Standort: futurezone.ORF.at / Meldung: "Warnung vor ausufernden Polizeidatenbanken"

Warnung vor ausufernden Polizeidatenbanken

KONTROLLE
07.12.2009|16:42

EU-Datenschützer Peter Hustinx hat präzisere Regeln für die neue Zentralagentur für EU-Polizeidatenbanken gefordert. Diese dürfe nicht den Polizeibehörden selbst unterstellt sein.

Der oberste EU-Datenschützer (EDPS) veröffentlichte am Montag eine Stellungnahme zur Etablierung einer zentralen Agentur für die Verwaltung von EU-Polizeidatenbanken. Die Stellungnahme bezieht sich auf einen Vorschlag der EU-Kommission vom 24. Juni über die Einrichtung einer zentralen Agentur zur Verwaltung des Schengen-Informationssystems SIS II, des Visa-Informationssystems VIS sowie der Fingerabdrucksdatenbank Eurodac.

Hustinx spricht sich grundsätzlich dafür aus, dass der Betrieb dieser Datenbanken von einer einzelnen Agentur übernommen werde. Beispielsweise könnten so Fragen der rechtlichen Verantwortlichkeit leichter geklärt werden. Er warnt allerdings eindringlich vor Risiken, die bisher von der Kommission noch nicht ausreichend angesprochen worden seien.

Trennung von Europol und Frontex

So lehnt Hustinx die von der Kommission unter anderem evaluierte Option ab, dass die zentrale Agentur unter dem Kommando der EU-Polizeibehörde Europol oder der Grenzsicherungsagentur Frontex stehen solle. Sowohl Europol als auch Frontex hätten ein starkes eigenes Interesse an den Daten in den verschiedenen IT-Großsystemen, so dass es hier schnell zu Verstößen gegen den Datenschutz kommen könne. Er empfiehlt daher, eine unabhängige Agentur zur Verwaltung der Daten einzurichten, die selbst keinerlei Interesse an den von ihr administrierten Informationen habe.

Weiters warnt der EDPS vor einer schleichenden Ausweitung der Kompetenzen dieser zentralen Agentur. So könne laut dem derzeitigen Vorschlag die Kommission alleine über die Einrichtung neuer IT-Großsysteme entscheiden. Auch der Begriff des IT-Großsystems selbst sei nicht ausreichend definiert. Hustinx drängt hier die europäischen Gesetzgeber zu mehr Präzision in den Formulierungen sowie zur Einhaltung der in den Verträgen von Nizza und Lissabon vorgesehenen Gesetzgebungsprozesse. Auch das Mitspracherecht des EDPS solle durch präzisere Formulierungen in der vorgeschlagenen Richtlinie gestärkt werden.

(futurezone)

Die ORF.at-Foren sind allgemein zugängliche, offene und demokratische Diskursplattformen. Die Redaktion übernimmt keinerlei Verantwortung für den Inhalt der Beiträge. Wir behalten uns aber vor, Werbung, krass unsachliche, rechtswidrige oder beleidigende Beiträge zu löschen und nötigenfalls User aus der Debatte auszuschließen. Es gelten die Registrierungsbedingungen.

Forum

 
  • Besser

    gustl59, vor 95 Tagen, 19 Stunden, 55 Minuten

    ein paar Fingerabdrücke zuviel als Hinrichtungen wie in der Scharia vorgeschrieben - siehe Spanien.

    • äpfel != birnen

      visudoer, vor 95 Tagen, 15 Stunden, 55 Minuten

      aber ein paar geistige armutschkerl werden das nie verstehen können...

  • Es wird immer gefährlicher

    seeigel, vor 95 Tagen, 20 Stunden, 49 Minuten

    für Steuerhinterzieher, Schwarzunternehmer, Geldwäscher, Schlepper, Schutzgelderpresser, Wettbetrüger und ähnliche Branchen. Es ist zu befürchten dass diese Wirtschaftszweige aus der EU abwandern.

    • Wie kommst du darauf?

      dasandere, vor 95 Tagen, 19 Stunden, 35 Minuten

      Denen geht es - siehe Mafia - besser denn je.
      Die sind auch gar nicht im Visier der Fahnder...

  • Wohin? Zur EUDR

    senfportionierer, vor 95 Tagen, 21 Stunden, 17 Minuten

    Wohin können die Machenschaften der EU und unserer Politiker eigentlich führen? Ist schon jemandem aufgefallen, dass auf diese Weise aus der EU eine "EUDR" werden kann?

  • was solls, ist doch sinnlos

    cariblu, vor 96 Tagen, 6 Stunden, 12 Minuten

    denn am schnellsten wird ein EU-Kieberer die Daten wie üblich auf einem US-Server abfragen können, ohne sich um hiesigen Datenschutz kümmern zu müssen. Denn die bei uns schutzwürdigen Daten verschickt die EU automatisch an die USA, von dort gehen sie um die Welt, lies nach bei SWIFT.

  • der Polizei gehören keine neue Mittel

    kaharatschonbonatschon, vor 96 Tagen, 6 Stunden, 30 Minuten

    und Rechte gegeben, sondern bestehende Mittel noch gekürzt (weil die sowieso urassen damit vom Papier über unnötige Einsatzfahrten und zu viel Kaffee im Dienst) und bestehende Rechte gestrichen per Verfassung! Hat genug Erschossene in jüngster Zeit gegeben von der Polizeitruppe Marke Österreich.

  • rezept

    hellraiser99, vor 96 Tagen, 10 Stunden, 4 Minuten

    man lege einen ssl tunnel in die schweiz, liechtenstein oder nach südostasien und wickle seinen internetverkehr darüber ab.
    was können die mädels dann? genau, durch die finger schauen und sie werden weiter den kleinen hansi als bösen darstellen weil sie die wahren bonzen nicht erwischen oder gar nicht erwischen dürfen was in österreich angeblich ja auch gang und gebe sein soll.

    • Anleitung bitte

      zerodata, vor 96 Tagen, 7 Stunden, 50 Minuten

      wohin tunneln, zum polansky?

  • interessant was die füre befürchtungen haben

    micrometer, vor 96 Tagen, 11 Stunden, 31 Minuten

    swift abkommen erklären doch alles was verrat an bürgern der eu möglich ist

    • Eben... darum braucht es nun schnell wieder etwas

      offthspc, vor 96 Tagen, 10 Stunden, 10 Minuten

      Heiligenschein. Seit Jahren das selbe Spiel.