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"Asozialer Effekt" durch Facebook & Co.

DISKUSSION
29.09.2009|20:32

Beim Internet Summit des Verbands der österreichischen Internet-Anbieter (ISPA) ist man der Frage nachgegangen, wie sich Soziale Netzwerke wie Facebook, Xing und studiVZ auf das reale Leben auswirken. Nicht alle Diskussionsteilnehmer konnten positive Effekte feststellen.

Während die Moderatorin Andrea Hammer von der ISPA einen "realen Druck aus der virtuellen Welt" verspürt, wenn sie in ihrem Facebook-Account längere Zeit keine Statusmeldungen veröffentlicht, hat Armin Thurnher vom Falter Verlag in seiner Redaktion ganz andere Beobachtungen angestellt. Man traf einander auf dem Podium, um darüber gemeinsam zu diskutieren.

"Web-Medien sind parasitär"

Die ISPA hat am Dienstag im Rahmen des Internet Summit Austria 2009 zu einer Podiumsdiskussion zum Thema "Virtuelles Leben - wie real sind soziale Netze?" geladen.

Link:

Seine Mitarbeiter würden sich hysterisch und motorisch gestört verhalten, wenn sie Soziale Netzwerke nutzen. Er orte zudem eine Absenz im Dialog, das Fehlen einer direkten Kommunikation und eine Steigerung des Narzissmus, so Thurnher. Aufgrund dieses asozialen Effekts, der schlechten Beispiele in seiner Redaktion, würde er selbst auch niemals ein eigenes Weblog betreiben wollen. "Web-Medien sind parasitär," fuhr Thurnher fort. "Sie verlassen sich auf alte Medien und recherchieren nicht selbst." Journalisten, die Facebook und Twitter nutzten, würden sich ohnehin selbst genug bestrafen.

Der "Falter"-Mitbegründer beklagte zudem, dass beispielsweise über Personensuchmaschinen Bilder von ihm im Netz zu finden seien, die er selbst nie veröffentlicht hätte. Hier müsse man Regeln festlegen, wie man damit umgehen wolle, so Thurnher in seinem Appell an selbstregulierende Mechanismen.

"Internet-Nutzer sind sich der Risiken nicht bewusst"

"Die offenen Daten sind des einen Freud und des anderen Leid", meinte dazu Johann Maier, SPÖ-Nationalratsabgeordneter und stellvertretender Vorsitzender des Datenschutzrats. Das Hauptproblem sei, dass sich nach wie vor viele Internet-Nutzer nicht der Risiken bewusst seien, die das Veröffentlichen von Bildern und Empfindlichkeiten in Sozialen Netzwerken mit sich bringen würde. Er selbst habe seinen Facebook-Account nach kurzer Zeit wieder gelöscht, so Maier.

An der Diskussion nahmen neben der ISPA-Moderatorin lediglich zwei tatsächliche Nutzer von Sozialen Netzwerken teil: Bernhard Lehner von der Personensuchmaschine 123people und Martin G. Dobner von Parship.at. Beide nutzen Facebook privat, Xing beruflich. Die Plattformen seien eine große Bereicherung, so Lehner, er benütze die Netzwerke allerdings äußerst bewusst. "Man muss sich gut überlegen, ob man die Daten, die man preisgibt, auch in elf Jahren noch online sehen will."

"Digital Natives" verhalten sich anders

Lehner wies als Einziger darauf hin, dass Kinder, die mit dem Internet aufgewachsen sind, anders mit Sozialen Netzwerken umgehen würden als Erwachsene. So hatte auch der MIT-Informatiker Peter A. Gloor kurz vor Beginn der Diskussion verlautbart, dass seine Tochter auf Facebook viele private Informationen von sich preisgebe und sich die Gesellschaft immer mehr in Richtung Transparenz bewege. Ein "Digital Native" auf dem Podium hätte daher keineswegs geschadet.

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(futurezone/Barbara Wimmer)

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Forum

 
  • Social-Network 2.0

    c00lio, vor 130 Tagen, 12 Stunden, 5 Minuten

    Die Mehrheit der aktuellen sozialen Netze bieten keinen Mehrwert der über ein paar Wochen hinausgeht. Eine Ausnahme stellt da www.24act.com. Hier wird versucht die digitale mit der realen Welt zu verbinden. Somit kann man diese Plattform als unterstützendes Werkzeug für die Koordination der Freizeitaktivitäten mit seinen Freunden benutzen. Diese Plattform dient daher nicht ihrem Selbstzweck, sondern stellt den Menschen wieder in den Mittelpunkt (und nicht den Computer). Daher kann man dies auch als eine Art Weiterentwicklung der herkömmlichen Social-Network Plattformen betrachten. Sozusagen Social-Network 2.0

  • wickedvienna, vor 132 Tagen, 7 Stunden, 40 Minuten

    So war es bei mir auch.

  • fluchtwegplan, vor 132 Tagen, 7 Stunden, 52 Minuten

    In dem Artikel steht schon viel Wahres, obwohl mir die Meinung vom Thurnher etwas zu radikal ist. Ich glaube nicht, dass er sich auf Dauer so gegen Social Networks verwehren kann, obwohl, bis zur Pension wird er schon damit durchhalten.

    In der medianet Ausgabe von gestern stand eine interessante Meldung zum Thema. Facebook hat sich nämlich mit dem Marktforschungsunternehmen Nielsen zusammengetan um den Werbewert der Plattform zu erforschen. Das ist für mich der erste Schritt zur Werbeplattform und ab dann wirds uninteressant.

  • verdammtes Facebook!

    kaharatschonbonatschon, vor 132 Tagen, 10 Stunden, 34 Minuten

    da stellen die Leut´ eh nur lauter Fotos von sich rein, wo´s wie die letzten Neandertaler ausschauen.

    • gh0stindamachine, vor 131 Tagen, 11 Stunden, 40 Minuten

      Was vermutlich daran liegt, dass sie's auch sind. Wer kein Leben hat, verbrät seine Lebenszeit halt auf Schmeißbook.

  • auf ö3 war ein bericht, dass es schon plattformen

    sodenkdoch, vor 132 Tagen, 11 Stunden, 22 Minuten

    gibt die helfen um aus solchen netzen wieder rauszukommen. verkehrte welt

    • Es gibt sogar...

      froggrer, vor 132 Tagen, 7 Stunden, 9 Minuten

      ...Anwälte die darauf spezialisiert sind Fotos von dir im Internet zu suchen, und dann den verklagen der sie online gestellt hat!

  • "verlassen sich auf alte Medien und recherchieren nicht selbst."

    euripides, vor 132 Tagen, 12 Stunden, 10 Minuten

    Warum nur erinnert mich das an

    http://www.computerwoche.de/netzwerke/web/1887019/

    Spiegel, Handelsblatt, Bild, ... haben brav den falschen Wikipedia-Eintrag abgeschrieben, statt selbst zu recherchieren.

  • ich hab in Facebook

    bitteichweißwas, vor 132 Tagen, 12 Stunden, 37 Minuten

    alte Freunde wiedergefunden wo der Kontakt schon längst abgebrochen war und jetzt gibt´s eben wieder Kontakte, schlecht?

    • Als man das vor 10 Jahren gemacht hat,

      nemooo, vor 132 Tagen, 12 Stunden, 18 Minuten

      hast Du dieselben Leute noch als Nerds bezeichnet und gesagt "get a life".

      Kervehrte Welt...

    • gwuerzer2, vor 132 Tagen, 11 Stunden, 51 Minuten

      Alte Freunde wiederfinden, OK. Mag einer der positiven Seiten von Facebook sein. Der Kontakt zu ihnen wird aber selten mehr so, wie er "zu alten Zeiten" mal war.

    • wickedvienna, vor 132 Tagen, 7 Stunden, 38 Minuten

      Besser ein Kontakt, als kein Kontakt.

  • nicht schlecht

    joechip, vor 132 Tagen, 13 Stunden, 22 Minuten

    "die meisten sind sich nicht bewusst....blablabla"
    Ich lasse mich gerne von einem Nationalratsabg. einer sterbenden Partei als dumm hinstellen. Was sich diese Politiker (ohne Bildung, Allgemeinwissen, etc) dem zahlenden Bürger gegenüber herausnehmen ist eine Ungeheuerlichkeit!!!

    • Komm, beruhig dich

      hadees, vor 132 Tagen, 12 Stunden, 49 Minuten

      Schaum wegwischen, nachdenken und dann erst posten.

      Der Abgeordnete hat keineswegs allen Usern unterstellt, zu dumm zu sein um soziale Netze zu nutzen.

      RICHTIG ist aber,

      . dass junge Menschen Risken oft wirklich noch nicht abschätzen können, die sich aus ihrem Datenaustauschverhalten ergeben

      . dass auch viele Erwachsene noch sehr unerfahren im Umgang mit Web und PC generell sind und auch daher Risken entstehen

      Das bedeutet NICHT dass man die Menschen entmündigen soll, wohl aber hat schon das ABGB aus 1811 den Grundgedanken, dass das Recht bei asymmetrischen Informations- und Machtverhältnissen einen Ausgleich schaffen muss.

  • grauchoo, vor 132 Tagen, 14 Stunden, 39 Minuten

    thurnher verwechselt da was. soziale netzwerke sind durchaus ein problem, aber der reaktionär meint eigentlich, dass das web überhaupt abgeschafft gehört.

    • Wo liest du das?

      chrilly, vor 132 Tagen, 14 Stunden, 26 Minuten

      Ihm gehen die jungen Redakteure die nur im Netz herumschwirrren anstatt seinen weisen Worten lauschen, auf den Arsch. Das ist ja verständlich. Aber mehr kann ich seinen Ausführungen nicht entnehmen.
      Man hatte einst (1990) hohe Erwartungen, dass das Netz Transparenz, Demokratie, Bürgerbeteiligung bringen wird. Da ist inzwischen ziemliche Ernüchterung eingekehrt. Es war auch naiv. Jede Technik eröffnet zwar gewisse Möglichkeiten, ob sie genutzt werden, hängt aber weitgehend von den gesellschaftlichen Umständen ab.

    • das seht nicht da

      grauchoo, vor 132 Tagen, 13 Stunden, 27 Minuten

      aber thurnher mag das web nicht. kann man immer wieder im falter lesen und sieht man der website auch an.

    • grauchoo, vor 132 Tagen, 13 Stunden, 27 Minuten

      reiche ein t nach.

    • na dann soll er sich einfach raushalten

      sodenkdoch, vor 132 Tagen, 12 Stunden, 25 Minuten

  • Facebook

    miraculix11, vor 132 Tagen, 14 Stunden, 42 Minuten

    Facebook - die Einsamkeit unter vielen Freuden

    • gwuerzer2, vor 132 Tagen, 14 Stunden, 35 Minuten

      Ich wundere mich auch immer, wenn ich sehe, jemand hat 5000 "Freunde" - aber z.B. die Bilder, die er reinstellt, kommentiert niemand.

    • Wir könnten ja auch

      chrilly, vor 132 Tagen, 14 Stunden, 21 Minuten

      ins Wirtshaus gehen und dort über das neumodische Zeugs schimpfen. dischkutieren wir hier. Ich weiss zwar, dass der Gwuerzer2 öfters beim orf-Wirtn sitzt, hab aber keine Ahung, was er trinkt, anzieht, aussieht....

    • gwuerzer2, vor 132 Tagen, 11 Stunden, 53 Minuten

      Was der gwuerzer trinke, anzieht und wie er aussieht, entnehme man seinem Facebook-Profil ;-)

    • gwuerzer2, vor 132 Tagen, 11 Stunden, 53 Minuten

      trinkt