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Ajatollah Ali Chamenei

Iran: Revolutionsgarden warnen Blogger

NETZ
17.06.2009|10:55

Die iranische Elite-Militärorganisation Revolutionsgarden (Pasdaran), die unmittelbar Staatsoberhaupt Ajatollah Ali Chamenei untersteht, hat iranische Online-Medien und Blogger davor gewarnt, Material ins Netz zu stellen, das "Spannungen erzeugen" könne. Der Microblogging-Dienst Twitter, über den viele Iraner kommunizieren, wies einen Bericht über Einflussnahme des US-Außenministeriums zurück.

Die Pasdaran haben laut der US-Nachrichtenagentur AP am Mittwoch über die Regierungsmedien ein hartes Vorgehen gegen Blogger und Online-Medien angekündigt. Bezeichnenderweise ist das die erste offizielle Äußerung der Organisation seit Beginn der Auseinandersetzungen über das Wahlergebnis. Die Revolutionsgarden unterstehen unmittelbar Chamenei.

In der Mitteilung der Revolutionsgarden heißt es, dass iranische Websites und Blogs sofort jedwedes Medienmaterial aus ihren Angeboten entfernen müssten, das "Spannung erzeugen" könne. Andernfalls müssten sie mit rechtlichen Konsequenzen rechnen.

Twitter und das US-Außenministerium

Der US-amerikanische Microblogging-Dienst Twitter, über den viele Iraner die schweren Konflikte nach der Präsidentschaftswahl debattieren, pocht unterdessen auf seine Unabhängigkeit: Die Verschiebung von Wartungsarbeiten inmitten der dramatischen Ereignisse im Iran sei nicht auf Bitten der US-Regierung erfolgt, teilte Twitter-Mitbegründer Biz Stone am Dienstag mit.

Das US-Außenministerium hatte zuvor mitgeteilt, Twitter um die Verschiebung gebeten zu haben, damit iranische Regierungsgegner weiter über die Plattform kommunizieren können. Twitter sei einer der wenigen Kommunikationskanäle, über die Iraner Neuigkeiten austauschen könnten. Deswegen habe das Ministerium eingegriffen, als Twitter für Montagabend eine einstündige Abschaltung für Wartungsangaben angekündigt hatte.

Wartungsarbeiten beendet

Laut Stone habe der Dienst zusammen mit seinem Provider selbst entschieden, dass wegen der derzeitigen Bedeutung von Twitter im Iran eine Unterbrechung zunächst schlecht gewesen wäre. Es sei sinnvoll für Twitter gewesen, die Dienste während dieser von aller Welt verfolgten Demonstrationen aufrechtzuerhalten, sagte Stone weiter.

Er fügte hinzu, es sei sehr schmeichelhaft zu glauben, dass der gerade zwei Jahre alte Dienst von Twitter auch in den Augen der US-Regierung eine solche Bedeutung habe. "Dennoch ist es wichtig festzustellen, dass das US-Außenministerium keinen Einfluss auf unsere Entscheidungen hat", so Stone weiter. Die Wartungsarbeiten wurden inzwischen durchgeführt, der Dienst wurde dafür am späten Dienstagabend (MESZ) für eine Stunde heruntergefahren.

Iraner gegen Netzzensur

Wie der öffentlich-rechtliche britische Sender BBC berichtet, hat die iranische Regierung den Zugriff auf den Videodienst YouTube und das Soziale Netzwerk Facebook gesperrt. Laut YouTube ist der Datenverkehr aus dem Iran auf das Portal seither auf lediglich ein Zehntel des üblichen Volumens zusammengeschmolzen. Viele Iraner würden allerdings die Sperren durch Nutzung ausländischer Proxy-Server umgehen.

Auch das Mobilfunknetz wurde von der Regierung am Dienstagabend gestört vermutlich um die Kommunikation zwischen den regierungskritischen Demonstranten zu unterbinden. Außerdem verfügen Microblogging-Dienste wie Twitter über Schnittstellen, durch die sich auch bei Netzsperren Kurznachrichten im Web publizieren lassen.

Einschränkungen journalistischer Arbeit

Ausländische Medien und deren iranischen Angestellte dürfen seit Dienstag nicht mehr aus den Straßen Teherans berichten, sondern können de facto nur noch aus dem Büro arbeiten und zum Beispiel Telefoninterviews führen. Die Massenproteste im ganzen Land nach der umstrittenen Präsidentenwahl vom Freitag sollen offenbar ohne Zeugen stattfinden. Doch der Nachrichtensender CNN beispielsweise machte aus der Not eine Tugend. Der Sender zeigte Bilder, die von Iranern über Facebook und Twitter ins Netz gestellt wurden.

Angesichts der Regierungsauflagen müsse man "Kreativität" walten lassen, erklärte CNN. Der Sender betonte allerdings auch, dass eine unabhängige Überprüfung des Materials oft nicht möglich ist, da die Beiträge anonym gepostet werden. CNN-Reporterin Christiane Amanpour rief unterdessen in ihrem Facebook-Account dazu auf, Video-Beiträge aus dem Iran direkt nach London zu schicken. Zudem appellierte sie an Twitter-Nutzer in anderen Ländern, ihre Einstellungen so zu ändern, dass sie als iranische Nutzer wahrgenommen werden. Damit soll es den Behörden schwieriger gemacht werden, Iraner herauszufiltern und zu verfolgen.

Gewalt gegen Bürgerjournalisten

Gegen inländische Blogger und Journalisten geht die Regierung laut Reporter ohne Grenzen (ROG) bereits drastisch vor. Mindestens zehn Journalisten seien jüngst festgenommen worden. "Wir sind sehr besorgt", sagte ROG-Generalsekretär Jean-Francois Julliard. Auch Demonstranten, die mit Mobiltelefonen Fotos machten, wurden festgenommen, wie ROG und Augenzeugen im Iran erklärten.

Von den strengen Auflagen der Regierung waren auch die internationalen Nachrichtenagenturen betroffen. Die Berichterstattung sei ohne die Möglichkeit, vor Ort Bilder und Videos aufnehmen zu können, stark eingeschränkt, erklärte AP-Chefredakteurin Kathleen Carroll. Die in London ansässige Nachrichtenagentur Reuters versah alle ihre Texte mit einem Redaktionshinweis, der auf die strikten Auflagen der Regierung hinwies.

(AFP/AP/futurezone)

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Forum

 
  • arschlöcher

    masseverwalter, vor 237 Tagen, 1 Stunde, 8 Minuten

    was sind das nur für arschlöcher, die im iran regieren. unglaublich. warum tut sich nicht der himmel auf und allah scheisst soviel, dass diese trotteln ersticken. nur so könnte dort wohl die welt wieder in ordnung kommen.

  • Pro Menschen im Iran...

    impuls, vor 237 Tagen, 2 Stunden, 49 Minuten

    Ich sehe keinen Vorteil darin! Am besten wird es sein, wenn sich jedes Land um seine eigenen Sorgen vor der eigenen Haustüre kümmert. Frei nach dem Motto: "Was die anderen machen ist mir gleichgültig, hauptsache mir geht es gut!". Einmischen muss man sich ja nicht in alle Gelegenheiten, aber hier geht es um Menschen! Die sollten uns allen wichtig sein egal welcher Herkunft/Rasse etc! Denkt mal nach.

    • maxx1, vor 237 Tagen, 2 Stunden, 41 Minuten

      welche probleme der Menschen sprichst du da genau an?

    • maxx1, vor 237 Tagen, 2 Stunden, 29 Minuten

      ich meine, wenn man alles in der berichterstattung für bare Münze nehmen darf, dann sind deine Emotionen ja nachvollziehbar..

  • Pro Menschen im Iran...

    impuls, vor 237 Tagen, 2 Stunden, 50 Minuten

    ... ich gehe mit einigen Postings hier konform! Was ich nur sehe ist, dass über kleinere/mittlere Katastrophen seitenweise über Tage hinweg in den Medien zu lesen ist (z.B. Flugzeugabsturz). Da wurde aus einer Mücke ein großer Elefant gemacht. Jetzt wo es um die Wahl (Betrug JA/NEIN) im Iran geht, oder den immer wiederkehrenden Zündstoff (Raketentests) seitens Iran geht. Hier vermisse ich vom Westen den wirklichen Einsatz, das Engagement, die strenge Vorgehenweise, die klare Entschiedenheit rasch und zügig etwas zu bewegen. Es mag ja sein, dass ich als normaler Sterblicher einiges an Details nicht weiß. Ich finde es nur abscheulich wie man diese Menschen dort nur derartig leiden/bluten sehen kann, ohne das etwas zu unternehmen. Wo bleiben hier die mächtigen großen Menschen/Möglichkeiten kein Krieg, ist keine Lösung!) etwas zu bewegen; diesen Menschen einfach ihre verdienten Freiheit zu geben. Uns geht es gut, aber diesen Menschen (auch deren anderer Länder), wie fühlen sie sich diese Menschen dort, die sehen wie gut es uns geht? Erst nach tage- oder monatelangem Ringen werden Entscheidungen/Sanktionen getroffen, sind diese schon wieder längst obsolet (siehe Iran räumt vorzeitig die Kassen), was hat hier der Westen bitte bewirkt?...

  • everybody knows

    maxx1, vor 237 Tagen, 2 Stunden, 58 Minuten

    Everybody knows that the boat is leaking
    Everybody knows that the captain lied
    Thats how it goes

  • ......................

    dizzi75, vor 237 Tagen, 4 Stunden, 40 Minuten

    ...sehr gut gesagt...........

    • und manchmal ist es auch GUT, wenn

      sternenreiter, vor 237 Tagen, 3 Stunden, 3 Minuten

      der CIA seine Hände mit im Spiel hat.

      Nicht alles Schwarz-Weiss sehen, der CIA ist nicht immer nur böse, auch nicht der Iran, auch nicht die USA.

      Leider sind alle auch "nicht immer nur gut..."

  • Sehr wohl hat der CIA ,seine Pfoten überall darinnen.

    dasa, vor 237 Tagen, 7 Stunden, 4 Minuten

    Da der Iran sehr viel Erdöl hat ,ist er ständig im Kreuzfeuer der USA und seinem Handlanger Israel.In den 70iger Jahren wollte der Schah seine Raffinerien ausbauen und den Iran bis in das Jahr 2000 modernisieren,doch mit der Unterstützung Khomeinis durch den CIA wurde er gestürzt.Auch die Iran Contra Affäre,ist ein Paradestück amerikanischen Ausflusses.Die Krone des Bösen,war die Unterstützung des irakischen Präsidenten Saddam Hussein gegen den Iran. Die USA ist ein böswilliges Land ,welches nur vom Krieg lebt.

    • Das stimmt

      wickedvienna, vor 237 Tagen, 6 Stunden, 12 Minuten

      Allerdings muss man trotzdem die heutige Meinung respektieren, und nicht jene vor 30 Jahren.

  • ameeon, vor 237 Tagen, 7 Stunden, 5 Minuten

    Ganz schön beeindruckend, wie die Iraner um ihre Freiheiten kämpfen. Das ist sehr ermutigend. Ist halt die Frage, ob es aus ideologischer Sicht um so viel besser wird, wenn einmal das ausländische Kapital in ihr Land strömt (Banken, Großkapital) und seine Ölressorcen und Wirtschaft aufkauft. Aber so funktioniert das Spiel der Globalisierung, bei dem sich immer nur einige Wenige bereichern. Ist es wirklich das fortschrittlichere System? In Anbetracht der kleinen "Ausrutschern", die jetzt alle zutage treten wohl kaum. Auf individueller Ebene gibt es aber mehr Freiheiten.

  • armer iran

    sabanboz, vor 237 Tagen, 7 Stunden, 27 Minuten

    trotz der regen teilnahme am forum muss ich etwas loswerden:
    man könnte heute jeden in seine einzelteile zerlegen indem man einfach nur auf den fehlern herumreitet!
    das geschieht derzeit mit dem iran!
    man muss zugestehen, dass keiner fehlerlos ist. zB ist es schon ein fehler, dass ich hier was ins forum schreibe! weil: zeitverschwendung! und die staaten und menschen machen andauernd fehler! aber wenn man will, dann haben die fehler die man macht zu bestimmten zeiten schlimmere auswirkungen als sonst!
    entweder beugt sich der iran dem wind des westens oder wir reißen die segel runter!
    faktum! wer was anderes behauptet ist nur verlogen!
    es ist aber auffällig, dass staaten oder vereine muslimischer ausrichtung angegriffen werden.
    egal ob in der minderheit oder in der hoheit als staat! egal ob politisch engagiert oder religiös motiviert. es zielt meist darauf ab keine homogenen staatenbünde im orient zu zulassen!
    fällt auf! bestimmt nicht nur mir! bestimmt fällt es auch meinen kritikern auf die sagen: recht so, weil mitteralter; recht so, weil andersgläubig ......

  • Bemerkenswertes Internet

    kleeklee, vor 237 Tagen, 9 Stunden, 32 Minuten

    offensichtlich ist es gerade das von unseren Politikern so argwöhnisch beäugte Internet jenes Medium welches eine unabhängige Berichterstattung noch gewährleistet.

    Ich denke diese Erkenntnis müsste sich auch längst im vom Staat definierten Rundfunkauftrag wiederfinden. Aber vielleicht ist es genau diese Erstarrung welche das Medium Fernsehen, heute so den Bach runtergehen lässt.

  • solala, vor 237 Tagen, 10 Stunden, 5 Minuten

    Darf man zu dem tragischen Ereignis was schreiben, entweder kommt dan Volksverhetzung, religionsbeschimpfung heraus, oder man müßte die Ereignisse akzeptieren

    Mein Meinung, Iran ist nichts anderes als ein Europa im Mittelalter mit Hochtechnologie, ein sehr gefährliche Mischung

    Aber bitte, es kann und darf jedes Land machen was es will, einizg die UNO könnte maßiv einschreiten, was aber nie und nimmer passiert, also werden wir dem Morden weiter zusehen müssen

    Böser Staatchef, tutu, das tut man nicht, mit meinen Wänden reden ist aber sinnvoller