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Schlag gegen Linux in Wien

03.06.2008|14:41

Die Stadt Wien wird ihre Open-Source-Vorzeigeinstallation 2008 auf Windows Vista migrieren. Insgesamt wird Wien rund acht Millionen Euro für die Migration seiner Systeme auf Windows Vista zahlen. Ein entsprechender Beschluss soll am Mittwoch im Gemeinderat gefasst werden.

"Das ist ein schwerer Rückschlag für die Linux-Umstellung der Stadt", sagte Marie Ringler, Gemeinderätin und Technologiesprecherin der Wiener Grünen, zu ORF.at. In seiner Sitzung am Mittwoch wird der Wiener Gemeinderat beschließen, die wichtigste Linux-Großinstallation der Stadtverwaltung, nämlich 720 Rechner, die in den Kindergärten der Stadt im Einsatz sind, auf Windows Vista zu migrieren. Der entsprechende Antrag liegt ORF.at vor. Bisher wurden in Wien nur 1.000 von 32.000 PCs auf Linux migriert.

Acht Millionen Euro für Microsoft

Die MA 14, die für die EDV-Systeme der Stadt zuständig ist, hat demnach für den Kauf von Software-Lizenzen im Jahr 2008 insgesamt rund acht Millionen Euro budgetiert. Die Kosten werden der MA 14 von den MAs 10 [Kindergärten] und 56 [Schulverwaltung] erstattet werden.

Die Migration der Verwaltungsrechner von Windows 2000 und Office 2000 auf Vista und Office 2007 schlägt demnach mit 7,6 Millionen Euro zu Buche, die Beschaffung von 2.600 Lizenzen für Windows, Office und Server-Software im Wiener Bildungsnetz kostet 324.000 Euro. Die Umstellung der 720 Kindergartenrechner von der stadteigenen Linux-Distribution Wienux auf Vista wird rund 105.000 Euro kosten.

Laut Aussagen der für die Kindergärten zuständigen Magistratsabteilung wird Linux weiterhin im Einsatz bleiben. Angestrebt werde ein Einsatz von Dual-Boot-Systemen, die sowohl unter Vista als auch unter Wienux betrieben werden können.

Sprachtests für Kinder

Hintergrund ist, dass eine Software zur Durchführung von Sprachtests für Kindergartenkinder nur im Internet Explorer läuft. Der Hersteller der Software werde, so Ringler, eine Firefox-Version seines Produkts erst 2009 zur Verfügung stellen.

"Mit einem Bruchteil des Geldes, das die Umstellung auf Windows kostet, hätte die Stadt diesen Hersteller wohl dazu bringen können, seine Software schneller für Firefox bereitzustellen", so Ringler, die der Stadt vorwirft, das Open-Source-Konzept nicht konsequent genug zu verfolgen und keine Anreize zum Umstieg von Windows auf Wienux zu schaffen. Die Stadt habe es auch versäumt, die 1.000 Unternehmen in der Region Wien zu fördern, die selbst Open-Source-Software herstellten.

Im Herbst 2008 wird die von der Stadt initiierte Studie STOSS2 über Kosten und Nutzen von Open-Source-Software im Einsatz bei der Stadtverwaltung erscheinen.

MA14 pflegt Wienux weiter

Klaus Rohr, Sprecher der MA 14, bestätigte am Dienstagnachmittag gegenüber ORF.at die Rückmigration. Diese werde noch 2008 durchgeführt werden. Wichtigster Grund für die Umstellung von Linux auf Windows sei die Verfügbarkeit besagter Software nur für Windows und Internet Explorer. Es habe aber auch Probleme mit der Hardware-Erkennung unter Linux gegeben.

Das Aus für Wienux bedeute die Rückmigration der Kindergartenrechner allerdings nicht. Die Distribution werde weiterentwickelt und weiterhin angeboten, so Rohr.

SPÖ: "Wienux ist nicht weg vom Fenster"

Auch SPÖ-Gemeinderat Siegfried Lindenmayr sieht Wienux noch nicht am Ende. "Wienux ist nicht weg vom Fenster. Die Stadt Wien setzt seit 20 Jahren Open-Source-Software ein und wird das auch weiterhin tun", so Lindenmayr zu ORF.at. "Der Einsatz von Software ist für uns aber keine Ideologiefrage. Die beste pädagogische Software läuft unter Windows, also werden wir Windows im Kindergarten einsetzen."

Die generelle Strategie der Stadt im Open-Source-Bereich habe sich nicht geändert. Die MA 14 werde weiterhin auch Linux anbieten und dort installieren, wo das von den Abteilungen gewünscht werde.

[futurezone]

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Forum

 
  • So läuft es in der Verwaltung leider immer..

    winterkind, vor 614 Tagen, 15 Stunden, 53 Minuten

    Die Leute die in der IT etwas zu sagen haben sehen bei Änderungen nicht den finanziellen Aufwand der Gesamtumstellung sondern nur den für sie interessanten Teil. Ein Beispiel: Für eine zukünftige Umstellung auf Vista wurden Notebooks getauscht. Es gab 2 Modelle, eines kostete 200 Euro mehr als das andere. Der Entschluss wurde gefasst, das billigere zu kaufen. Als die Geräte kamen bemerkte man aber, dass die Dockingstations nicht zu den neuen Geräten passten und somit auch diese Geräte nicht billiger waren, da die Differenz von den neuen Dockingstations verschlungen wurden, mal ganz abgesehen von dem Aufwand, auch noch die Docks mitzutauschen.

  • billyIstInnen

    bakterius, vor 614 Tagen, 23 Stunden, 57 Minuten

    m$lerInnen, $nahe oevplerInnen

  • balon, vor 615 Tagen, 1 Stunde, 34 Minuten

    SPÖ, ÖVP und FPÖ haben mit diesem Beschluß wieder einmal bewiesen nichts im Hirn zu haben.

    Freiwillige Zahlungen an M$ - gehts bitte noch dümmer?

  • Kurios

    wickedvienna, vor 615 Tagen, 3 Stunden, 58 Minuten

    Eine Software die einen Browser braucht, und dabei nicht Plattformunabhängig ist...

  • Hardware???

    ichbinnichtdu, vor 615 Tagen, 4 Stunden, 9 Minuten

    Wieviel die upgrades oder eventuell die neuen Rechner kosten, weil Vista nicht lauffähig ist, davon schreibt niemand. Die hunderttausende, wenns nur 720 PC sind, kommen dann zu den Millionen noch dazu. Alle reden vom Sparpaket und werfen das Geld beim Fenster raus. Verlogene Politikergesellschaft. Wem Verdanken wir das? ROT/Schwarz!

  • der rest vom artikel

    jemniak, vor 615 Tagen, 4 Stunden, 38 Minuten

    in anderen ausländischen medien ist viel mehr über den wienr skandal zu esen als hier

    vista kauf ist beschlossen .. 400.000 euro

  • blackice2001, vor 615 Tagen, 5 Stunden, 8 Minuten

    Da wurde(n) wohl jemand/mehrere Personen bestochen.

    Oder es sitzt jemand sehr konfliktscheues an der entscheidenden Stelle. Denn sonst gäbe es genügend andere Problemlösungen (wine, Alternativprodukt etc.).

    "Treiberprobleme" unter Linux sind meist auf den Administrator zurückzuführen. Unter Linux rennt mehr Hardware als je unter irgendeiner Version von Windows (inkl. Vista) rennen kann.

    Kurz: wenn man ein Projekt nicht mir den richtigen Verantwortlichen angeht, wird so ein Blödsinn daraus.

  • Software bzw. Rechnersystem mit Migrationshintergrund!

    erari, vor 615 Tagen, 8 Stunden, 6 Minuten

    Wurde dieses Wort von der Stadtverwaltung ausgeheckt um niemand von Linux zu beleidigen?
    In Wirklichkeit dürfte Microsoft mit al seiner Macht und finanziellen Möglichkeiten zugeschlagen haben um eine sogenannt "Migration" zu bewerkstelligen.

  • zu "keine professionelle Anwendung auf Linux lauffähig"...

    octogen, vor 615 Tagen, 9 Stunden, 7 Minuten

    Autodesk Inferno (High-End video special effects), Autodesk Fire (High-End video editing & finishing), Autodesk Maya (3d Animation), Blender (3d Animation), PoV-ray (3d Raytracer), Oracle (High-End Datenbank), IBM DB2 (High-End Datenbank), IBM zSeries HardwareConsole (für High-End Mainframe Computer), BIND (Nameserver einiger Internet-Root-DNS-Server), ISC DHCPD, GHS AdaMULTI Programmierumgebung (damit wird z.B. die Avionik für den Eurofighter entwickelt), ...

    ...man muss nur ein paar Minuten suchen und findet unzählige Anwendungen, die so "professionell" sind, dass du sie gar nicht mehr bezahlen kannst...
    ...manche davon laufen übrigens sogar NUR auf Linux (z.b. Inferno)

    • larzuk, vor 615 Tagen, 9 Stunden, 2 Minuten

      vmware ESX, TAO, matLAB, Mathematica...

    • thedarktower, vor 615 Tagen, 8 Stunden, 57 Minuten

      Wie schauts mit CAD und ECAD Sofware aus?
      CATIA, E3, ELCAD, .....

    • larzuk, vor 615 Tagen, 8 Stunden, 40 Minuten

      nicht zu vergessen, dass jedesmal linux benutzt wird, wenn man googlet.

      aja, und dass viele netzwerktools, die unter win32 verwendet werden, eigentlich aus der unix-welt kommen.

    • CAD-Software

      octogen, vor 615 Tagen, 6 Stunden, 58 Minuten

      Arcad, Bricsys Bricscad, CATIA (Linux glaube ich nicht, aber Solaris, AIX, HP/UX), PTC PRO/Engineer, Siemens UniGraphics NX, VariCAD, ...

    • @octogen

      thedarktower, vor 615 Tagen, 6 Stunden, 22 Minuten

      Sag mal saugst du dir die Programme aus den Fingern?
      Ich habe jetzt mal bei PRO/Engineer auf der PTC Hompage geschaut: überall nur Windows als Systemvoraussetzung (auch bei Mathcad)
      Auch bei UniGraphics habe ich von Linux nichts gefunden.

    • @thedarktower

      learner, vor 614 Tagen, 15 Stunden, 24 Minuten

      http://www.ptc.com/partners/
      hardware/current/support/
      proewf3.htm#system_requirements

      da steht nix von Unix/Linux? Guck nochmal...

    • mondscheinsonate, vor 614 Tagen, 8 Stunden, 54 Minuten

      die argumentation im text ist aber, dass besagte kindergarten-sprachtestanwendung den mircoshite internet explorer benötigt, und nicht, dass leute von der mistküblerverwaltung dann keine eurofighter-software einsetzen könnten...

      sollte meiner meinung nach aber dank emulatoren trotzdem kein problem sein, das zeug unter linux zum laufen zu bringen.

  • Da hat M$

    tom1999, vor 615 Tagen, 9 Stunden, 12 Minuten

    wohl doch genug "Werbung" gemacht.
    Wie diese "Werbung" aussieht ??
    Die Aussage wegen der Software - wenn das stimmt, daß das der einzige Grund war, dann gute Nacht Wien! Wenn solch kurzsichtigen Leute mit derart beschränktem Horizont als Entscheider oder Berater da sind....