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Widerstand gegen Data-Retention in Österreich

AK Vorrat
01.12.2009|21:01

Am Dienstagabend hat sich der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung Österreich in Wien konstituiert. Nach deutschem Vorbild wurde die Rücknahme der Richtlinie gefordert.

Im (immer noch besetzten) Audimax der Universität Wien fand am Dienstagabend eine Informationsveranstaltung zum Thema Vorratsdatenspeicherung statt. Doris Liebwald vom Wiener Zentrum für Rechtsinformatik und Christof Tschohl vom Boltzmann-Institut für Menschenrechte erläuterten die Genese dieser umstrittenen EU-Richtlinie, deren Umsetzung in Österreich auf der Agenda steht.

Oder auch nicht, wenn es nach dem neu gegründeten Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung (AK Vorrat) geht. Der fordert nämlich die Regierung auf, "die Vorratsdatenspeicherung nicht umzusetzen, sondern zu bekämpfen".

Kern der Richtlinie ist bekanntlich, dass dauerhaft gespeichert werden muss, wer mit wem wann wo per Telefon, Handy, SMS und E-Mail kommuniziert hat. In Österreich ist eine Speicherfrist von sechs Monaten für diese Daten angedacht, die nach bisher geltendem Recht gelöscht werden müssen, sobald sie nicht mehr für Abrechnungszwecke benötigt werden.

Am Dienstagvormittag hatte der Dachverband der europäischen Internet-Bürgerrechts- und Datenschutzverbände ebenfalls die ersatzlose Aufhebung der EU-Richtlinie gefordert. "Alle Bürger einer ständigen Aufzeichnung ihrer Kontakte auszusetzen, droht die Demokratie, die verteidigt werden soll, zu untergraben oder sogar zu zerstören. Die Europäische Kommission muss diesem Big-Brother-Gesetz jetzt ein Ende setzen", forderte Patrick Breyer vom deutschen AK Vorrat.

Link:

Paradigmenwechsel

Rene Tritscher von der Österreichischen Wirtschaftskammer sprach demnach "von einem völligen Paradigmenwechsel im Datenschutz", der durch die Richtlinie nun gegeben sei. Tritscher wie Andreas Wildberger, Generalsekretär des Verbandes der Internet Service Provider Österreich (ISPA), sorgten sich vor allem um die Auswirkungen der Richtlinie auf die Anbieter. "Wir gehen davon aus, dass die Schwelle angemessen hoch angesetzt wird", sagte Tritscher, Zugriffe auf die Daten sollte es nur bei Delikten geben, die mit mindestens drei Jahren Haft bedroht seien.

Andreas Krisch (Verein der Internet-Benutzer und treibende Kraft hinter dem Zusammenschluss) bezeichnete die Vorratsdatenspeicherung als unpräziѕ, ja eigentlich rein "verdachtserzeugende" Methode und legte die Hauptforderung auf den Tisch: ersatzlose Streichung der EU-Richtlinie. Zugleich wurde die Konstituierung des Arbeitskreises Vorratsdatenspeicherung Österreich bekanntgegeben.

Ähnlich dem deutschen Vorbild soll es ein loser, aber möglichst breiter Zusammenschluss von Organisationen sein.

(futurezone)

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Forum

 
  • Ist doch eh Schwachsinn!

    fielosof, vor 69 Tagen, 8 Stunden, 43 Minuten

    Allein zu Verrechnungszwecken werden alle gebührenrelevanten Verbindungsdaten sowieso mindestens 3 Jahre aufbewahrt. So lange ist nämlich die gesetzliche Einspruchsfrist gegen die Telekomrechnung.

    • hotdocdcs, vor 69 Tagen, 6 Stunden, 29 Minuten

      Richtig, nur sind in der VDS zusätzliche Daten enthalten.
      zB: Standort, Nichtzustande gekommene Anrufe, ....

    • Falsch

      max7c, vor 69 Tagen, 5 Stunden, 26 Minuten

      Einspruchsfristen legt der Betreiber in seiner AGB fest.

      Bei der Telekom Austria zurzeit 6 Wochen.

    • max7

      psychodaddy, vor 69 Tagen, 30 Minuten

      richtig. Bei manchen Betreibern auch nur 4 Wochen.
      Danach müssen die Daten gelöscht werden.

  • Nur ein Alibi

    senfportionierer, vor 69 Tagen, 10 Stunden, 8 Minuten

    Diese seltsame Veranstaltung der "AK Vorrat" im Audimax scheint mir nur eine Alibiveranstaltung gewesen zu sein. Sodass man dann, wenn schon viele richtige Menschen von Geheimdienstlern geschädigt wurden, sagen kann: "Wir haben es ja versucht. Aber leider, leider..."

  • @neutrino

    himmikruzitürken, vor 69 Tagen, 12 Stunden, 1 Minute

    So viel Ahnungslösigkeit gepaart mit Naivität kann nur von einem typischen FPÖ- "weil wir alle solche Saubermänner sind" - Mandatar kommen. Wer wirklich kriminelle Machenschaften plant, hat heutzutage sowohl bei Hard- als auch bei Software entsprechende Möglichkeiten (z.B. mit 512-bit verschlüsselten Nachrichten zu senden). Bis sowas entschlüsselt ist, ist entweder der Tatverdacht oder der Verdächtige weg... Und zum allwissenden Daten-Big-Brother: Einen Frosch tötet man am besten in dem man die Temperatur seines Wasserbades ganz langsam hochdreht bis es kocht - denn so wird er nicht hinausspringen, bis es zu spät ist...

    • neutrino, vor 69 Tagen, 4 Stunden, 52 Minuten

      Selbst eine 1024-bit Verschlüsselung ist in wenigen Sekunden entschlüsselt da der Primzahlencode als ein komplexes Polynom schon längstens bekannt ist, selbstverständlich ist diese Formel für die profane Öffentlichkeit unter Verschluss gestellt, sie unterliegt eben den Staatssicherheitsbestimmungen!

      ...hier sind einige Fragmente dieses Wissens!,...;-)
      http://tinyurl.com/qmhxbs
      http://science.orf.at/stories/1632070/
      .:.

    • himmikruzitürken

      achtunghup3, vor 68 Tagen, 23 Stunden, 41 Minuten

      Scheiß auf 512 Bit Verschlüsselung. Freemailaccount den alle Terroristen meiner Zelle kennen und Nachrichten über "gespeicherte Entwürfe" austauschen. Schon kannst Dich mit der Vorratsdatenspeicherung brausen gehn!

    • Es gibt so viele Möglichkeiten!

      hochi, vor 68 Tagen, 7 Stunden, 14 Minuten

      Wenn der Wille da ist, wirds auch in Zukunft Möglichkeiten geben, jene "Sicherheitsmaßnahmen zu umschiffen!

      Bei diese gequirlten Sch... gehts doch schon lange nicht mehr um Verbrechensbekämpfung!
      Natürlich werden die Benutzungsdaten dann mal kurz rüber rutschen zu Betrieben die sie brauchen können.
      Oder Frau Innenminister braucht die Handyortung ganz dringend um durchschnittlich 7 verünglückte Bersteiger/jahr zu orten.
      Ich mutmaße einmal, dass der frau Minister der Bergsteiger sch... egal ist!

      Oder der CIA legt mal schnell eine Akte an über den potentiellen Terroristen an, der in wirklich nicht mal eine Fliege den Flügel knicken könnte. Natürloich mit Bank, Handy, Internet Daten inklusive dem gesamten Konsumverhalten, der politischen Einstellung und Kontaktdaten zu anderen "gefährlichen" Personen!

      Worum gehts den wirklich?
      Kurze Antwort, die totale Kontrolle über den Bürger, denn nur dann kann man seine persöhnliche Gelüste und kriminellen Abhandlungen als Machthaber so richtig ausleben. Wieso werden denn immer nur Privatpersonen gescannt?

      Verdachtsunabhängig -> das sagt doch eh schon alles aus, oder?

  • Na und?

    c1x111, vor 69 Tagen, 13 Stunden, 30 Minuten

    Auch 40 % der Telefongespräche und 40 % der Briefe sowie 40 % der persönlichen Gespräche sind krimineller Natur. Willen Sie jedem Menschen einen GPS-Chip einpflanzen, alle Briefe öffnen und alle Telefongespräche aufzeichenen sowie stichprobenartig jedes beliebige Gespräch zwischen Menschen, egal ob zu Hause oder auf der Straße? Und was ist mit den Spam-Mails im Briefkasten und an der Wohnungstür?

    Jeder ist Teil des Internets, es liegt also an Ihnen, was Sie sich ansiehen und welche Inhalte _Sie_ ins Netz stellen!

    Bei mir jedenfalls kommen fast keine Spam-Mails durch und Viren sind Dank Linux kein Thema. (Nein, nicht weil es so wenig verbreitet ist. - Lernen Sie mal, wie ein Computer funktioniert und wie ein Unix-Betriebssystem funktioniert!)

    Wahrscheinlich arbeiten Sie bei der Polizei oder in der Politik. Das würde zu Ihrer völligen Ahnungslosikeit passen.

  • 40% der Internetaktivitäten sind krimineller Natur,...

    neutrino, vor 69 Tagen, 16 Stunden, 2 Minuten

    also meiner Beobachtung nach, möchte aber den ganzen Müll hier nicht mehr einzeln aufzählen, die spätere Datenanalyse durch die Geheimdienste im Rahmen der Data-Retention u.ä. wird dies ohnehin bestätigen, vmtl. ist es sogar noch viel schlimmer als nach meiner Einschätzung so man die weltweiten Virenangriffe u. Spamversendungen mit einbezieht,...ich meine gerade das Internet sollte eigentlich ein erhabenes Medium sein u. die Qualität der Inhalte sollten stets weiter verbessert werden,....dies geht aber nur wenn man alle kriminellen Aktivitäten aufspürt und rigoros eliminiert,...u. letztendlich deren Verursacher je nach Schweregrad sogar dauerhaft aus dem Internet aussperrt,...dazu braucht man logischerweise auch eine eindeutige fälschungssichere Identifizierung für alle Internetbenützer die auch in Internetcaffees (od. sonst wo) nicht mehr zu umgehen ist, also auch eine elektronische ID - Chipkarte für jeden Erdenbürger!,...;-)

    hier einige Gedanken zu den unerwünschten Machenschaften die allesamt über das Internet laufen, vmtl. sogar das Meiste auch noch verschlüsselt!
    http://futurezone.orf.at/stories/1632211/

    Resumee: meiner Ansicht nach kann es für alle integere Menschen nur dann noch besser werden sobald hier alle gesellschaftsschädigenden Aktivitäten endlich wirksam bekämpft werden,...dies alles selbstverständlich durch ein ethisch verantwortungsvolles u. vorausschauendes Handeln, aber gleichfalls unbeugsam gegen alle destruktiven Kräfte!
    .:.

    • ABstimmung:

      sonstnochwas, vor 69 Tagen, 10 Stunden, 41 Minuten

      Bitte A, B oder C antworten:

      A) Der Beitragsersteller hat die Ironie-Tags vergessen

      B) Troll

      C) Der ist wirklich so bescheuert und meint das ernst

    • sonstnochwas, vor 69 Tagen, 10 Stunden, 39 Minuten

      ichselbst stimme mal mit B

  • Na dann mögen Dero mal gucken

    tantejutta, vor 69 Tagen, 20 Stunden, 51 Minuten

    was sich in den nächsten Wochen und Monaten diesbezüglich abspielen wird. ;)

    • bootleg, vor 69 Tagen, 20 Stunden, 22 Minuten

      Was soll passieren? Nach SWIFT wird auch die Data Retention kommen, danach die KiPo-Sperren, dann ACTA und es wird munter weitergehen.

    • Liebe Tante, ich bin da schon sehr ...

      vergesstwahlenkauftaktien, vor 69 Tagen, 6 Stunden, 49 Minuten

      ... gespannt, da Deine Verwandten vom Rundfunk statt SWIFT und EP-Umgehung ja eher den Flick-Sarg fuer wichtig erachtet haben.

      Was mich aber an obigen Artikel ein wenig "irritiert", ist die scheinbare Einschraenkung der ueberwachten Online-Dienste auf Email.
      Einmal ganz abgesehen davon, dass ich eine derartige Einschraenkung bisher eigentlich nie irgendwo gelesen/ gehoert haette, waere es IMHO auch widersinnig, denn wer sagt denn schon, dass Email nur auf den ueblichen verdaechtigen Ports passieren sollte?!

    • E-mail und temporäre IPs

      tantejutta, vor 69 Tagen, 5 Stunden, 33 Minuten

      werden gespeichert aber keine WWW Logfiles. Im Zentrumsteht der Mobilfunk

  • Leere Kilometer!

    4spoetter, vor 69 Tagen, 21 Stunden, 16 Minuten

    Das sind doch alles nur mehr leere Kilometer von irgend welchen Wichtigmachern.

    Das Rennen ist längst gelaufen: Die Amis werden das halt schnell in der EU anschaffen wie schon die Auslieferung der Daten jedes (!!!) Bankkunden in der EU, wenn es ihnen beliebt. Na, da werden sie beim Telefonabhören - zu dem berüchtigten Echelon dazu - und Telefon-Verbindungsdaten-Speicherung nicht auch eine EU-Richtlinie erzwingen?
    Das ist ja jene "Telefonnummer", von der schon 1974 der damalige US-Außenminister Kissinger schwärmte, Washington bräuchte sie, um nur eine Nummer anbzurufen - und in EU-ropa wird pariert.
    Stell' dir vor, die ASmis und ihre Geheimdienstler müssten wegen der Daten mit 27 einzelnen Regierungen und gleich viel insistenzen Parlamenten, vielleicht auch noch mit einer Rechtsschutz-Justiz etwas durchsetzen!.
    Also: Ein Anruf in Brüssel genügt - und schon geht's dahin.

  • Irrelevant

    svejk, vor 69 Tagen, 21 Stunden, 21 Minuten

    Das kleine Häufchen, dass sich da im schütter besetzten Audi Max zusammengesetzt hat, ist völlig irrelevant.