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INQ Mini 3G

"Mit Apple wetteifern ist nicht sinnvoll"

HANDYS
09.10.2009|06:00

Während zahlreiche Handyhersteller um den nächsten "iPhone-Killer" rittern, will das "3"-Spin-off INQ Mobile mit günstigen Handys und dem Fokus auf einfache Kommunikation in Sozialen Netzwerken punkten. Das INQ Mini 3G soll laut Frank Meehan, dem Chef der Herstellerfirma, mobiles Internet auf den Massenmarkt bringen. Der Smartphone-Markt sei noch klein und Apples iPhone derzeit ohnedies nicht einzuholen.

Seit Donnerstag bietet "3" mit dem INQ Mini 3G ein Handy an, dass den aktuellen Designtrends auf den ersten Blick so gar nicht entspricht: Es hat keinen Touchscreen und ist mit 10,2 mal 4,5 mal 1,2 Zentimeter auch nicht besonders groß. Das 2,2 Zoll große Display hat eine Auflösung von 240 mal 320 Pixel - das ist ausreichend, aber wenig aufregend.

INQ Mobile Mini 3G von links

Die Zielgruppe für das INQ Mini 3G definiert Meehan "alle bis 35 Jahre", für "3"-Österreich-Chef Berthold Thoma sind es "alle, die das Internet nutzen". Preislich zielt das Gerät deutlich auf eine jüngere Zielgruppe ab, es kostet mit Vertrag drei Euro, als Wertkartenhandy (ab November) 99 Euro.

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Konkurrenz für Nokia & Co.

Dennoch glaubt Meehan, dass das Gerät seinen Platz auf dem Markt finden wird, vor allem durch die fixe Integration von Sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter ins System. Anfragen und Chats können etwa direkt aus dem Nachrichtenordner, wo sonst nur SMS zu finden sind, erstellt werden. Skype und der Windows Live Messenger sind ebenfalls vorinstalliert, die Anwendungen können gleichzeitig ausgeführt werden. "Wir wollen nicht Apple Konkurrenz machen, sondern Herstellern wie Nokia, Sony Ericsson und Samsung", erklärt Meehan das Konzept.

Diese Hersteller unterstützen laut Meehan auf ihren Handys 3G und mobiles Internet noch nicht ausreichend, viele der aktuellen Smartphones seien zudem schwierig zu bedienen. Daher haben sich ehemalige "3"-Mitarbeiter, zu denen auch Meehan gehört, entschieden, eigene Handys zu bauen, um damit den Wünschen der Nutzer - und naturgemäß auch der Mobilfunker - zu entsprechen.

Facebook auf dem INQ Mobile Mini 3G
Facebook auf dem INQ Mini 3G

Als Basis für das selbst entwickelte Betriebssystem von INQ Mobile dient die BREW-Plattform von Qualcomm.

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Simpel und etwas kraftlos

Im ersten Test zeigt sich das Gerät, dessen selbst entwickelte Plattform laut Meehan auch gängige Java-Anwendungen unterstützt, nicht rasend, aber ausreichend schnell. Die Navigation ist simpel und zweckmäßig. Die Kamera hat eine Auflösung von zwei Megapixel und kann für Videos genutzt werden. Das Handy kann auch als Modem (HSDPA) verwendet werden, was im Test anstandslos funktionierte - beim Anstecken öffnete sich automatisch die notwendige Software für die Installation.

Beim Anschluss über USB (Mini-USB am Handy) am Computer wird das Gerät gleichzeitig geladen, dabei allerdings etwas warm. Die Kopfhörer werden ebenfalls über Mini-USB angesteckt. Über die Software doubleTwist kann Musik auf das Gerät geladen werden, dazu muss man sich bei doubleTwist vorher allerdings einen Account anlegen. Ein Anruf via Skype funktionierte klaglos, das Hochladen eines Bilds auf Facebook dauert dafür etwas länger. Der Akku soll bei Gesprächen über 3G 160 Minuten halten, in 2G-Netzen 210 Minuten.

Touchscreens nicht für alles geeignet

Das Retrodesign des Handys sei das Ergebnis eigener Marktforschungen und Umfragen, sagt Meehan: "Vor allem Jugendliche sind noch sehr T9-orientiert und können mit einem Nummernpad wesentlich schneller und meist blind schreiben. Mit einem Touchscreen geht das nicht, die eignen sich nicht für die schnelle Kommunikation." Außerdem seien viele Touchscreens noch nicht gut genug - bis auf das iPhone, dem Meehan bei der Präsentation laufend Rosen streut.

INQ Mobile Mini 3G

"Apple hat die Industrie aus dem Cruise-Modus geholt" und die Vorstellung verändert, was Handys leisten sollen, so Meehan. Viele Hersteller würden nun gerne aufholen und dabei versuchen, das iPhone zu kopieren - allerdings meist schlecht. Bis Apples iPhone kam, habe es auf dem Markt nur aufgebohrte 2G-Geräte gegeben, fügt "3"-Chef Berthold Thoma hinzu. Auch "3" habe mit Apple verhandelt, aber keine Einigung erzielt. Daher habe man sich entschlossen, eigene Geräte zu bauen.

Kommunikation auf allen Kanälen

Warum hat INQ Mobile nicht selbst ein mit dem iPhone vergleichbares Gerät gebaut oder zumindest einen Touchscreen integriert? "Das iPhone ist großartig für Spiele und mobiles Internet, aber nicht für schnelle Nachrichten. Ich glaube schon an Touchscreens, aber sie müssen noch besser werden", erklärt Meehan.

Das INQ Mini 3G hingegen biete den Leuten gezielt, was sie wollen - die schnelle Kommunikation von unterwegs auf möglichst vielen Kanälen. Zudem sei der potenzielle Markt für das INQ Mini 3G größer: Derzeit seien erst 20 Prozent der Handys Smartphones, den Großteil davon besetze Apple. "Mit Apple wetteifern ist nicht sinnvoll. Wir wollen aber ebenfalls eine gute Internet-Nutzung auf dem Handy bieten."

INQ Mobile Mini 3G von rechts

Smartphones in Österreich bei 20 Prozent

Diese Aufteilung von Smartphones zu klassischen Handys bestätigt T-Mobile Österreich auf Anfrage, auch wenn sich dort seit Anfang des Jahres Smartphones mit einem Anteil von 40 Prozent bei Neukunden zuletzt deutlich besser verkauft hatten. Allerdings hat T-Mobile dieses Jahr das iPhone und die Google-Handys sehr prominent vermarktet - zieht man das ab, kommt man wieder auf eine Verteilung von 20 zu 80.

Auch bei der mobilkom austria verkauften sich Smartphones wie das HTC Magic und der Blackberry Storm "hervorragend". Die Nachfrage nach Smartphones gehe eindeutig und stetig nach oben. Gleichzeitig gebe es aber auch immer noch den Wunsch nach simplen Handys, mit denen man "nur" telefonieren und SMS schicken könne, so die mobilkom. Bei der mobilkom samt B.Free und bob steht das Verhältnis zwischen Smartphones (S60, BlackBerry, Android, Windows Mobile) und "normalen" Handys laut Angaben des Providers 25 zu 75. Das Verhältnis von 3G- zu 2G-Handys liegt bei 40 zu 60, wobei auch hier der Anteil der 3G-Handys im Steigen begriffen sind.

INQ Mobile will Portfolio ausbauen

Der Zugriff auf Soziale Netzwerke von unterwegs steige allerdings auch ständig, so T-Mobile Österreich gegenüber ORF.at, das zudem von einer starken Nachfrage nach Touchscreen-Geräten berichtet.

Das ist wohl auch der Grund, warum INQ Mobile nächstes Jahr selbst ein Handy mit berührungsempfindlichem Bildschirm auf den Markt bringen will. 2009 kommt noch das INQ Chat 3G mit QWERTZ-Tastatur, ein Android-Handy will der Hersteller dann ebenfalls 2010 anbieten. Das werde dann allerdings auf den High-End-Markt abzielen, denn die Hardware für Android-Geräte sei deutlich teurer, da sie leistungsfähig sein müsse. "Android ist anspruchsvoll, das läuft nur auf High-End-Geräten", die dann entsprechend teuer seien, so Meehan. Grundsätzlich wolle INQ Mobile aber in Zukunft alle Bedürfnisse des Marktes abdecken.

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(futurezone/Nadja Igler)

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Forum

 
  • Naja - warum nicht, wird sicher jemanden gefallen

    mdav, vor 162 Tagen, 13 Minuten

    Ich finde die Idee nicht schlecht, wird sich sicher jemanden dafür geben der es kaufen will.
    Finde auch die ganze Diskussion lustig, das sich Leute wegen einem Handy nieder machen :o) :o) man hat ja sonst keine Probleme.

    Ich selber finde es aber eher auch einen rueckschritt, nutze selber das Iphone und bin begeistert. Es ist so simple zu nutzen, auch ohne extra eine Anleitung dazu. Na mal sehen was noch kommt, und nicht vergessen, abschalten kann man ja immer :o)

  • netter Versuch

    sine, vor 162 Tagen, 9 Stunden, 53 Minuten

    aber ist nur ein netter Versuch an das original iphone ranzukommen.

    • market, vor 161 Tagen, 16 Stunden, 16 Minuten

      eher ein abgespecktes weniger uncooles iPhone Imitat.

  • harddrive, vor 162 Tagen, 14 Stunden, 42 Minuten

    bin gespannt auf die Verkaufszahlen; ich glaub', dass das nicht der Renner werden wird. Naja, wir werden sehen.

    • glaub, dass uns verkaufszahlen

      sine, vor 162 Tagen, 9 Stunden, 51 Minuten

      ziemlich wurscht sind. als konsument will ich ein sexy ding in händen, dass all die sachen kann die ich unterwegs brauche od. verwenden mag.

  • Toller Werbe-Beitrag des Bezahlsenders.

    derkommentator, vor 163 Tagen, 18 Stunden, 39 Minuten

  • fixe integrration von twitter und..

    ccctecxx, vor 163 Tagen, 20 Stunden, 27 Minuten

    NEEEXT
    geräte die mit diesem müll für sich werben ignorier ich sowies von vornherein.

    • Social Media

      juliaseifert, vor 163 Tagen, 20 Stunden, 13 Minuten

      Womit würdest du denn werben, wenn du ein Social Media Handy auf den Markz bringst?

  • gh0stindamachine, vor 164 Tagen, 30 Minuten

    Ganz klar, die Integration von Assbook und Plapper macht dieses Gerät sicherlich zum Verkaufsrenner unter 13-15jährigen. Der Hersteller verdient sich damit eine Goldene Pickelnase!

    • dumpfschädel, vor 163 Tagen, 23 Stunden, 20 Minuten

      ein bemerkenswert reifer und geistreicher beitrag. danke.

    • gh0stindamachine, vor 163 Tagen, 22 Stunden, 23 Minuten

      Es war mir eine Ehre!

  • Ein weiterer billiger Plastikbomber,

    thepianoplayer, vor 164 Tagen, 1 Stunde, 21 Minuten

    mehr ist es nicht. In einem Jahr bereits wieder total uninteressant & vergessen.

    • Allerdings...

      onmyway, vor 163 Tagen, 18 Stunden, 32 Minuten

      Der Artikel hat gewirkt: Ich möchte das Handy unbedingt NICHT haben ;)

    • tja wahrscheinlich habt ihr eh recht -

      sine, vor 162 Tagen, 9 Stunden, 48 Minuten

      wird wahrscheinlich 1 Jahr in den Medien herumgeistern - und trotzdem will jeder lieber das original iphone... naja

  • Ich will einfach nur Telefonieren!

    yistin, vor 164 Tagen, 1 Stunde, 46 Minuten

    Ganz toll. "Das Handy ist auch Kochbuch, Lokusrollenhalter, Fliegenklatsche, Handfeger.." - "Kann man damit auch telefonieren?" - "Moment, das muss ich im Handbuch nachsehen!"

    Ich will einfach nur telefonieren. Internet auf dem Winz-Bildschirm? "Der erste Buchstabe ist ein 'U', oder?" - "Es könnte auch ein 'V' sein".

    Gott sei Dank werden bei uns in den Tagungsräumen derlei Geräte zunehmend untersagt - die Teilnehmer sind tatsächlich wieder gezwungen, zuzuhören anstatt auf dem Smarty Mails zu hackern oder mit dem Notebook Minesweeper zu spielen.

    • Internet am Handy

      bolitika, vor 164 Tagen, 1 Stunde, 37 Minuten

      wenn ich kurzfristig an Information gelangen möchte, so bin ich mit meinem HTC Magic Android-Phone wesentlich schneller als wenn ich erst mein Notebook anwerfen oder mich an die benötigte Information telefonieren müsste.

      Wenn man auf heutigen Handydisplays ein U von einem V nicht unterscheiden kann, dann ist man entweder a) Analphabeth, b) Schasaugad (Augenarzt hilft!), c) Teil des älteren Semesters und somit sowieso nicht fähig die Möglichkeiten der neuen Geräte auszuschöpfen ..

      Aber glücklicherweise gibts ja eigene Seniorenhandys für euch ..

    • @yistin

      exthir, vor 164 Tagen, 1 Stunde, 31 Minuten

      dann telefonier einfach, kauf ein handy das nur telefonieren kann (Emporia zB), und verschone die mit einen Posts, die mit dem Handy mehr machen wollen. Die zum Beispiel diesen Post schreiben.

    • clark2005, vor 164 Tagen, 1 Stunde, 6 Minuten

      Internet auf dem Handy ist kein Problem dank Zoom, auch nicht für gängige Standardmodelle. Mit dem IPhone dank Touchscreen fast schon komfortabler als am PC, hoffe es kommen bald Notebooks mit Multitouch.

    • Harte Zeiten...

      jojoeh, vor 164 Tagen, 26 Minuten

      Brechen für mich an, wenn ich in manch einem Tagungsraum nimmer mit meiner Beere arbeiten darf.
      Denn was manche "PowerPoint Zombis" (stehen wie angenagelt draußen, bewegen sich allenfalls ruckartig, stottern beim Lesen der einenen Folie...) von sich geben, ist genau so lähmend wie der Vortrag...
      Da schreib ich lieber meine mails, oder poste so wie jetzt... *ggg*

      Ach ja, man kann bei fast jedem Endgerät die Schriftart / Größe einstellen. Dann kommt das "u oder v" Problem nicht mehr vor!

  • ich brauch zb

    jemniak, vor 164 Tagen, 2 Stunden, 13 Minuten

    nur ein sw handy . so wie ein e-reader und ohne tasten .. bitte

  • Das Ding dürfte...

    drobi, vor 164 Tagen, 2 Stunden, 50 Minuten

    ...wohl ein genauso ein "Renner" werden wie das verkrüppelte Skypephone.