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Profigangs zocken Möchtegern-Spammer ab

CYBERCRIME
06.07.2009|06:00

Eine neue Studie von Microsoft Research über die Untergrundökonomie räumt mit dem Mythos auf, dass Spam und seine Folgedelikte wie Phishing "Muss-Geschäfte" seien. Das Gros der Möchtegern-Täter wird in den einschlägigen IRC-Kanälen nämlich selber abgezockt, echte Profite schreiben nur wenige: professionell organisierte Gangs.

"Die Ökonomie des Untergrunds wird oft als kriminelles Utopia des schnellen Geldes dargestellt, wo auch gänzlich Unbedarfte alles für Phishing Nötige erwerben, Hosting-Services anmieten und ihre Dienste dann über IRC-Kanäle profitabel vermarkten könnten. Dieses Bild hält einer Überprüfung jedoch nicht stand", schreiben Cormac Herley und Dinei Florencio von Microsoft Research in ihrem neuesten Forschungsbericht.

Dieser Bericht mit dem Titel "Niemand verkauft Gold für den Preis von Silber: Verlogenheit, Unsicherheit und die Untergrundökonomie" räumt mit der vorherrschenden, allzu einfachen Sichtweise auf, dass Spamming und Folgedelikte der Cyberkriminalität grundsätzlich hochprofitable "Muss-Geschäfte" seien.

Am Anfang steht der Spam

Spam ist bekanntlich die Grundlage für den Vertrieb aller möglichen Produkte der Schattenökonomie. Von gefälschten Medikamenten reicht die Palette ansonsten nur schwer verteilbarer Waren bis zur "Kinderpornografie". Die technische Infrastruktur besteht aus rund um die Welt gekaperten und ferngesteuerten Rechnern, die in Bot-Nets organisiert sind.

Diese Rechner werden einerseits als Spam-Verteiler genutzt, um Websites zu bewerben, über die Kontoinhaber dazu gebracht werden sollen, ihre Zugangsdaten einzugeben. Die Websites befinden sich ebenfalls auf gekaperten Rechnern irgendwo auf der Welt, die zumeist an privaten Breitbandanschlüssen hängen, aber auch in Unternehmen und Behörden zu finden sind.

Vor wenigen Tagen haben Google und die Spam-Experten von Postini die neuesten Spam-Statistiken vorgelegt. Obwohl mit McColo und 3FM zwei bedeutende Bot-Net-Betreiber (also Spam-Provider) vom FBI einkassiert wurden, stieg das Spam-Volumen im zweiten Quartal 2009 gegenüber dem Vorjahr um 53 Prozent.

Diese Computer haben eines gemeinsam: Sie laufen auf einem mangelhaft bis schlecht abgesicherten Windows-System, das durch irgendeine Attacke kompromittiert und in einen "Zombie" verwandelt worden ist. Die Eigentümer haben in aller Regel davon keine Ahnung.

Abzocker abgezockt

Die landläufige Schlussfolgerung, gerade weil es so viel und immer mehr Spam gibt, müsse das für alle Beteiligten ein Riesengeschäft sein, stimmt allerdings nicht.

Was sich in den von Kriminellen betriebenen IRC-Kanälen (Internet Relay Chat) abspiele, sei vielmehr der klassische Fall eines "Lemon Market", auf dem Newcomer systematisch abgezockt würden.

Die Regel sei dort nämlich der Betrug, der sich logischerweise negativ auf die Profite der Möchtegerns auswirke. Wer für seine dunklen Geschäfte auf diese Chat-Kanäle angewiesen sei, bezahle in jedem Fall hohe "Abzocksteuern" ("Ripper Taxes"), denn wie alle "Lemon Markets" sei dieser Umschlagplatz von "Asymmetrie der Information" geprägt.

Der Zitronenmarkt

Gemeint ist damit, dass nur der Verkäufer über die Qualität seines Angebots Bescheid weiß, während der Käufer keine Ahnung haben kann, was er da erwirbt. Ein Nachwuchsspammer, der vom Betreiber eines Bot-Netzes Kapazitäten mietet, um ein paar Millionen E-Mails auszusenden, oder gleich ein paar der gekidnappten Rechner mietet, kann sich überhaupt nicht sicher sein, ob und was er dann tatsächlich erhält.

Ebenso ergeht es jenen, die gestohlene Kontozugangsdaten oder Kreditkartennummern kaufen, um die Konten dann zu plündern: Sie werden in der Regel selber abgezockt. Die häufig angebotenen "Phishing Kits" - Software und Hosting-Services, die es angeblich jedem erlauben, sein eigenes Phishing-System aufzuziehen - wiederum haben in der Regel Hintertüren eingebaut, wenn sie nicht überhaupt nur dafür vertrieben werden, um an die Kreditkartendaten der Möchtegern-Phisher zu gelangen.

Duale Schattenwirtschaft

Sogar wenn alles wie beworben funktioniere, sei längst noch nicht gesagt, dass damit auch Geld zu machen sei, schreiben die Forscher: "Ein Phisher, der eine Liste mit Mailadressen und Software kauft, um einen Fischzug bei PayPal zu starten, wird klarerweise weniger Ausbeute haben, wenn über dieselbe Liste und mit demselben Tool in derselben Woche bereits mehrere andere Phishing-Angriffe auf PayPal gestartet worden sind."

Hilfsangebote in IRC-Kanälen für Neulinge im kriminellen Geschäft seien praktisch in allen Fällen mit dem Versuch verbunden, den Newcomer auszunehmen.

Die beiden Microsoft-Forscher zeichnen so das Bild einer dualen Schattenwirtschaft. Einerseits ist da die große Masse, die auf der Jagd nach schnellem Geld selbst regelmäßig abgezockt wird, wenn sich etwa die angekauften Kreditkartennummern als reine Zufallszahlen erweisen

Gehobene Internet-Kriminalität

Signifikante Profite macht diese Unzahl von Möchtegerns nach Meinung von Herley und Florencio nicht, denn tatsächliche Gewinne finden sich nur im Segment der "gehobenen" Internet-Kriminalität.

Die wird von wenigen, gut organisierten Gruppen von Kriminellen betrieben, die für ihre Geschäfte weder auf die IRC-Kanäle noch auf Servermieten oder den Zukauf von Mailadressen angewiesen sind.

Genau darüber aber wissen die Microsoft-Forscher leider nur wenig Spezifisches zu berichten, außer dass diese organisierten Kriminellen genau das nicht tun, was bei der kriminellen Unterklasse quasi die Regel ist.

"Deppensteuer" für Gierige

Statt auf gegenseitigen Betrug setzt man im Profisegment auf längerfristige Zusammenarbeit, denn der weitaus höchste Kostenfaktor ist in diesem Geschäft die wechselseitige Abzocke: eine Art "Deppensteuer" für Gierige auf der Jagd nach schnellem Geld.

Der Eintrittspreis ins Geschäft ist also hoch und er bestimmt sich aus den Kosten zum Aufbau einer Organisation, die sowohl über technisches Know-how als auch ein umsichtiges "Management" und gute "Kundenkontakte" verfügt.

Das unterscheidet sie zwar sehr deutlich vom Pöbel des "Zitronenmarkts" im IRC, doch eines haben beide zum Leidwesen aller Internet-Benutzer gemeinsam: Sie produzieren zusammen Unmengen von Spam.

Und es ist davon auszugehen, dass gerade die vielen Möchtegerns für den Löwenanteil von Spam verantwortlich sind.

"Ein Phisher aus dem oberen Segment bekommt pro Million Spam-Mails 100 Zugangsdaten für Konten heraus, einer aus dem unteren Segment dagegen nur eine aus ebenso viel Spam" schreiben die Microsoft-Forscher.

Herley und Florencio werden auf den kommenden Blackhat Briefings Ende Juli in Las Vegas ihre Thesen zur Internet-Schattenwirtschaft präsentieren.

(futurezone/Erich Moechel)

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Forum

 
  • mir gefällt nicht, dass IRC als böse dargestellt wird

    iniquity, vor 218 Tagen, 1 Stunde, 34 Minuten

    immerhin sind die allermeisten IRC netze und channels und user freundlich gesinnt...
    in den weit verbreitetenden möglichkeiten des internets wie zB eMail, WWW, Messenger droht weit mehr gefahr für den 0815 nutzer als im IRC, wo primär Textzeilen hin- und hergesendet werden :-)

    • robinremorqueur, vor 217 Tagen, 9 Stunden, 53 Minuten

      naja aber im IRC wird ja aktiv nix mehr geredet. die leut idlen nur mehr und die channels sind nur mehr für anderes.

  • gott sei dank haben wir die eu!

    derwalter, vor 218 Tagen, 2 Stunden, 33 Minuten

    denn die lässt ja die todesstrafe wieder zu!

    und genau DAS ghört solchen VERBRECHERN ja direkt auf offener straße!

    • Todesstrafe für Spam?

      ldir, vor 217 Tagen, 21 Stunden, 55 Minuten

      Schreib wieder wenn du geistig halbwegs normal bist!

  • zlozale, vor 218 Tagen, 4 Stunden, 9 Minuten

    so lange sicherheitssoftware gekauft werden muss bzw so lange softwarehersteller nicht für die sicherheit ihrer produkte haften, wird es leute geben, die schadsoftware erstellen und in umlauf bringen - ob die nicht zumindest manchmal ident sind mit den erstellern von sicherheitssoftware, darüber lohnt es sich zumindest zu spekulieren. und ebenso wird es unsichere kaufsoftware geben - lässt sich doch mit der sicherheitssoftware noch einmal geld verdienen...

    frage: warum eigentlich wird nicht zum verpflichtenden standard, dass jeder provider für die ungezieferfreiheit der von ihm an und von endusern weitergereichten daten haften muss? dann gäbs mit einem schlag kaum noch viren, trojaner, würmer...
    wie sich das intelligent und nicht so laienhaft wie in meiner laienvorstellung umsetzen liesse, da wären natürlich die profis gefragt.

    • es gibt eine irre einfache lösung:

      derwalter, vor 218 Tagen, 2 Stunden, 35 Minuten

      freie software (nicht open source!)

  • Mal eine blöde Frage

    nitrogen, vor 218 Tagen, 4 Stunden, 16 Minuten

    Ich geb's zu, ich bin kein Profi, sondern habe wohl einen sogenannten "Hausfrauencomputer". Meine Frage nun: Woran erkenne ich, ob mein Rechner zum Versenden von Spam missbraucht wird?

    • einfach:

      tenchu, vor 218 Tagen, 3 Stunden, 37 Minuten

      Versteckte Systemdateien und Systemordner anzeigen lassen
      alle laufenden prozesse abchecken was sie tun. dafür am besten Process Explorer verwenden und jeden prozess googeln(Trojaner verwenden gerne auch dateinamen von windows systemdateien, oder verstecken sich in einem Fake Recycled ordner)
      sowie den dateistandort bestimmen...(windows systemdateien befinden sich z.B. nicht in Dokumente und Einstellungen)
      Spybot, Teatimer(Registry Firewall) verwenden
      mit root kit revealer oder anderen anti root kit tools durchchecken
      Autorun per mountpoints2 methode abschalten
      autorun.inf 's auf allen festplatten/partitionen löschen+die zugehörige eingetragene exe
      Noscript für Firefox verwenden um javascript und flash manuell pro seite freizuschalten (plain html ist sicher, java usw. nur bis zur nächsten lücke)

      last but not least eine gescheite firewall verwenden z.b. sygate.
      an einer gescheiten firewall erkennnt man wieviel daten an das internet geschickt werden. wenn man Überblick über verwendete dienste hat, kann man diese abschalten oder blocken. wenn dann noch etwas gesendet wird, dann muss ein hund begraben sein.

      zum austesten von unbekannten .exe's empfehle ich sandboxie sowie
      http://www.virustotal.com/de/
      oder ähnliches.

      weiter hilfe gibts gabnz sicher auf http://www.trojaner-board.de/

    • Vielen Dank! :-)

      nitrogen, vor 217 Tagen, 12 Stunden, 10 Minuten

  • Microsoft

    janishofer, vor 218 Tagen, 6 Stunden, 7 Minuten

    hat diese Sparte bisher stets teils unter- teils überschätzt, aber noch nie richtig eingeschätzt. Dabei leben die beiden Unternehmen symbiotisch von einander: Die SPAMer benötigen diese standardisierten Maschinen mit - von irrsinnigen und unwissenden administrierten - wackligem Betriebssystem, Microsoft den bedarf an stets neuen Windowslizenzen seitens der Konsumenten. Und den hinwiederum produzieren die bösen Hacker, denn sie machen mit ihren Bots Windows instabil und langsam.

    Schon seltsam, dass der eine Geschäftspartner - die Hacker und SPAMer - ihren Partner Microsoft so gut, der andere aber den seinen überhaupt nicht kennt.

  • mannaschnitte, vor 218 Tagen, 6 Stunden, 43 Minuten

    Fast ähnlich schlimm sind ja die ganzen tollen "Marketing" Firmen die Leute bezahlen um Foren mit sinnlosen Postings zuzumüllen und künstliche User erschaffen, die dann Werbelinks setzen. Genau der gleiche Scheiss.

    • Und das geht sogar nicht nur unter dem bösen Windows:

      madmaxx3, vor 218 Tagen, 6 Stunden,

      Oder Leute, die halt Google mit dieser SEO-Sch**** vollspammen - es gibt eben auch ein paar legale Spam-Möglichkeiten. Die nötigen Keyword-optimierten Texte kann man natürlich auch recht kostengünstig in Auftrag geben, wobei ich mich frage ob es nicht einfacher und günstiger wäre, dafür gleich einen Text-Generator zu verwenden.

  • Diese Computer haben eines gemeinsam: Sie laufen auf ... Win

    dermitdemkleinstweichtanzt, vor 218 Tagen, 11 Stunden, 15 Minuten

    ROFL.

    Das ist mal ein richtig guter Artikel. In dem Zusammenhan kling "Microsoft Research" schon fast lächerlich?

    • jajaja...

      atrioom, vor 218 Tagen, 10 Stunden, 58 Minuten

      die maschine ist immer genau so dämlich wie ihre nutzer. also von wegen windows, wenn ich rund um meine wohnung 4 ungesicherte wlan netze finde, dann ist ja auch nicht der router schuld, oder?

    • suit, vor 218 Tagen, 10 Stunden, 54 Minuten

      Dafür, dass ein große teil der Windows-Maschinen Schlecht gesichert ist, kann Microsoft wenig.

      Viele nutzen eine nicht lizenzierte Kopie ohne jegliche Sicherheitsupdates oder Service-Packs - anderer verweigern trotz legaler Windows-Version die Updates, weil diese ja "automatisch" kommen. Wenn jede brav updaten würde, wäre der IE6 z.B. schon nahezu ausgerottet - aber der der IE7 ist ja gefährlich - und der IE8 sowieso.

    • schuld sind immer die Anderen ... ROFL.

      dermitdemkleinstweichtanzt, vor 218 Tagen, 10 Stunden, 38 Minuten

    • Dass Windows-Maschinen

      c1x111, vor 218 Tagen, 8 Stunden, 14 Minuten

      schlecht gesichert sind, dafür kann Microsoft wenig?

      Täusche ich mich, oder verkaufen die ihr Betriebssystem sogar um relativ teures Geld? - Gut, wieso bekommt der Kunde für seine schwer verdiente Marie dann kein sicheres System? Normalerweise sollte ein Produkt erst dann zum Kunden gehen, wenn es ausgereift ist!

      Anders ausgedrückt: Wenn ein Auto auf einmal nicht mehr bremst, ist dann der Autolenker schuld oder vielleicht doch der Hersteller?

      Dass Windows so "unsicher" ist, ist also sicher kein Problem der Kunden alleine, die oft keine Ahnung haben, wie ein Betriebssytem funktioniert und dass es überhaupt Updates gibt!

    • wie SUIT schon treffend beschrieben hat:

      landspeed97, vor 218 Tagen, 7 Stunden, 28 Minuten

      Für seine PC-Sicherheit muß man auch 'was tun.
      Anders ausgedrückt: Wenn ein Auto auf einmal nicht mehr bremst, hätte der Autolenker schon vorher mal zu einem angeratenen Service gehen sollen. Der Hersteller weisst darauf hin, ergo IST der Autofahrer (Fahrzeughalter, wie auch immer) schuld.

      (Ausnahmen bestätigen die Regel - bei Microsoft wie auch bei den Autoherstellern - letztere Gott sei Dank weniger oft :-)

    • Guter Vergleich:

      tomtiger, vor 218 Tagen, 6 Stunden, 59 Minuten

      Wäre Windows ein Auto, dann müßte das - obwohl teuer bezahlt - täglich in die Werkstätte, weil der Hersteller ein fehlerhaftes Produkt ausgeliefert hat.

      Anders als ein Auto - das einer Abnutzung unterworfen ist und daher Wartung braucht - nutzt sich Software nicht ab. Wenn ein Fehler auftritt, ist es ein Produktionsfehler.

      ----

      Ah ja, die Router. Der Router ist nicht schuld, der Händler/Hersteller ist schuld, weil er ihn in einem ungesicherten Zustand verkauft. Und das vorsätzlich, weil sich gezeigt hat, das die Kunden zu blöde sind, das Gerät in Betrieb zu nehmen oder aber auch abzusichern.

      Und wenn die Kunden zu blöde sind, es zu konfigurieren, es also "nicht geht", dann ist das Gerät schlecht, wenn die Kunden aber im nachhinein draufkommen, das es unsicher war, nehmen sie die Schuld auf sich.

      Das ist natürlich ein Topfen, und es ist fahrlässig von Händler und Hersteller.

    • Da gebe ich Suit gerne recht!

      frohsinn, vor 218 Tagen, 6 Stunden, 34 Minuten

      Bei den Vergleichen mit dem Auto vergesst ihr leider immer, dass es diese nervigen Jungs gibt, die gern hacken und hijacken.

      Keiner würde den BMW dafür verantwortlich machen, wenn das Autoradio gestohlen wird, aber MS hat, wenn es um Illegalität geht Schuld.

      Bin immer noch der Meinung, dass MS schneller Löcher schließt als die freie Gemeinde von Linux.

    • Stop!

      janishofer, vor 218 Tagen, 5 Stunden, 57 Minuten

      Das wird ja lächerlich.
      Ich fahre einen 60 jahre alten Jaguar. Die Firma Jaguar wollte noch nie, dass ich ein Update mache, um die Sicherheit zu erhöhen. Allerdings habe ich freiwillig eines installiert und später erneuert: Sicherheitsgurt 1.0 (Beckengurt), 1.1 (Brustgurt und dann 2.0 (automatischer 3- Punkt Gurt.

      Zurück zum PC: Windows ist so komplex, dass es selbst für ausgesprochene Spezialisten kaum zu durchblicken ist (wer etwas anderes behauptet gehört zu denen, die so wenig wissen, dass sie die Komplexität nicht einmal erahnen). Es wird in den Privatbereich verkauft, an Leute, von denen man weiß, dass sie keine Spezialisten sind. Und zwar in einem Zustand, in dem es Eingriffe des Benutzers benötigt. Wenn wir zum Auto zurück gehen würden: ESP und ABS sind zwar vorhanden, müssen aber vom Käufer noch kalibriert werden. Bloß solch ein Auto bekäme keine Zulassung!

    • An frohsinn:

      tomtiger, vor 218 Tagen, 5 Stunden, 40 Minuten

      Deine Meinung sei Dir unbenommen. Es ist aber ein Faktum, dass bei Linux idR. innerhalb von 24 bis 48 Stunden ein Patch vorhanden ist, wohingegen bei Windows grundsätzlich mal auf den nächsten Patch Day gewartet werden muß.

      Das bedeutet, das Microsoft *vorsätzlich* Lücken nicht schließt, und das seit Oktober 2003.

      Abgesehen davon gibt es Sicherheitslücken, die MS überhaupt nicht schließt, weil sie nicht für remote Angriffe ausgenutzt werden können.

      Bei Conficker z.B. verginge etwa 4 Monate zwischen Bekanntgabe der Schwachstelle und dem Patch, zwei Monate zwischen Vorstellung des ersten Schadcodes und dem Patch. So eine Schluderei gibt es bei Linux nicht, oder nur sehr selten.

      Und bitte, wenn sich herausstellt, das BMW zur Servicevereinfachung unter dem Rückspiegel der Beifahrertüre einen kleinen Schalter angebracht hat, wenn man da drauf drückt geht die Türe auf und das Autoradio wird ausgeworfen, natürlich würden sich da die Besitzer wegen der Massendiebstähle aufregen!

      Du vergißt: BMW hat keinen Fehler gemacht, der zu dem Diebstahl des Autoradios führte, aber es sind die Fehler von Microsoft, die von Schadprogrammen ausgenutzt werden. Die bösen Jungs die Schadsoftware schreiben sind schlimme Finger, aber ohne Fehler von MS sind sie eben machtlos.

    • suit, vor 218 Tagen, 4 Stunden, 54 Minuten

      Diese Auto-Computer-Vergleiche sind immer wieder herrlich :)

      Ja, auch ich bin der Meinung dass Microsoft sehrwohl Fehler macht - allerdings sind Betriebssysteme derart komplex, dass sie kaum Fehlerfrei sein können (weil Menschen Fehler machen).

      Wie schon gesagt wurde sind auch bei Linux oder anderen unixoiden Systemen Updates nötig - die sind zwar schneller verfügbar, aber dennoch hilft das wenig, wenn nicht upgedatet wird. Draußen in der weiten Welt werden wesentlich mehr Webseiten auf Linux-Webserver einem Defacement unterzogen als jene mit Windows als Betriebssystem. Natürlich liegt das daran, dass Linux in diesem Bereich verbreiteter ist - aber würden alle Serverbetreiber brav updaten, wären derartige Massendefacements, bei deinen binnen kurzer Zeit hunderte bis tausende Server mit derselben Sicherheitslücke betroffen sind, nicht mehr so häufig.

      Genau aus dem Grund gibts für Windows automatische Updates, damit eben der "normale Anwender" nicht irgend eine Rocket Science betreiben muss, um irgendwas zu tun.

      btw: zurück zu den Autovergleichen

      Autos werden nahezu "as is" verkauft, da wird nicht dran herummanipuliert. Sie laufen innerhalb der erwarteten Parameter - ein Betriebssystem muss mit Millionen verschiedener Hard- und Softwarekombinationen laufen - das ist ein Unterschied.

      Dennoch sind die meisten alten wie neuen Autos sehr einfach zu...

    • suit, vor 218 Tagen, 4 Stunden, 53 Minuten

      ... knacken - ein Profi benötigt wenige Sekunden um die Türe aufzubekommen - dennoch würde niemand den Autohersteller verantworlich machen, wenn die Karre geklaut wird.

      -- Das Zeichenlimit und die Nichtanzeige dessen nervt.

      Ein simpler Zeichenzähler per JavaScript ist mit ein paar Zeilen einfach implementiert - gerne erstelle ich dem ORF ein unverbindliches Angebot.

    • Teilschuld sind beide

      pc104, vor 218 Tagen, 4 Stunden, 13 Minuten

      User und MS.

      Conficker könnte sich nicht so rasant verbreiten, hätte MS (aus welchem sinnfreien Grund auch immer) nicht Autorun per default für USB-Speichergeräte aktiviert. Allerdings sind die User auch nicht unschuldig, da die meisten Infektionen über die "dancing pig" Schiene laufen (wer's nicht kennt, Wikipedia hilft). Was soll MS denn tun, den User davon abhalten auszuführen was der User will?

      Da hätten wir hier aber gleich die nächste Schreierei, dass MS einem vorschreibt was man mit dem System tun darf und was nicht.

    • An PC104:

      tomtiger, vor 218 Tagen, 3 Stunden, 26 Minuten

      Die Sache ist halt die, ohne autorun & Co. würden wohl 70% der Benutzer nicht mehr mit dem Werkl klarkommen. Und dann bräuchte man wieder Schulungen, und das letzte Argument *für* den Einsatz von Windows in Büroumgebungen wäre dahin.

      An suit:

      Ja, da hast Du wohl recht. Nervig ist halt, das zu einem erheblichen Prozentsatz eben Designentscheidungen von MS für Probleme verantwortlich sind.

  • Hmmm.....

    tomtiger, vor 218 Tagen, 12 Stunden, 14 Minuten

    Und wiederum: Was soll daran neu sein?

    Kein Krimineller weiß, was er von einem anderen Kriminellen im Zuge eines kriminellen Geschäftes bekommt.

    Der Junkie weiß nicht, was er von seinem Dealer bekommt, der Käufer nicht, was sein Hehler liefert, und im "gehobenen Segment" wo langfristige Zusammenarbeit nötig ist, geht es anders zu.

    • komisch

      pikacht, vor 218 Tagen, 11 Stunden, 24 Minuten

      warum denke ich dauernd an politik?

    • paradeiser, vor 218 Tagen, 10 Stunden, 45 Minuten

      weils gar nicht möglich ist,dabei NICHT an Politik zu denken

    • Ich denke da nicht an Politik

      janishofer, vor 218 Tagen, 4 Stunden, 59 Minuten

      ich bin käufer von Microsoft Produkten und kenne daher die, im Artikel geschilderten Geschäftspraktiken, aus eigener - leidvoller - Erfahrung zur Genüge.

    • zlozale, vor 218 Tagen, 4 Stunden, 15 Minuten

      politik?
      ich denk da nur an die legale extrawurst vom gesetzestreuen fleischhauer - wer weiss denn da schon, was drinnen ist?

  • alles recht und schön aber was sollen sie anderes dazu schreiben?

    bleiberecht, vor 218 Tagen, 12 Stunden, 31 Minuten

    spam ist super und man kann das große geld damit machen?

    • suit, vor 218 Tagen, 10 Stunden, 51 Minuten

      Bei einem Test im letzten Jahr führte von nur eins von 12 Millionen Spam-Mails zu einem Kauf.

      Profitabel scheint es aber trotzdem zu sein.
      http://www.lopsta.com/story/conversion-rate-von-email-spam

    • konstapel, vor 218 Tagen, 10 Stunden, 38 Minuten

      ja, weil einige Milliarden Mails täglich verschickt werden. Da stehen mehrere Server die nichts anderes tun. Wenn da ein paar Täglich einzahlen rentiert sich das ganze schon ;)

    • suit, vor 218 Tagen, 4 Stunden, 51 Minuten

      Da stehen keine Server im sinne von "Server", das sind gewöhnliche infizierte Clients :)

    • janishofer, vor 218 Tagen, 4 Stunden, 44 Minuten

      konstapel, wenns Server wären wäre das Bekämpfen von SPAM Mails simpel, man bräuchte nur eine Liste dieser Server. Die Liste gibt es natürlich (Spamhaus, etc.), aber es sind kaum professionelle Server draus, sondern der Großteil sind "Hausfrauencomputer" (sorry, der Name ist sexistisch, aber üblich), vielleicht auch Ihrer?