests im Labor nicht das reale Leben.

Eine "hochkomplexe Frage ist jene zwischen dem Transfer des Spielenden in die virtuelle Welt und dem Transfer in die Wirklichkeit. Hier bleibt eine Lücke, die durch die Persönlichkeit des Spielenden, dessen Interpretationen und Lebensumstände gerahmt bleiben", so Mitgutsch.

Spalt zwischen den Generationen

Auch der Glaube, je realer die Darstellung sei, desto höher die Gewaltbereitschaft, sei ein Mythos. "Spiele versuchen nicht die Realität dazustellen, sondern sie sind hyperreal, das heißt, sie übertreffen die Wirklichkeit", so Mitgutsch.

Der Pädagoge sieht auch als Ursache für die Ablehnung die Veränderung des kulturellen Verständnisses und den Spalt zwischen den Generationen. "Die Computerspiele-Generation spielt das Spiel, die ältere Generation sieht nur ein Blutbad." Erwachsene seien oft überfordert, da ihnen der Bezug fehle und sie das Geschehen nur "von außen" beobachten würden.

"Wenn man für Computerspiele ist, dann hat man eine Bringschuld. Dagegen sein ist einfacher", sagt Mitgutsch. Eine Lösung sei, so der Wissenschaftler, das Problem und die Einstellung dazu kritisch zu hinterfragen.

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(futurezone/Claudia Glechner)

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Forum

 
  • Kunst? Eher LOL-Bobos.

    saunabiber, vor 277 Tagen, 11 Stunden, 51 Minuten

    Über den künstlerischen Wert von dem Farbverlauf in der Schrift würde ich gern diskutieren.

  • Offenbar ..

    rosenkavalerie, vor 277 Tagen, 14 Stunden, 8 Minuten

    ... hat besagter "Medien-Pädagoge" die letzten 10 Jahre Gehirn-Forschung total verschlafen. Er hat schon Recht, dass man die "Gewaltspiele" nicht direkt verantwortlich machen darf für Amokläufe. Doch offenabr gibt es in halb-polulärwissenschaftlichen Kreisen (und mägen diese auch in einem "Museum" angesiedelt sein) auch den Hang zu schwarz-weiß (=Popuilismus). Fakt ist: In Gewaltspielen wird Gewalt als "Lösungsstrategie" durchegehd verfolgt - und insoferne weder (reflektierend) analysiert noch sanktioniert. Das oberste Motto - und sei noch so viel "Strategie" anzuwenden: "Gewalt ist der Schlüssel zum Erfolg". Das Gehirn (vor allem von Kindern und Jugendlichen) "lernt" ständig, dass Gewalt mit keinen Sanktionen einhergeht, also weder verpönt noch verboten, ja sogar GE-BOTEN ist!!! Ergo: Die momentane "Junge Generation" lernt, dass (buchstäblich!) Gewalt als Strategie der "Schlüssel zum Erfolg ist" - die Hemmschwelle sinkt rapide! Und wenn ich von Gewalt rede, dann meine ich klarerweise auch schon verbale Gewalt wie Verächtlichmachen, Beschimpfen, "Mobben" ... Das kann heutzutage jeder Volksschullehrer bestätigen! Stichworte: "Kein Respekt mehr vor dem anderen", keine Grenzen mehr kennen und vor allem diese nicht (mehr) AKZEPTIEREN (wollen, ja können)! Der einige Weg, dem zu begegnen ist, Kindern und Jugendlichen wieder KÖRPERLICHKEIT zurückzugeben - vor...

    • cyberman, vor 277 Tagen, 12 Stunden, 18 Minuten

      Wenn jemand sowas von einem Spiel lernt, sollte man die Eltern verklagen.

      Es ist nicht Aufgabe des Spiels dem Spieler zu erklären daß das Spiel eine vereinfachte Sichtweise der Realität darstellt und keinesfalls 1:1 übernommen werden darf.

      Ein geistig gesunder Mensch sollte das schon vorher wissen/verstehen.

    • @rosen

      heliman, vor 277 Tagen, 5 Stunden, 2 Minuten

      Wenn es so schlimm ist, dass in manchen Spielen (Portal schon mal gesehen?) Gewalt der einzige "Lösungsweg" ist, was ist dann bitte mit unserer Politik?

      Wir haben in der EU ein halbes Dutzend Staaten, der Oberhäupter straffrei als Kriegstreiber zu bezeichnen sind. Wo war denn bitte der gewaltfreie Lösungsansatz in der Causa Irak?

      Am besten sind ja die deppatn Preissn, bei denen Kanzler einen illegalen weil GG-widrigen Angriffskrieg führt und dafür ohne Strafe davonkommt, weil sein weisungsgebundener Bundesanwalt nach dem Wortlaut nur die Vorbereitung aber nicht das Führen eines Krieges verfolgen darf.

      Meine Frage: wie irre muss man sein, um im Angesicht dieser Vorbilder eine derart erbärmliche Argumentation wie Du hier zu führen, in der die *Darstellung* von Gewalt schlimmer als der Massenmord im Irak ist?

      Willst Du mir ernsthaft erzählen, dass diese "Vorbilder" weniger Einfluß auf unsere Kinder haben, als die Programmierer von Quake&co?

      Doch nicht wirklich.

  • Bitte um Mithilfe

    beer2beer, vor 277 Tagen, 14 Stunden, 11 Minuten

    Hi!

    Im Rahmen eines Forschungsseminars für das Magisterstudium der Kommunikationswissenschaften an der Universität Wien führen wir eine Befragung über die Rezeption von Medienberichten zum Thema „Amokläufe“ durch.

    Ich bitte euch, euch kurz Zeit zu nehmen und den online-Fragebogen auszufüllen.

    http://www.onlineforschung.org/medienrezeption/

    Vielen Dank, Ihr helft uns damit sehr.

    Liebe Grüße, beer2beer

  • Natürlich sind

    c1x111, vor 277 Tagen, 18 Stunden, 13 Minuten

    Gewaltspiele nicht die Auslöser von Amokläufen, aber wer zu Amokläufen neigt, kann sich mit ihrer Hilfe ein "Basistraining" aneignen. Oder: Wozu trainiren US-Elitesoldaten auf ähnlichen "Simulatoren", wenn das nichts bringt?

    Anders ausgedrückt: Schusswaffen sind auch nicht die Auslöser von Morden, aber sie erleichtern die Sache ungemein...

    • So kann ...

      liquidsnake, vor 277 Tagen, 17 Stunden, 53 Minuten

      ... nur jemand sprechen, der besagte Spiele nicht selbst zockt. Andernfalls wüsstest du, wie schwachsinnig dieser Vergleich ist.

      Die US-Armee trainiert mit völlig anderer Software (die allerdings durchaus auf kommerziellen Spielen *basieren* kann, z.B. 'Marine Doom', eine Modifikation des Klassikers) und in voller Ausrüstung und Bewaffnung. Die spielen kein 'Counter-Strike' mit Maus und Keyboard, auch, wenn konservative Politiker das suggerieren möchten. Und es geht dabei nicht um das Herabsetzen der Tötungshemmung, sondern um die Orientierung in fremdem Terrain, dem Agieren in der Gruppe oder dem Trainieren einer bestimmten Formation bzw. Strategie.

      Mach's bitte nicht wie CSU-Politiker - erst informieren, dann polemisieren.

  • :-)

    klausi025, vor 278 Tagen, 4 Stunden, 17 Minuten

    Ich spiele selbst gerne Computerspiele und da hüpfen nicht nur Kuschelhasen umher. Aber man sollte sich schon fragen, was ein Spiel über einen Menschen aussagt. Nehmen wir die fiktive Person "Hansi" her. Hansi spielt gerne Spiele, in denen er Juden vergast und kleine Kinder vergewaltigt. Würden wir da wirklich sagen: "Das ist nur ein Spiel ... Hansi kennt den Unterschied zwischen Realität und Fiktion?" Also ICH würde mir sorgen machen um Hansi und ich bin überzeugt, dass Gewaltspiele auf dunkle Seiten in uns hinweisen, mit denen man sich eingehender befassen sollte als mit einem: "Gewaltspiele sind ungefährlich"!

    • Wie ich dir bereits ...

      liquidsnake, vor 278 Tagen, 1 Stunde, 27 Minuten

      ... in einem anderen FuZo-Artikel antwortete:

      JA, ich würde "Das ist nur ein Spiel" sagen und hätte mit derlei Inhalten kein Problem. Mir wäre es jedenfalls lieber, Neo-Nazis würden ihre Ambitionen virtuell als in der Realität ausleben ...

      Solange Hansi volljährig ist, gibt es keinen Grund, ihm Gewaltspiele vorzuenthalten. Für alle anderen gibt's den Jugendschutz. Dass dieser kaum beachtet wird, ist weder Hansis, noch die Schuld des Publishers, sondern einzig die der Händler (die ihn missachten), der Eltern (denen das egal ist) und des Staates (der die Missachtung bereitwillig ignoriert, solange nirgends ein medienwirksamer Amoklauf stattfindet).

  • me too

    tenchu, vor 278 Tagen, 6 Stunden, 45 Minuten

    mich hat jahrelanges killerspielspielen nur zum Zivildiener gemacht.

  • muriem, vor 278 Tagen, 10 Stunden, 11 Minuten

    An den Kommentaren sind aber nachwievor: es bleibt ein heißes Thema!

  • na klar

    oder, vor 278 Tagen, 11 Stunden, 21 Minuten

    und rauchen ist gesund wie feinstaub. so was debiles und ist schon ein experte. was hat dieses gutachten wohl gekostet ?

    • stecher, vor 278 Tagen, 11 Stunden, 17 Minuten

      Von Medienkompetenz schon mal gehört? Die meisten Jugendlichen sind in der Lage, zwischen Film/Spiel und Realität zu unterscheiden.

    • getstoopid, vor 278 Tagen, 11 Stunden, 15 Minuten

      auch an dich die frage... wo ist von einem experten die rede und wo von einem gutachten. lies den artikel erstmal zu ende bevor du hier rumnölst

    • scitec88, vor 278 Tagen, 11 Stunden, 14 Minuten

      @oder

      Darf ich fragen wie lange du bereits Computerspiele spielst oder dich mit der Thematik auseinandersetzt?

    • atta, vor 277 Tagen, 20 Stunden, 14 Minuten

      Na "Oder", wie oft postest Du den gleichen Dreck eigentlich noch? Hat gestern nicht schon gereicht um dich komplett zum Affen zu machen?

  • was so ...

    n2yy, vor 278 Tagen, 11 Stunden, 28 Minuten

    gekaufte studien alles belegen können (falls gerade jemand anders auch ö3 gehört hat). jeder 10. gamer ist jetzt schon süchtig

    • killerice82, vor 278 Tagen, 11 Stunden, 12 Minuten

      Tja als spielsüchtig wird man bezeichnet wenn man mehr als 4h pro Tag am Pc sitzt. Ich schaue zB. kein fren.... was ist mit den Leuten die hinter dem TV sitzen stundenlang???

    • getstoopid, vor 278 Tagen, 11 Stunden, 4 Minuten

      so lang sie hinterm tv sitzen werden sie wahrscheinlich nur für verrückt gehalten und bei älteren modellen und einbauweisen (vielen stellen den ja in einen wandverbau) wird demjenigen wohl einfach nur ziemlich warm

  • ich finde ja ...

    n2yy, vor 278 Tagen, 11 Stunden, 34 Minuten

    ... dass 150+ comments zeigen wieviele leute sich mit dem thema auseinandersetzen - und noch dazu äußert sich der großteil positiv.

    das ist wie wenn der nicht greifbaren riesen community von zeit zu zeit durch news wie diese ein gesicht verliehen wird.