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Gericht spricht Allofmp3-Chef frei

15.08.2007|14:58

Denis Kwassow, der frühere Chef der Firma Mediaservices, der das umstrittene Musikportal Allofmp3 gehörte, ist am Mittwoch von einem Moskauer Bezirksgericht freigesprochen worden.

Das Gericht hatte am 1. August seine Beweisaufnahme abgeschlossen. Kwassow war von den Musikkonzernen EMI, NBC Universal und Time Warner der Urheberrechtsverletzung bezichtigt worden. Die Konzerne beschuldigten Allofmp3.com, ihre Musik ohne Lizenz zu Dumpingpreisen im Internet angeboten zu haben. Kwassow hatte stets auf Unschuldig plädiert.

Aus Mangel an Beweisen

Richterin Jekaterina Sharapowa gab zu Protokoll, dass die Staatsanwaltschaft es nicht geschafft habe, überzeugende Beweise dafür vorzulegen, dass Kwassow in Verstöße gegen das Urheberrecht verwickelt gewesen sei. Außerdem hätten die russischen Gesetze in der Zeit vor dem September 2006 den Umgang mit unlizenzierter Musik im Netz nicht verboten. Die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft bezogen sich aber darauf, dass Kwassow zwischen September 2003 und Dezember 2005 unlizenzierte Musik für umgerechnet 1.500 Euro verkauft haben soll.

Drei Jahre Haft gefordert

Die russische Staatsanwaltschaft hatte am 23. Juli drei Jahre Haft für Kwassow gefordert. Kwassows Anwalt Eduard Margulyan sagte der russischen Agentur RIA Novosti, sein Mandant habe regelmäßig Zahlungen an die Copyright-Inhaber abgeführt. Er könne das mit vorliegenden Überweisungsaufträgen belegen.

Die Staatsanwaltschaft kann innerhalb der kommenden zehn Tage Berufung gegen das Urteil einlegen.

Auf Druck der russischen Behörden war Allofmp3.com Anfang Juli geschlossen worden, nachdem die US-Regierung wiederholt protestiert hatte.

Der Online-Musikdienst, dessen Jahresumsatz zuletzt auf 30 Millionen Dollar [22 Millionen Euro] geschätzt wurde, hat für weniger als zwei Euro ganze Alben angeboten.

[RIA Novosti | Reuters | futurezone]

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