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Das Anti-iPhone kommt nach Europa

26.06.2008|16:07

Am 2. Juli trifft die erste Lieferung des frei programmierbaren Linux-Handys OpenMoko FreeRunner in Deutschland ein. Das Gerätchen hat WLAN, Bluetooth, GPS und Triband-GSM/GPRS sowie Bewegungssensoren integriert, der Touchscreen bietet auf 2,8 Zoll eine 640x480-VGA-Auflösung. Preis: Ab 300 Euro.

Mit ziemlich genau einem Jahr Verspätung kommt das Linux-basierte OpenMoko-Handy nun auf den Markt. Es ist keine Übertreibung, es als "Anti-iPhone" zu bezeichnen, denn beim OpenMoko ist bei ganz ähnlichen Funktionalitäten alles völlig anders als bei Steve Jobs' Lieblingsgadget.

Während bei Apples Gerät die Hardware gegen jede Veränderung hermetisch abgeschottet wurde, ist beim OpenMoko FreeRunner jede einzelne Komponente dokumentiert. Und während im iPhone sogar der Akku fix in der Hardware verbaut ist, lässt sich der im OpenMoko natürlich tauschen.

Bild: OpenMoko

Das OpenMoko FreeRunner
==Der Grund für die Verzögerung==
Nicht nur die seit 2006 in Entwicklung befindliche Software samt den Entwicklungswerkzeugen ist frei erhältlich und vollständig offengelegt, auch sämtliche Hardware-Komponenten sind dokumentiert. Und eben das ist auch der Grund für die Verzögerung.

So hatte die Suche nach einem WLAN-Modul das Projekt "um viele Wochen aufgehalten", weil nur ein Produkt infrage gekommen sei, das vollständig dokumentiert und mit funktionierenden Linux-Treibern ausgestattet sei, sagte Marc Stephan, Mitinhaber der deutschen Firma TRIsoft, zu ORF.at.

Die "freiesten Komponenten"

Getreu dem Konzept des Geräts habe das taiwanesische Unternehmen OpenMoko also nicht die "edelsten und neuesten" Komponenten verbauen können, sondern die "freiesten".

Das wiederum sei alles andere als einfach gewesen, vom GPS-Modul bis zur USB-Schnittstelle für jedes benötigte Teil einen Hersteller zu finden, der gewillt war, dessen elektronisches Innenleben vollständig offenzulegen.

Kein UMTS

Beim USB-Port, an den zum Beispiel eine Tastatur angeschlossen werden kann, musste man sich etwa auf USB 1.1 beschränken, ein dokumentiertes UMTS-Modul war ebenso wenig zu haben.

Die Innereien

Ansonsten kann das gute Stück, das um 350 Euro zu haben ist, einem Vergleich mit dem iPhone durchaus standhalten.

Der 2,8-Zoll-Touchscreen bietet echte VGA-Auflösung [640 x 480], dazu kommen ein mit 400 MHZ getakteter Prozessor, Bluetooth, ein WLAN- und ein [A]GPS-Modul sowie zwei 3-D-Bewegungssensoren.

An Speichereinheiten sind 128 MB SDRAM sowie 256 MB NAND Flash vorhanden, über den Micro-SD-Slot für SDHC-Micro-SD-Karten lassen sich acht GB Speicher integrieren, das ist das aktuell größte derartige Speicherelement. In naher Zukunft sollen bis zu 32 GB möglich sein.

Die "geschluckte Kröte"

Allein beim Funkteil musste man von der Philosophie der Freiheit abgehen - "die einzige Kröte, die wir schlucken mussten", so Stephan.

Wäre die Funkeinheit nämlich ebenso frei programmierbar wie der Rest des Geräts, hätte es niemals eine Zulassung für Mobilfunknetze gegeben. Das Triband-GSM/GPRS-Modul funktioniert dafür in allen GSM-Netzen - auch in den USA, wo andere Frequenzen benutzt werden.

Zu diesem Zweck braucht es auch nicht, wie ehedem das iPhone, gehackt zu werden, weil im FreeRunner naturgemäß keine SIM-Card-Sperre enthalten ist.

Ein "dämlicher Designfehler"

In erster Linie sei der FreeRunner aber ein programmierbarer Mini-Computer, mit dem man eben auch telefonieren könne, sagte Stephan, der damit rechnet, dass die erste Ladung am 2. Juli von FedEx in Deutschland abgeliefert wird.

Die allerletzte Verzögerung war erst vor wenigen Wochen aufgetreten, resultierend aus einem "dämlichen Designfehler", so Stephan. Zwischen den beiden ebenfalls integrierten LEDs fehlte ein simpler Widerstand, dessen Absenz den Stromverbrauch vervielfachte.

Abschaltbare Module

Der Widerstand musste auf die bereits fertig bestückten Platinen noch beim Hersteller manuell aufgelötet werden.

Alle gerade nicht benötigten Module sind abschaltbar, um die Akkulaufzeiten zu verlängern, über die sich im Moment nichts Definitives sagen lässt. Die neuesten, in Deutschlands bereits getesteten Geräte waren noch solche mit dem fehlenden Widerstand.

Die Hersteller

Die Produzenten des Geräts, zu Beginn des Projekts 2006 noch eine Abteilung des taiwanesischen Auftragsfertigers First International Computers [FIC], sind nunmehr ein eigenes Unternehmen, das bei First International fertigen lässt.

Die deutsche Vertriebsfima TRIsoft wiederum kann bereits auf langjährige Erfahrung mit Linux-PDAs verweisen. Alles begann mit dem Import von Sharps "Zaurus" aus Japan, der dann für den Betrieb in GSM-Netzen umgerüstet wurde. Auch das deutsche Unternehmen Pulster hat einen Vertriebsvertrag mit OpenMoko unterzeichnet und bietet auf seiner Website den FreeRunner an.

Revolution 2.0

Was den Namen des Geräts betrifft, das eigentlich "Neo 1973" heißt, so wurde diese Bezeichnung deshalb gewählt, weil im Jahr 1973 mit dem ersten dokumentierten mobilen Telefonat die Handyrevolution begonnen hatte.

Das erste bis hin zu jedem Hardware-Teil dokumentierte und daher völlig frei programmierbare Mobiltelefon sehne die Hersteller als den beginn der zweiten Phase in der Mobilfunkrevolution.

[futurezone | Erich Moechel]

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Forum

 
  • solala, vor 591 Tagen, 1 Stunde, 52 Minuten

    Das Ding ist nur schwach, kann weder Wäsche waschen, noch bügeln, Kartoffel schälen, Mistkübel auslehren, Wohung Putzen, meine alte Oma pflegen, Fensterputzen, Nudlen kochen und das wichtigste Pizza zustellen...

    Wie nicht anders zu erwarten fehlt auch das Mini-Atomkraftwerk genaus so wie der 400 Volt / 32 Amper Anschluß...

    Der der 500 Zoll Monitor sowie die PentaByte HD nicht drinnen sind, war auch nicht anders zu erwarten...

    Also, was soll ich mit dem Ding, etwa Telephonieren, als dafür verwende ich ein Telephon mit Tastatur und so, also so ein altes Ding, wo man rein spricht und eine stimme rauskommt, das können diese moderenen Dinger ja schon lange nicht mehr!

  • Eine Tastatur fehlt mir

    onza, vor 591 Tagen, 22 Stunden, 1 Minute

    So wie beim Palm Centro. Sowas wär super. Wie ich schon beim iPhone getestet habe ersetzt so ein Touchscreen nicht mal im geringsten eine Mini-Tastatur.

  • nach dem Foto

    derskeptiker1, vor 592 Tagen, 5 Stunden, 30 Minuten

    wurde ein großer Teil der Fläche mit Gehäuse verbraten. Im Gegensatz zum iPhone, wo der Platz ausgenützt wurde. Schade.

  • Hände weg vom OpenMoko

    debianrocks, vor 592 Tagen, 8 Stunden, 22 Minuten

    Idee: Super! Ausführung: Schwer mangelhaft. Zwar sollen die Seriengeräte über die knapp 14 Stunden Batterielaufzeit der Entwicklerversion kommen, aber insgesamt ist - abgesehen von der Offenheit - das Moko eine schwache Nummer. Es ist klobig, unhandlich, wirkt billig verarbeitet (hab eines in Wien gesehen) und ohne UMTS natürlich hoffnungslos veraltet. Angeblich soll die 3. Generation der Moko Hardware mit aktuellen Telefonen mithalten können. Anwendertauglich ist das Gerät ohnehin noch nicht, auch die "Serien"-Modelle sind noch Spielzeuge für Hardcore- Entwickler. Unbedingt abwarten.

    • kann ich bestätigen

      kyrahkitty, vor 592 Tagen, 8 Stunden,

      Hab auf den Linuxwochen eines gesehen und kann deine Bedenken nur bestätigen. Brauchbar ist das Gerät in der Ausführung die jetzt kommt jedenfalls nicht - wenn man es auch nur halbwegs als Telefon verwenden will. Mit klassischen PDAs kann es sowieso nicht mithalten.

    • datenpunk, vor 592 Tagen, 5 Stunden, 56 Minuten

      das erinnert mich dann etwas an den sharp zaurus
      des teil war ned billig und dann wurde man von sharp super alleine gelassen in sachen updates und so
      um openzaurus dann sauber zum laufen zu bekommen, war ich dann noch dauergast in irc channels...
      also voll enduserkompatibel....

  • Ich finde das Design wunderbar.

    gelsenknecht, vor 592 Tagen, 8 Stunden, 28 Minuten

  • Welches Design?

    whylee, vor 592 Tagen, 10 Stunden, 42 Minuten

    Na, das Teil schaut vom Design eher wie ein D-Netz-Telefon aus und nicht wie ein 'cooles' Teil, was es aber zweifelsohne ist.
    Intesssant werden die Nachfolger sein. Ich denke schon, dass dieses Teil Zukunft hat.
    Wenn vielleicht auch noch nicht in dieser Form. Mein Interesse hat es geweckt, könnte doch sein, dass ich wieder mal 350 Euro für so ein Spielzeug ausgebe.

  • ich wart mit dem iPhone noch

    exthir, vor 592 Tagen, 11 Stunden, 10 Minuten

    bis man darauf Linux installieren kann.

    • mben, vor 592 Tagen, 10 Stunden, 23 Minuten

      dann kauf dir ein linux handy denn mac osx und iphone ist in der kombination gut

  • Anti-Moko

    wolkenstrudel, vor 592 Tagen, 11 Stunden, 58 Minuten

    Also was das Teil kann oder besser nicht kann und nach dem Styling kauf ich mir lieber ein Anti-Moko als ein Anti-Eiphone

    • pendler, vor 592 Tagen, 11 Stunden, 15 Minuten

      diese bilder sind auch umglücklich ausgewählt, aber schöner als iphone wird er sicher nicht, das stimmt.
      man hat also die wahl; gutes design oder gute funktionen.

    • asdf111, vor 592 Tagen, 8 Stunden, 35 Minuten

      Du wirst es nicht glauben. In diesen seltsamen kleinen Kästchen die du in deiner Hosentasche rumträgst, um damit vor Freunden und Bekannten anzugeben ist auch etwas drin. Mit dem was drin ist kann man dann ganz tolle Sachen machen. Telefonieren zum Beispiel. Aber iErmänner wie du verstehen das natürlich nicht.

  • @ORF

    juanp, vor 592 Tagen, 13 Stunden, 16 Minuten

    Das englische Wort "radio" ist hier mit Sender und nicht mit "Radio" zu übersetzen.

    Danke.

    • wow - bist Du gescheit :-)

      wadiracer, vor 592 Tagen, 12 Stunden, 37 Minuten

      Dein Kommentar hat die Menschheit wieder einen grossen Schritt weiter gebracht - DANKE

    • @wadiracer

      pinguinzuechter, vor 592 Tagen, 11 Stunden, 59 Minuten

      Das war ein sinnveraendernder Fehler.

    • @wadiracer

      meltdown, vor 592 Tagen, 10 Stunden, 53 Minuten

      Dein Kommentar hat die Menschheit wieder einen grossen Schritt weiter gebracht - DANKE

    • Ein Sender allein wär zu wenig

      tantejutta, vor 592 Tagen, 10 Stunden, 51 Minuten

      dann könnte das Teil ja kein Telefonat empfangen.

    • @meltdown

      pendler, vor 592 Tagen, 10 Stunden, 43 Minuten

      Dein Kommentar hat die Menschheit wieder einen grossen Schritt weiter gebracht - DANKE
      :-)

    • Schade eigentlich, SDR wäre interessant gewesen!

      herb, vor 592 Tagen, 9 Stunden, 38 Minuten

      Damit kann man sicher eine Menge anstellen, und auf die GPS-Zulassung hätte ich dann gerne verzichtet. - Allerdings wäre der Prozessor hierfür auch zu schwachbrüstig.

  • flamewar und so..

    8of9, vor 592 Tagen, 13 Stunden, 22 Minuten

    man muß schon sagen, daß der artikel ein wenig gehässig gegenüber dem iphone geschreiben wurde.

    interessant an den menschen ist, daß sie sich durch ihren besitz (in dem fall das iphone) angreifbar machen durch solche artikel bzw. aussagen.

    vielleicht möchte ja die redaktion der futurezone in zukunft auf derart formulierungen verzichten im sinne des allgemeinen friedens.

    denn,es ist doch so, daß doch jeder das produkt kauft von dem er/sie überzeugt ist das es das am besten geeignetste ist für die eigenen umstände.

    daß man sich damit soweit identifiziert und selbst angegriffen ist, wenn das produkt angegriffen wird, zeigt die arbeitsweisen der wissenschaft, die unter begriffen wie marketing bekannt ist.

    dies ist in so fern schade, da in so einem umfeld kritik sehr leicht als persönlichen angriff verstanden werden kann.

    • da hast du recht!!

      pendler, vor 592 Tagen, 13 Stunden, 8 Minuten

      selber die überschrift:
      Das Anti-iPhone kommt nach Europa

      *kopfnick*

    • Ja stimmt

      datenpunk, vor 592 Tagen, 12 Stunden, 52 Minuten

      das trifft besonders bei allem zu, was von apple kommt, da es sich hier ja nicht um einen Hardwarehersteller, sondern um soetwas wie eine sekte handelt.
      die apple jünger sind da dann auch sehr dünnhäutig.
      man darf zb keine apple trademarks mit "anti" davor veröffentlichen.

      nur mal um den wortsinn klarzustellen:
      materie, ANTImaterie.....
      das gerät wird übrigens überall als anti-iphone bezeichnet......des hat ned die fuzo erfunden.
      es wird so bezeichnet, weils keine blackbox ist wie eben das iphone. darf ich das so sagen, oder werdets dadurch wieder angegriffen und denkt ihr seits selber eine blackbox wenns euer eifon is?

      man darf natürlich auch kein anderes produkt mit dem gerät vergleichen und dabei gar schwächen im apple konzept aufzeigen. never!

      da will doch niemand euer EIFON und somit euch beleidigen. niemals!

    • @ datenpunkt

      wadiracer, vor 592 Tagen, 12 Stunden, 34 Minuten

      Danke - Spitzen Kommentar und alles genau auf den Punkt gebracht :-)

    • anti proprietär-phone wäre vielleicht passender gewesen

      rageagainstthemachine2005, vor 592 Tagen, 12 Stunden, 30 Minuten

      denn ein anti-i-phone wäre ja auch jedes smartphone mit windows mobile5/6 zb.: aus dem hause HTC !

    • @datenpunk

      pendler, vor 592 Tagen, 10 Stunden, 52 Minuten

      erstens habe ich kein eiphone und will auch keines, und beleidigt hast bist jetzt nur du mich und das grundlos.

    • @pendler

      datenpunk, vor 592 Tagen, 7 Stunden, 26 Minuten

      auf dein posting habe ich mich nichtmal bezogen.
      dass du jetzt beleidigt bist, finde ich recht putzig eigentlich. womit ich dich beleidigt habe müsstest mir jetzt noch sagen.
      ich sagte ja: _dünnhäutig_