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GEMA-Urteil: Rapidshare geht in Berufung

DEUTSCHLAND
25.06.2009|14:26

Der Webhosting-Dienst Rapidshare bezweifelt die Effektivität von Restriktionen als Maßnahme zur Kontrolle von kostenlosen Musik-Uploads und wirft der GEMA vor, das "Rad der Geschichte" zurückdrehen zu wollen.

Der Webhosting-Dienst kündigte am Donnerstag an, dass er gegen das Urteil des Landgerichts Hamburg vom 12. Juni 2009 Berufung einlegen wird. Das Gericht stellte fest, dass das Unternehmen verhindern müsse, dass Nutzer seiner Plattform etwa 5.000 Musikstücke veröffentlichten. Der Antrag wurde von der deutschen Musikverwertungsgesellschaft GEMA eingebracht.

Maßnahmen zur Kontrolle ungeklärt

Das Urteil ließ offen, welche Mittel dazu geeignet sind zu verhindern, dass Nutzer die Musikstücke via Rapidshare veröffentlichen. Es wurde darin lediglich festgestellt, dass die derzeitigen Maßnahmen nicht ausreichen.

Das Ziel des Webhosting-Dienstes ist, langfristig ein Urteil des deutschen Bundesgerichtshofes (BGH) oder des Europäischen Gerichtshofes zu erwirken. Er bezieht sich dabei auf eine Entscheidung über Tonbänder, bei der der BGH die Prüfpflichten sowohl für Diensteanbieter als auch für Nutzer zumutbar mache.

Der Webhosting-Anbieter kritisierte außerdem, dass die GEMA zwar eine Software vorgestellt habe, mit der die Weitergabe von Musik ihren Angaben zufolge leicht kontrolliert werden könne, diese aber dem Unternehmen nicht zur Prüfung zur Verfügung gestellt habe.

"Restriktionen nicht geeignet"

Rapidshare bezweifelt darüber hinaus die Effektivität von restriktiven Mitteln zur Kontrolle von Musikangeboten im Internet. "Erfahrungen mit
Digital-Rights-Management-Systemen, Captchas und Software-Dongles haben gezeigt, dass es häufig nur wenige Stunden dauert, bis ein sorgfältig von der Industrie entwickeltes Sicherheitssystem von den Usern ausgehebelt wird", heißt es in einer Aussendung.

"Jeder Versuch, Internet-Piraterie durch Restriktionen zu
unterbinden, wird scheitern. Die Ressourcen der Internet-User sind enorm und sie handeln schnell", so Bobby Chang, CCO von Rapidshare.

Rahmenbedingungen anpassen

Chang merkte außerdem an, dass es Zeit werde, die Gesetze den neuen Rahmenbedingungen, die durch die Digitalisierung entstanden sind, anzupassen. Die schnelle Verbreitung neuer Musikstücke durch kostenlose Downloads werde im Musikvertrieb immer wichtiger. Als Beispiel nannte Chang etwa die US-Band Nine Inch Nails, die ihr Album "Ghost I-IV" kostenlos im Internet zur Verfügung gestellt und trotzdem innerhalb von einer Woche 1,6 Millionen US-Dollar verdient habe und an der Spitze der MP3-Verkaufscharts von Amazon zu finden war.

"Die GEMA versucht, das Rad der Geschichte zurückzudrehen. Das ist meiner Meinung nach ein aussichtloser Kampf, den sie zudem noch gegen ihre eigenen Kunden führt", kritisierte Chang.

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(futurezone)

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Forum

 
  • :-)

    klausi025, vor 229 Tagen, 8 Minuten

    Es mag schon sein, dass man heute anders mit seiner Musik umgehen könnte/sollte. Aber es ist natürlich dem geistigen Eigentümer des Werkes überlassen, das zu bestimmen. Stellen wir uns vor, wohin es führen würde, wenn jeder Mensch seine Vorstellungen auf Kosten der anderen einfach in die Tat umsetzt. Was ist denn das Problem bei einer Vergewaltigung. Doch nicht das Sex böse wäre ... sondern dass sie gegen den Willen einer beteiligten Person passiert. Sollte da der Vergewaltiger auch davon reden, dass sich die Zeiten eben ändern und die Frau das Rad der Zeit nicht zurück drehen soll, sondern die Möglichkeiten der freien Liebe austesten sollte?!? Dieser amoralische Zeitgeist, der sich im Internet breit macht, spiegelt sich leider zunehmend in unserer Gesellschaft wieder und man verlässt einen guten Weg, in dem die Rechte eines Menschen wichtiger waren, als die Wünsche nach Befriedigung welcher Art auch immer.

    • es gibt aber gesetze

      rosat, vor 228 Tagen, 9 Stunden, 50 Minuten

      die den nutzern bestimmte rechte einräumen (weiterverkauf, privatkopie unter freunden...), egal, ob das dem urheber gefällt oder nicht. und wenn ich diese privatkopie einem freund via rapidshare zur verfügung stelle, dann ist das 100% legal. darüberhinaus hat niemand das recht, sich in unsere private kommnikation einzumischen, diese abzuhören, zu entschlüsseln oder sonstwie zu analysieren. gruß rosa

  • Nine Inch Nails

    fenris79, vor 229 Tagen, 6 Stunden, 55 Minuten

    ja aber wenn sie mal 95 Jahre alt sind verdienen sie nix mehr an den Songs, und dann?

    Bekommen die Musiker eigentlich eine Pension?

    • wickedvienna, vor 229 Tagen, 5 Stunden, 21 Minuten

      NIN haben bei der Geburt die ersten Songs veröffentlicht ?
      Wenn man mit 20 ein Lied veröffentlicht, dann müsste man 115 jahre alt werden (angenommen die Schutzfrist beträgt 95 Jahre) um bestimmte Tantiemen zu bekommen.
      Musiker können sich, wie andere Künstler/Selbstständige auch, selbst versichern.
      Für Arbeiter und Angestellte gilt ja leider, oder zum Glück, die Versicherungsplicht (und natürlich auch die automatische Abführung der Kosten dafür)

    • suit, vor 228 Tagen, 3 Stunden, 44 Minuten

      Lustig gei NIN von mehreren Musikern zu sprechen - NIN besteht doch quasi aus Trent Reznor und ein paar "Backroundtypen" die kaum jemand kennt und auch keine Rechte an den Texten haben, da die alle von Reznor geschrieben werden.