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Dual Boot für Wiener Kindergärten

04.06.2008|14:12

Der Wiener Gemeinderat hat die Umstellung von Windows 2000 auf Vista beschlossen. In den Wiener Kindergärten wird Linux weiterhin im Einsatz bleiben, allerdings gemeinsam mit Windows, verspricht die zuständige Magistratsabteilung 10. Die EDV-Verantwortlichen der Stadt sehen das Prinzip der System-Wahlfreiheit allmählich an seine Grenzen stoßen.

Der Wiener Gemeinderat hat in seiner Sitzung vom Mittwoch dem Antrag stattgegeben, nach dem die Verwaltungsrechner von Windows 2000 und Office 2000 auf Windows Vista und Office 2007 umgestellt sowie die 750 Rechner, die in den Kindergärten der Stadt im Einsatz sind, von Linux auf Vista migriert werden.

Das Geschäft hat insgesamt ein Volumen von rund acht Millionen Euro, die Umstellung der Kindergarten-Rechner der Magistratsabteilung 10 kostet rund 105.000 Euro.

Grüne stimmen dagegen

Für die Umstellung auf Vista stimmten SPÖ, ÖVP und FPÖ, dagegen stimmte die Fraktion der Grünen. Marie Ringler, Technologiesprecherin der Wiener Grünen, hatte im Vorfeld die Entscheidung der Stadtverwaltung kritisiert.

Die Open-Source-Strategie der Stadt sei inkonsequent und vernachlässige die Förderung heimischer EDV-Firmen, die Open-Source-Dienstleistungen anbieten. SPÖ und Stadtverwaltung sehen dagegen keinen Bruch mit der bisherigen Strategie, die Wiener Linux-Distribution Wienux werde weiterentwickelt.

Insgesamt laufen rund 1.000 von insgesamt 32.000 Rechnern der Wiener Stadtverwaltung unter Linux, die Kindergarten-Rechner eingeschlossen.

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Dual Boot

Christine Spieß, Dienststellenleiterin der für die städtischen Kindergärten zuständigen Magistratsabteilung 10, sagte ORF.at am Mittwochnachmittag, dass Linux aber weiterhin in den Kindergärten zum Einsatz kommen werde.

"Wir haben hier mit Linux begonnen, und viele Kolleginnen sind daran gewöhnt", sagt Spieß. Die Software für die verpflichtenden Sprachtests sowie einige andere Lernprogramme seien unter der Wiener Linux-Distribution Wienux nicht gelaufen. Der eigentliche Grund für den Windows-Einsatz sei aber, dass man den Erzieherinnen ermöglichen wolle, Software zu verwenden, die nur auf Windows laufe. "Es geht um die pädagogischen Möglichkeiten", so Spieß. Die Kosten für die Wahlmöglichkeit seien gering.

Insgesamt, so Spieß, sei die MA 10 mit Wienux sehr zufrieden. "Ich bin von Linux überzeugt", sagt sie, "Es hat aber auch einige Schwächen." Insgesamt sei es aber die Politik der der Stadt, weiterhin auf Linux zu setzen.

Bei der Software für die Sprachtests handle es sich um eine Lösung, die von der Rostocker Firma iSM hergestellt wurde. Die Software sei schon vor längerer Zeit für den Stadtschulrat entwickelt worden. Die Kindergärten aber seien erst vor zwei Jahren mit Computern ausgestattet worden. Dass auf deren Rechnern Linux zum Einsatz kommen würde, habe auch iSM nicht wissen können, so Spieß.

Die Software

Erwin Gillich, Leiter der für EDV-Dienste zuständigen Magistratsabteilung 14, bestätigte gegenüber ORF.at nochmals, dass der Grund für die Vista-Einführung auf den Kindergarten-Rechnern die Sprachtest-Software sei. Diese sei auch bei Tests mit dem Internet Explorer auf Linux nicht gelaufen: "Das Programm braucht nicht nur den Internet Explorer, sondern auch einige Plug-ins". Außerdem sei der Windows-Emulator Wine mit zahlreichen für Windows geschriebenen Lernprogrammen nicht zurechtgekommen. "Da hat es häufig Abstürze gegeben", so Gillich.

Keiner dieser beiden Gründe sei für sich stark genug gewesen, um die Einführung von Vista in den Kindergärten zu rechtfertigen, beide zusammen aber schon.

Die Kosten

Ein Arbeitsplatzrechner inklusive Bildschirm, Tastatur und Maus koste die Stadt bei der Anschaffung rund 450 Euro. Dazu kämen noch die Kosten für Support durch die MA 14 sowie der Lizenzkostenanteil, der für Windows 31 Euro und für Office 62 Euro betrage. Beim Einsatz von Wienux fielen die letzten beiden Kostenpunkte weg, so Gillich. Es gebe aber beim Einsatz von Wienux und OpenOffice auch Probleme mit SAP, was die Umstellung auch gewöhnlicher Bürorechner erschweren würde.

Derzeit befassten sich in der MA 14 "zwei bis drei Mitarbeiter" mit der Weiterentwicklung von Wienux. "Das kostet uns nicht viel", sagt Gillich. Die Entwicklung und Bereitstellung von Wienux im Jahr 2005 habe zwischen 500.000 und 600.000 Euro gekostet. Mit dem Prinzip der Freiwilligkeit sei man aber mittlerweile an die Grenzen gestoßen, so Gillich. Es sei aus Sicht des Staatsbürgers sinnvoll, eine politische Entscheidung für oder gegen Wienux zu treffen.

[futurezone]

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Forum

 
  • Linux

    fritz123, vor 612 Tagen, 10 Stunden, 3 Minuten

    hat einige Schwächen und Vista startet gar nit.
    Bei der Software für die Sprachtests handle es sich um eine Lösung, die von der Rostocker Firma iSM hergestellt wurde. Die Software sei schon vor längerer Zeit für den "Stadtschulrat" entwickelt worden.

    Wenn das so ist, dann sucht ma sich eine Firma die solche Programme für Linux schreiben kann, mit Ausschreibungen. Wo ist die Ausschreibung? Die Weiterentwicklung des Prog kost nur einen Bruchteil der 8 MIO Euro. Misswirtschaft

  • Linuxfrickler aller Distris vereinigt Euch ;-)

    marcovaldo1, vor 614 Tagen, 14 Minuten

    Ich versuche gerade einen Roundtable zusammenzutrommeln, um mit Linuxspezialisten und Betroffenen zu diskutieren, was man für die gute Sache beitragen könnte. Statt in sinnlose Windows-Lizenzen sollte das Geld lieber ins Personal der Kindergärten(Weiterbildung und mehr Planstellen) investiert werden.
    Wer hätte Interesse mitzudiskutieren?
    Marcovaldo

    • brigitte51, vor 612 Tagen, 16 Stunden, 36 Minuten

      Linux Spezialisten und Betroffene sollen Diskutieren?
      So wie es aussieht kann dieses sinnlose Linux nicht sehr viel bewegen.....;-))

    • brigitte

      fritz123, vor 612 Tagen, 10 Stunden, 18 Minuten

      nur weilst di nit auskennst is es nit sinnlos. Linux is super. aber von ms dödeln kann ma nix anderes erwarten.

    • @fritz123

      brigitte51, vor 612 Tagen, 8 Stunden, 6 Minuten

      Ich bin nicht deiner Meinung und somit unterstellst du mir dass ich mich nicht auskenne. Sind alle Linux dödeln so oder nur du?

  • ich versteh's immer noch nicht, wieso muss es unbedingt VISTA sein?

    clamp, vor 614 Tagen, 5 Stunden, 18 Minuten

    XP/2000 müsste (mit service packs) doch völlig langen, plus ich spare mir geld für hardware-ausgaben.

    würde es außerdem befürworten, wenn man mal ernsthaft darüber nachdenken würde, in schulen den kindern den umgang mit open office, linux und co. zu zeigen.

    der proprietäre quasi-standard diverser microsoft office formate ist mMn das letzte.

    • Die Notwendigkeit für

      herb, vor 614 Tagen, 4 Stunden, 43 Minuten

      Vista leuchtet mir auch nicht ganz ein.
      Aber Bestäääh - Lobbying ist halt im öffentlichen Bereich ein nicht zu unterschätzender Faktor.

  • dass man den Erzieherinnen ermöglichen wolle, Software zu verwenden, die...

    herb, vor 614 Tagen, 10 Stunden, 19 Minuten

    ...nur auf Windows laufe.

    Ja - die Software würde ich gerne sehen.

  • hahah LOL

    funkyray, vor 614 Tagen, 12 Stunden, 25 Minuten

    zitat aus der studie:
    http://www.wien.gv.at/ma14/pdf/oss-studie-deutsch-langfassung.pdf
    Seite 8 unten:
    "Bei individuell entwickelter Software ist die clientseitige plattformunabhängige Implementierung seit 2001 Strategie des Magistrats der Stadt Wien. Das bedeutet eine Orientierung zu Webapplikationen und auf Webservices ausgerichtete Systemarchitekturen und die Vermeidung von plattformspezifischen Technologien"

    da sag ich nur ROFL und WTF

    • echt zu dämlich

      onza, vor 614 Tagen, 11 Stunden, 31 Minuten

      da macht man das per Web weils Plattformunabhängig sein soll und dann wirds für den IE und ActiveX geschrieben.

      Mir taugen so Webgschichten sowieso nicht, QT oder sowas wär mir lieber weil schneller und komfortabler.

    • @onza

      funkyray, vor 614 Tagen, 9 Stunden, 51 Minuten

      wenn man sich ansieht was man (hauptsächlich google und adobe) mit "solchen webgeschichten" alles machen kann dann frag ich mich warum sie dir nicht taugen

      google reader, docs, mail, ...
      adobe album... bildbearbeitung im browser
      microsofts pendant zu google earth läuft auch im browser

      man muss es nur RICHTIG machen!

  • slartibartfast, vor 614 Tagen, 12 Stunden, 31 Minuten

    man koennte das MA fragen, was fuer eine software das ist. wenn sie unter wine nicht funktioniert: der source code von wine ist oeffentlich ;-)

    • und es gibt 1000000e leute

      sluggie, vor 614 Tagen, 12 Stunden, 12 Minuten

      die ihn unbezahlt für die software des MA anpassen. ich hoffe in der FOSS szene sind nicht alle so naiv...

    • uh oh ...

      slartibartfast, vor 614 Tagen, 7 Stunden, 4 Minuten

      jetzt hast du aber klar zu erkennen gegeben, dass du nicht weisst, wovon du sprichst.

    • max7c, vor 613 Tagen, 23 Stunden, 6 Minuten

      joa, sluggie is hier einer von den ober-trollen.

      Unbezahlt werden sich dazu nicht besonders viele finden - aber für 100 000€ lässt sich schon einiges machen.

      8 000 000€ im vergleich zu 100 000€. Na?

  • Linux schmiert nicht aber, aaaaber

    onza, vor 614 Tagen, 12 Stunden, 46 Minuten

    die Anwendungen verschwinden öfter kommentarlos ins nichts. XWindows inklusive. Und das ist für mich auch ein Absturz...

    Aber egal darum gehts ja gar nicht, die Benutzung von Open Source ist sinnvoll, wenn man jetzt von 32000 Computer 1000 umstellt und dann nichtmal hier den weg konsequent geht weil einfach ein schleißiges Programmiererteam am Werk war dann ist das traurig. Außerdem war es schon nicht optimal ausgerechnet die 1000 Computer nehmen die offenbar Lernsoftware brauchen. Es gäbe wohl wirklich andere 1000 Computer wo man mit Linux besser ausgekommen wäre.

  • Zu blöd, um ein Loch in den Schnee zu pissen!

    viuser, vor 614 Tagen, 12 Stunden, 49 Minuten

    [nach Volker Pispers]
    In Anbetracht der vielen Fehlentscheidungen unserer "politischen Führung" während der letzten Jahre möchte ich mich dieser Aussage vollinhaltlich anschließen.

    Während in unseren Schulen der Putz von den Wänden mit dem Kalk in den Köpfen unserer Politiker um Wette rieselt [frei n. V.Pispers] hat man eben mal kurzerhand 8 Mio. tEuro beim Windoughze rausgeschmissen.

    Da frage ich mich: "Wie steigert man eigentlich Arschloch?" [ebenfalls Zitat V.Pispers].

  • Da beißt sich doch die Katze in den Schwanz

    onza, vor 614 Tagen, 13 Stunden, 19 Minuten

    Linux ist sicher nicht perfekt, aber langfristig ist Open Source für den Staat sicher billiger. Wenn man jetzt erst wieder auf Windows setzt weil irgendwelche Programmierer zu faul sind vernünftig zu programmieren dann wird man in Zukunft auch wieder zu wenige Programmierer haben die plattformunabhängig arbeiten können.

  • aso?

    jemniak, vor 614 Tagen, 20 Stunden, 23 Minuten

    und am 12.1.08 war noch nicht mal klar

    was es für eine software werden soll ....
    steiermark.orf.at
    /stories/247646/

    • bitte uppt mir diese software

      jemniak, vor 614 Tagen, 20 Stunden, 21 Minuten

      "Das Programm braucht nicht nur den Internet Explorer, sondern auch einige Plug-ins"

    • ich versteh ja

      jemniak, vor 614 Tagen, 20 Stunden, 7 Minuten

      das AMS muss auf windows ausbilden,
      aber kinder und jugendliche sollten wirkliche computer bedienen lernen - keine eingeschränkte proprietäre software

    • Genau

      saurod, vor 614 Tagen, 13 Stunden, 31 Minuten

      Außerdem kann ich mir irgendwie nicht vorstellen, daß alle diese PCs Vista-tauglich sind *rofl*