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Hauptuniversität Wien

ÖH-Wahl an Uni Wien ungültig

E-VOTING
27.11.2009|10:54

Die Wahl zur Österreichischen Hochschülerschaft (ÖH) an der Universität Wien muss wegen fehlerhafter elektronischer Stimmzettel voraussichtlich wiederholt werden. Auch der Urnengang an der Universität Salzburg könnte aufgehoben werden.

Die Bundeswahlkommission hat die Wahl aufgehoben, wie der APA aus zuverlässiger Quelle bestätigt wurde. Grund für die Wahlaufhebung soll indirekt das bei der ÖH-Wahl 2009 erstmals mögliche E-Voting sein.

Auf dem elektronischen Stimmzettel war der Listenname der Jungen Europäischen Studenteninitiative (JES) fehlerhaft, der Liste fehlte das Wort "Europäische". Zudem fehlten auf dem Internet-Stimmzettel bei allen Fraktionen die Kurzbezeichnungen. Kurios dabei ist, dass die JES selbst auf einen Einspruch gegen die Wahl verzichtet hatte.Von der Aufhebung der ÖH-Wahl wäre die Universitätsvertretung der Universität Wien, nicht jedoch die Studienvertretungen betroffen.

Eine für Freitagnachmittag angesetzte Sitzung der Wahlbehörde, bei der weitere der ingesamt 33 Einsprüche gegen die ÖH-Wahl behandelt werden sollten, wurde kurzfristig auf kommenden Dienstag vertagt. Zuvor hieß es, dass zwar noch die Chance besteht, dass von diesem Beschluss wieder abgegangen wird, es wird aber nicht damit gerechnet. Dagegen seien die Chancen hoch, dass auch der Urnengang an der Universität Salzburg aufgehoben wird.

Keine offizielle Bestätigung

Eine offizielle Bestätigung der Bundeswahlbehörde zur Aufhebung der ÖH-Wahl an der Universität Wien gebe es noch nicht, sagte deren Leiter Bernhard Varga Freitagvormittag zu ORF.at. Offizielle Bescheide zu sämtlichen Wahlanfechtungen sollen in den kommenden ein bis zwei Wochen versandt werden, so Varga. Die Aufhebung der ÖH-Wahl ist erst mit der Ausstellung eines entsprechenden Bescheids fix.

Bei der ÖH-Wahl an der Uni Wien wurden die Grünen und Alternativen StudentInnen (GRAS) die stimmenstärkste Fraktion (32,7 Prozent) vor der AktionsGemeinschaft (26,7 Prozent) und dem Verband Sozialistischer StudentInnen Österreichs (VSStÖ) mit 21 Prozent. Von den insgesamt 70.200 Wahlberechtigten gaben 21,5 Prozent ihre Stimme ab. Die Universität Wien entsendet die meisten Mandatare (15) aller Unis in die ÖH-Bundesvertretung.

Sobald dieser allen wahlwerbenden Gruppen der betreffenden Uni zugestellt ist, haben diese zwei Wochen Zeit für eine Berufung an die nächsthöhere Instanz, den Wissenschaftsminister. Sobald die Aufhebung rechtskräftig ist, muss die Wahl innerhalb von 60 Tagen wiederholt werden.

Bisher wurden ÖH-Wahlen zwar bereits aufgehoben. Eine Wiederholung des Urnengangs fand aber noch nicht statt, da aufgrund des Fristenlaufs immer die nächste reguläre Wahl "dazwischenkam". Sollte gegen die Aufhebung der ÖH-Wahl an der Uni Wien berufen werden, sei das auch in diesem Fall sehr wahrscheinlich, meinte ein Beobachter zu ORF.at.

Umstrittenes E-Voting

Die Grünen und Alternativen StudentInnen (GRAS) und der Verband Sozialistischer StudentInnen (VSStÖ) fühlen sich durch die Aufhebung der Hochschülerschaftswahl an der Uni Wien in ihrer Kritik am E-Voting bestätigt. Beide Fraktionen hatten das Ergebnis angefochten. Die Bundes-ÖH zeigte sich dagegen zurückhaltend: Man habe offiziell noch keine Infos, so der stellvertretende ÖH-Vorsitzende Thomas Wallerberger (Fraktion engagierter Studierender, FEST). Die ÖH werde wie bisher weiterarbeiten und zunächst den entsprechenden Bescheid abwarten.

GRAS-Vertreterin Flora Eder sagte, dass es "nur eine Frage der Zeit gewesen ist, bis sich da was tut". Dabei gehe es der GRAS weniger darum, die Wahl tatsächlich neu durchzuführen, sondern um eine Verhinderung des E-Votings für künftige Urnengänge.

GRAS-Sprecherin Eva Pentz sagte am Freitag auf Anfrage von ORF.at, dass ihre Organisation beabsichtige, den Kampf gegen E-Voting weiter durch die Instanzen vor den Verfassungsgerichtshof (VfGH) zu bringen.

"Wir sind an 13 Universitäten angetreten und haben an jeder dieser Hochschulen Beschwerden eingelegt, und zwar gegen die administrativen Pannen im Zusammenhang mit der Einführung von E-Voting - außerdem haben wir grundrechtliche Bedenken geltend gemacht", so Pentz.

Auch an den elf Universitäten, an denen die Bundeswahlkommission die Wahl offenbar anerkannt hat, werde man die Beschwerden weiter vor das Ministerium ziehen. Das Ministerium hat dann wieder sechs Monate Zeit, um auf die Beschwerden zu reagieren. Weist es diese zurück, können die GRAS vor den VfGH ziehen. Daniela Musiol, Verfassungssprecherin der Grünen im Nationalrat, wertete am Freitag gegenüber ORF.at die jüngste Entwicklung als "Teilerfolg". Die Bundeswahlkommission habe einige der Argumente gegen das E-Voting-Prozedere anerkannt, die in den Debatten im Nationalrat von der Regierung noch "vom Tisch gewischt" worden seien.

"Husch-Pfusch-Aktion"

Für den VSStÖ war das "E-Voting System eine Husch-Pfusch-Aktion des Ministeriums", so VSStÖ-Vorsitzende Sophie Wollner in einer Aussendung. Man habe nicht nur die technischen Probleme des E-Voting Systems angefochten, "sondern die Verfassungswidrigkeit dieses Wahlsystems". Daher müsse die gesamte ÖH-Wahl ohne E-Voting wiederholt werden.

Auch der Ring Freiheitlicher Studenten (RFS) ging juristisch gegen das E-Voting vor. Der VfGH hatte im August allerdings zwei Beschwerden aus dem Umfeld des RFS gegen das E-Voting wegen formaler Mängel zurückgewiesen.

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(futurezone/APA)

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Forum

 
  • typisch

    derspringendeflip, vor 73 Tagen, 19 Stunden, 33 Minuten

    sollten besserbei "Klassenssprcherwahlen" bleiben, alles andere ist für euch schon eine Maturaaufgabe

  • Lieber Grillhuhn als Hahn.

    vergesstwahlenkauftaktien, vor 74 Tagen, 4 Stunden, 14 Minuten

    • Gott schützt uns

      derspringendeflip, vor 73 Tagen, 19 Stunden, 32 Minuten

      vor solchen wirren Akademikern

    • Meinst Du den Hahn?

      vergesstwahlenkauftaktien, vor 73 Tagen, 11 Stunden, 52 Minuten

    • Hier ist das Präteritum angebracht:

      wrongplayer, vor 71 Tagen, 18 Stunden, 55 Minuten

      Gott schützte "uns" vor weiteren Schaden durch den wirren Akademiker (wurde bereits nach Brüssel entsorgt).

  • wunderbar!

    kaharatschonbonatschon, vor 74 Tagen, 6 Stunden, 9 Minuten

    und jetzt gleich bei der Wahlwiederholung die GRAS wählen.

    • soviel zumThema

      derspringendeflip, vor 73 Tagen, 19 Stunden, 33 Minuten

      Pest und Cholera

  • hurda7, vor 74 Tagen, 6 Stunden, 41 Minuten

    Und Verursacher Hahn wird mit einem EU-Posten belohnt.

    Nur in österreich.

    • Ähnliches beim mutmaßlichen

      wrongplayer, vor 74 Tagen, 6 Stunden, 22 Minuten

      Postenschacherer Strasser:

      o) Initiierte die Zerstörung einer funktionierenden Exekutive.

      o) Wurde für sein braves Umfärben (kompetente Leute gegen inkompetente Parteitreue) mit Listenplatz eins des ÖVP EU-Teams belohnt.

    • Nicht nur das, er wurde, nachdem sein ...

      vergesstwahlenkauftaktien, vor 74 Tagen, 4 Stunden, 17 Minuten

      ... vollmundig angekuendigter Wechsel in die "Privatwirtschaft" offenbar nicht ganz so wie gewuenscht / erwartet verlaufen ist, ja auch gleich zum Delegationsleiter.

      Nicht das mir der RIP-BP Schwiegersohn so sympathisch waere, aber im Vergleich zu einem Strasser hatte der wenigstens schon Erfahrung im EP.

    • An den Falschspieler:

      tomtiger, vor 74 Tagen, 3 Stunden, 20 Minuten

      Also bestenfalls wurden "inkompetente Rote gegen inkompetente Schwarze getauscht".

    • tauceti, vor 72 Tagen, 6 Stunden, 41 Minuten

      inkompetente Rote, die schon Erfahrung sammeln konnten gegen inkompetente Schwarze, die wieder von vorne anfangen...

  • ... die einzige richtige entscheidung

    newbabylon, vor 74 Tagen, 6 Stunden, 53 Minuten

    ...

    alle jene, die daran zweifeln, dass die software, die in österreich zum einsatz kam, beeinflussbar ist und manipulierbar ist, seien darauf hingewiesen, dass auch in den u.s.a., wo jedes jahr ein bedeutend größerer teil des budgets in elektronische wahlverfahren gesteckt wird, geräte im einsatz sind, die bewiesenermaßen, in nur wenigen minuten ausgetrickst werden können (wie man die princeton university hier schildert http://www.youtube.com/watch?v=5WMG34cv0zM )

    • thx für das Video.

      wrongplayer, vor 74 Tagen, 6 Stunden, 9 Minuten

    • solidstate, vor 74 Tagen, 5 Stunden, 40 Minuten

      Die Niederlande waren der Vorreiter bei elektronischen Wahlen - so lange bis ein Hersteller von Wahlcomputern das Land direkt vor einer Wahl beinhart erpresst hat: Entweder der Staat kauft den Betrieb um mehrere 100 Mio. Euro (völlig überteuert) oder die Wahl fällt ins Wasser.
      Dazu kam, dass es mit diesen Mitteln nie eine Wahl ohne Probleme, Missbrauch oder/und Manipulation gab. Jetzt ist man wieder beim guten alten Stimmzettel angekommen.

  • ... die einzige richtige entscheidung

    newbabylon, vor 74 Tagen, 6 Stunden, 55 Minuten

    die öh-wahl an der Uni Wien für ungültig zu erklären ist in diesem zusammenhang die einzig richtige entscheidung. grund für die ungültigkeit dieses wahlvorgangs sollte i.m.h.o. nicht die tatsache sein, dass ein schreibfehler die parteinamen verunkenntlichte sondern die völlige unsicherheit und manipulierbarkeit von e-voting systemen.

    selbst den naivsten computer anwendern ist klar, dass prozesse, die im rechner ablaufen für den benutzer nicht immer ersichtlich sind. ja, es ist nicht einmal ersichtlich, dass prozesse stattfinden. ein schadprogramm, von einem eindringling installiert, könnte nicht nur stimmen für die "richtige" seite stehlen, oder stimmen für den gegner löschen, sondern auch das eigene wirken völlig verschleiern, sodass etwa dem benutzer vorgegaukelt wird, alles sei in ordnung. es ist übrigens auch ganz einfach möglich, dass schadsoftware sich nach dem einsatz, zum beispiel zum stimmen stehlen, selbstständig selbst löscht, sodass mit keiner methode je mehr festgestellt werden kann, dass ein illegitimer zugriff stattgefunden hat.

    alle jene, die daran zweifeln, dass die software, die in österreich zum einsatz kam, beeinflussbar ist und manipulierbar ist, seien darauf hingewiesen, dass auch in den u.s.a., wo jedes jahr ein bedeutend größerer teil des budgets in elektronische wahlverfahren gesteckt wird, geräte im einsatz...

    • Das Problem ist die Nachvollziehbarkeit

      pc104, vor 73 Tagen, 15 Stunden, 17 Minuten

      Bei der Zettelwahl kann jeder, sofern er zählen kann und halbwegs sehen, das Ergebnis kontrollieren. Jede Partei kann irgendeinen dorthinschicken und er kann nach Herzenslust die Zettel rauf und runterzählen wie er lustig ist.

      Bei Computerwahl muß man zwangsläufig dem Computer und seinem Programm vertrauen. Ich bin Programmierer mit fast 15 Jahren Praxis. Und nicht mal ich würde mir zutrauen, ein Millionen Zeilen umfassendes Programm (mal vorausgesetzt ich bekomme den Sourcecode zu sehen) so zu auditieren um nachher mit absoluter Sicherheit sagen zu können, es wurde nicht manipuliert.

      Wenn damit irgendwas erreicht wird, dann dass Anschuldigungen zum Wahlbetrug Tür und Tor geöffnet werden. Ob was dran ist oder nicht? Wer weiß, wer kann's kontrollieren?

  • hermannfranz, vor 74 Tagen, 7 Stunden,

    Naja, wenn die Wahl noch öfters beeinsprucht wird, fördert das unheimlich die Motivation, da hin zu gehen. Bin schon gespannt, wann die Beteiligung unter 10% sinkt. Dass da schön langsam die demokratische Legitimation fehlt, scheint den JungpolitikerInnen bei der ÖH egal zu sein. Naja, aber dass die Studierenden selbst die ÖH nicht mehr als deren Vertretung ernst nehmen, zeigt ein Blick auf die derzeitigen Proteste.

  • trotzdem, vor 74 Tagen, 7 Stunden, 16 Minuten

    Ein weiteres Beispiel für fehlende Kritik seitens der ÖVP-AG an Gehrers/Hahns Missetaten.

    • Die AG-Langweiler

      wrongplayer, vor 74 Tagen, 6 Stunden, 6 Minuten

      sind echt eine parteihörige Schande für Studierende.

  • Das sture Festhalten an einem unpraktikablen

    toupetträger, vor 74 Tagen, 7 Stunden, 19 Minuten

    und nur Zusatzkosten verursachenden System ist wohl nur realitätsfernen bornierten Technikfetischisten gegeben.

    Bitte konkret: Was ist einfacher, sicherer und besser?
    Antworten: ???

    • trotzdem, vor 74 Tagen, 7 Stunden, 14 Minuten

      Die Techniker/Informatiker sind doch die wildesten Gegner dieses e-voting?

    • exakt

      3at3, vor 74 Tagen, 6 Stunden, 39 Minuten

      Eben, weil gewisse Voraussetzungen zur Durchführung einer gesetzlich korrekten Wahl nicht miteinander vereinbar sind.

      Man kann gewisse Probleme in diesem Zusammenhang nicht technisch lösen. Aber das haben die Verantwortlichen und einige Teile der Bevölkerung noch immer nicht begriffen. Leider.

  • trotzdem, vor 74 Tagen, 7 Stunden, 20 Minuten

    Hahn hat mit seinem e-voting Experiment 900.000€ versenkt. Das waren 400€ pro Stimme.
    Wenn jetzt noch einmal gewählt werden sollte, fallen wieder 900.000€ an.

    Die Politik verheizt Millionen in diesen Prestige Projekten, aber für Sitzplätze ist kein Geld da. Wozu auch? Wir haben ja eh viel zu viele Studenten!