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Im Netz der Lobbyisten

04.07.2008|06:00

Die Kommunikationsforscherin und Politologin Monica Horten hat gemeinsam mit Christophe Espern von der französischen Bürgerrechtsorganisation La Quadrature du Net die Änderungsvorschläge zum EU-Telekompaket entdeckt und analysiert, die Internet-Provider dazu verpflichten könnten, auf Zuruf der Medienindustrie Websites und ganze Protokolle zu blockieren. Ein Interview über Lobbyismus.

Diese Änderungsvorschläge laufen darauf hinaus, dass die europäischen Internet-Provider ihren Status als neutrale Informationsübermittler verlieren und für die Inhalte verantwortlich gemacht werden, die über ihre Systeme übertragen werden.

Am 7. Juli befassen sich der Industrie- und der Verbraucherschutzausschuss des EU-Parlaments mit dem Telekompaket, am 2. September soll darüber im Parlament abgestimmt werden.

Zur Person:

Monica Horten schreibt derzeit an ihrer Doktorarbeit über die Kommunikationspolitik der Europäischen Union am Institut für Kommunikations- und Medienforschung der Universität Westminster, Großbritannien. Sie hat von 1986 bis 1996 als Fachjournalistin im Telekombereich gearbeitet und über Themen der Telekommunikationsindustrie und deren Regulierung geschrieben. Sie war auch als Beraterin in Fragen des Marketing und der Web-Entwicklung tätig.

ORF.at: Frau Horten, die von Ihnen und zahlreichen Bürgerrechtlern kritisierten Ergänzungsvorschläge, die von einigen der Medienindustrie nahestehenden Mitgliedern des EU-Parlaments eingebracht wurden, sind über mehrere Papiere des Telekompakets hinweg verstreut. Wie würden Sie die Taktik der Medienindustrie beschreiben und wie sind Sie diesen Ergänzungen auf die Spur gekommen?

Monica Horten: Ich würde die Taktik als "hinterhältig" bezeichnen. Sie haben sich in die Gestaltung von Richtlinien eingemischt, die eigentlich die elektronische Datenübertragung regeln sollten und versucht, dort Regeln einzufügen, die Copyright-Probleme betreffen.

Diese Regeln werden ein veraltetes Geschäftsmodell der Medienindustrie schützen und haben gravierende Auswirkungen auf die Bürgerrechte. All dies wurde im Geheimen getan, indem Mitglieder des Europäischen Parlaments Ergänzungsvorschläge in verschiedenen Komitees des Parlaments vorgelegt haben.

Diese werden zwar auf der Website des EU-Parlaments veröffentlicht, aber die Dokumente sind so umfangreich und kompliziert, dass niemand erkennen würde, was sie im Zusammenspiel bedeuten. Ich habe sie nur deshalb gefunden, weil mir jemand die Dokumente geschickt und mich darauf hingewiesen hat, dass damit etwas nicht stimmen kann – er selbst hatte aber nicht verstanden, wo das Problem gelegen hat.

Diese Taktik sollte verhindern, dass es im Parlament eine öffentliche Diskussion gibt und dass die Abgeordneten sich genauer mit den Papieren befassen.

Mehr zum Thema:

Bürgerrechtler schlagen Alarm: In einer konzertierten Aktion wollen internationale Medienkonzerne und ihnen nahestehende Abgeordnete noch im Laufe dieses Sommers dafür sorgen, dass das Internet in der EU gefiltert werden kann. Der Hebel dazu wird im Telekompaket angesetzt, mit dem der Kommunikationsmarkt in der EU neu geregelt werden soll.

Ist es nicht gut, die Musikindustrie in ihrem Kampf gegen Leute zu unterstützen, die unlizenzierte Kopien aus dem Internet herunterladen? Was ist so falsch an den kritisierten Vorschlägen?

Ich glaube schon, dass die Autoren selbst mehr Geld bekommen sollten. aber ich bin gleichzeitig davon überzeugt, dass es nicht zielführend ist, Internet-Benutzer zu bedrohen und zu bestrafen. Davon sind nicht einmal Banker überzeugt. Ich habe mit einem Analysten eines Londoner Börsenmaklers gesprochen und er meinte, dass die Musikindustrie viel Energie in das juristische Vorgehen gegen Filesharer gesteckt und dabei aber übersehen habe, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln.

Eines der Probleme mit den Ergänzungen ist, dass sie es erlauben würden, Inhalte aus dem Internet zu blockieren. Gleichzeitig sehen sie keine Behörde vor, die feststellen würde, welche Inhalte blockiert werden sollen und die mit der Lösung von Streitfragen betraut wäre. In einer technischen Umgebung wie dem Internet ist es schwierig, Entscheidungen zu treffen, auf deren Grundlage dann Inhalte blockiert werden sollen.

Beispielsweise gibt es Forderungen, Peer-to-Peer-Datenübertragungen [P2P] zu blockieren. Der iPlayer, eine Internet-TV-Anwendung der BBC, nutzt ein P2P-System namens Kontiki. Wenn wir also den gesamten P2P-Datenverkehr sperren, dann gehen wir auch das Risiko ein, den iPlayer der BBC zu blockieren. Sollen wir also den gesamten P2P-Datenverkehr blockieren? Oder sagen wir, dass nur eines der P2P-Protokolle, zum Beispiel BitTorrent, böse ist? Dann blockieren wir nur dieses. Was aber geschieht dann mit den legalen Inhalten, die im BitTorrent-Netz unterwegs sind? Wer soll das entscheiden?

Könnten Sie uns einige Beispiele nennen, wo und wie die Medienindustrie die Ergänzungsanträge der EU-Parlamentarier beeinflusst hat?

Die Motion Picture Association [MPA], die die großen Hollywood-Studios wie Warner und Walt Disney repräsentiert, hat die EU-Kommission dazu aufgefordert, "die Gelegenheit zu nutzen, die laufenden Beratungen über das sogenannte Telekompaket zu nutzen, um die Grundlagen für die Kooperation zwischen den Interessengruppen zu legen"

Die Musikindustrie-Organisation IFPI hat der EU-Kommission geschrieben, was sie unter "Kooperation" versteht: "Unautorisiertes Anbieten und Verteilen von geschützten Inhalten im Internet zu kontrollieren [...] Ein Internet-Provider sollte Kunden vorwarnen und dann seine Dienste aussetzen und schließlich kappen." Und: "Andere Maßnahmen, die Provider treffen könnten, wären die Blockierung bestimmter Websites und Protokolle, die zur Verbreitung geschützter Inhalte dienen."

Der Begriff "Kooperation" wird ausdrücklich in den vorgeschlagenen Zusätzen zum Telekompaket verwendet.

"Kooperation" ist in diesem Fall ein beschönigendes Wort für die Durchsetzung des Copyrights, was in Wirklichkeit bedeuten wird, dass die Masse der Nutzer überwacht werden müsste, dass Inhalte blockiert werden und einige Nutzer vom Netz abgetrennt werden würden – wenn wir den französischen Olivennes-Vorschlag ["Loi HADOPI", "Three Strikes Out", Anm.] als Beispiel nehmen.

Wie passen diese jüngsten Entwicklungen zu anderen Initiativen der Medienindustrie? Das EU-Parlament hat ja "Three Strikes Out" bereits im Rahmen einer Abstimmung über den vom französischen Abgeordneten Guy Bono eingebrachten Bericht über die Kulturindustrie abgelehnt.

Ja, das EU-Parlament hat eine Stellungnahme veröffentlicht, in der es feststellt, dass es Maßnahmen wie "Three Strikes Out" ablehnt, wie sie im Fjellner-Rocard-Zusatz zum Bono-Bericht erwähnt worden sind.

Das ist deshalb wichtig, weil all diese getrennt scheinenden Initiativen alle miteinander verknüpft sind und offenbar immer dieselben Gruppen dafür lobbyiert haben. Der französische Gesetzesvorschlag zum "Loi Olivennes" [alias "Loi HADOPI" alias "Three Strikes Out"] ist der am weitesten fortgeschrittene und es ist interessant, die Namen der Organisationen zu lesen, die dazu beigetragen haben.

Sie werden überall dieselben Namen sehen: MPA, IFPI, SACD, Warner Bros..

In Großbritannien ist die Regierung etwas vorsichtiger, aber sie versucht trotzdem, ein "freiwilliges" Abkommen nach französischem Vorbild zu erzwingen und ein Provider, Virgin Media, verschickt bereits Warnmeldungen an Nutzer, deren Namen sie von der BPI, der Dachorganisation der britischen Musikindustrie, bekommt. Das Telekompaket soll einen europaweit gültigen Rahmen für Gesetze nach dem Vorbild von "Three Strikes Out" schaffen.

Welche Rolle spielt die Kommission in alldem?

Die EU-Kommission sollte sich normalerweise mit Interessensgruppen aus Industrie und Zivilgesellschaft beraten, um neue Gesetze für Europa zu beschließen.

In diesem Fall hat die Kommission das Telekompaket als Aktualisierung der Telekommunikationsgesetze vorbereitet. Im ersten Entwurf war von Copyright-Fragen noch überhaupt keine Rede gewesen und daher hatte die Kommission auch keine Anhörung zum Thema Copyright in diesem Zusammenhang angesetzt.

Meinen Recherchen zufolge sind die Abschnitte zum Thema Copyright zuerst nach einer Sitzung des Kollegiums der Kommissionsmitglieder aufgetaucht, nach der der Entwurf ins EU-Parlament weitergeschickt wurde. In dieser Phase gab es zwei Ergänzungen. Eine der Ergänzungen sollte es Regierungen ermöglichen, den Providern besondere Maßnahmen aufzuerlegen, um Verstöße gegen das Urbeberrecht zu ahnden. Wir wissen, dass dies in der Praxis bedeutet, dass der Datenverkehr überwacht werden soll.

Die zweite Ergänzung sollte die Provider dazu verpflichten, in ihre Verträge eine Klausel einzufügen, die sie dazu verpflichtet, die Kunden regelmäßig über Urheberrechtsverletzungen zu informieren. Alle anderen Zusätze, die das Copyright betreffen, sind nicht von der Kommission eingefügt worden, sondern von Komitees des EU-Parlaments.

Warum funktioniert das Lobbying der Medienindustrie eigentlich so gut? Es scheint besser zu sein als das der IT-Industrie und sogar von schwergewichtigen Konzernen wie der Deutschen Telekom, der France Telecom und der British Telecom.

Die Manager der Medienindustrie können gut reden. Sie wissen, wie man ein gewichtiges Argument auf interessante Art und Weise vorbringt. Sie setzen Emotionen sehr geschickt ein. Sie benutzen die "armen" Musiker, um Sympathie für die Urheber zu wecken und sie dämonisieren die Filesharer, indem sie sie in eine Art von Schädlingen verwandeln, die ausgerottet werden müssen.

Die Telekom-Manager dagegen präsentieren sich eher als Pragmatiker und Geschäftsleute. Sie sprechen von Bandbreiten und Geschäftsmodellen. Sie scheinen seelenlos zu sein.

Wenn man seine Argumente vor Politikern und Bürokraten vorbringt, die aus einer Vielzahl verschiedener Karrieren kommen und normalerweise nichts von Technik verstehen, scheint die emotionale Art der Präsentation besser zu funktionieren.

Wie geht es mit dem Telekompaket weiter?

Zwei Ausschüsse des EU-Parlaments sind verantwortlich: Der Ausschuss für Industrie, Forschung und Energie ist für die Rahmenbeschlüsse verantwortlich.

Der Ausschuss für Binnenmarkt und Verbraucherschutz ist für die Richtlinien verantwortlich, die den allgemeinen Zugang und den Schutz der Privatsphäre betreffen. Diese beiden Ausschüsse stimmen am 7. Juli ab.

Das Plenum des Europäischen Parlament wird am 2. September über das Paket abstimmen. Danach wird der Ministerrat darüber diskutieren, voraussichtlich im November.

Bürgerrechtler organisieren Widerstand

Bürgerrechtler wie die französische Initiative La Quadrature du Net, das deutsche Blog Netzpolitik.org und die britische Open Rights Group engagieren sich gegen die Filter- und Zensurmaßnahmen, die im Rahmen des Telekompakets verabschiedet werden sollen.

[futurezone | Günter Hack]

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Forum

 
  • Frage an die Tante

    pc104, vor 585 Tagen, 8 Stunden, 47 Minuten

    Ist wahrscheinlich ein bissi OT, aber Du sitzt da näher als ich und kannst vielleicht etwas Licht auf die Frage werfen: Wenn's nur an der Information über die EU scheitert, warum kommt dann vom ORF nix? Ich mein, Bildungsauftrag usw? Wie wär mal 'ne Doku-Reihe "So funktioniert die EU"?

    Mir schon klar, daß Du da nicht der Redakteur vom politischen Teil des ORF bist, aber Du hast am ehesten da Einblick. Warum kommt vom ORF keine "EU-Aufklärung", um den Bürgern das Thema mal zumindest irgendwie zu vermitteln?

    Warum bringt der ORF nix über den Lissabon-Vertrag? Ich geb ja zu daß das Ding keiner versteht der nicht mindestens ein abgeschlossenes Jus-Studium und einschlägige Praxis aufweisen kann, aber wir wär's denn mal die Schlagworte zu beleuchten, die seit Monaten durch diverse Medien geistern und für aus Halbwissen geborene Ängste sorgen?

    Auch der mündige Bürger kann sich nur eine Meinung bilden, wenn er über die notwendige Information verfügt. Und nicht jeder hat Internet (und selbst die, die's haben wissen nicht notwendigerweise wo man hier Information statt Meinung finden kann).

    Warum schweigt der ORF so beharrlich zu dem Thema?

    • Weil's nicht opportun wäre

      waldirei, vor 585 Tagen, 8 Stunden, 26 Minuten

      allen klar zu machen, dass die EU ein zwischenstaatliches Vertragsgebilde (somit klarerweise keine Demokratie) ist, der stellenweise bereits Rechtssetzungsbefugnisse übertragen sind, die die einzelstaatliche Souveränität in wichtigen Bereichen beendet haben.

    • korr.

      waldirei, vor 585 Tagen, 8 Stunden, 26 Minuten

      "ist, dem"

    • conlib, vor 585 Tagen, 7 Stunden, 40 Minuten

      Der ORF hat gewisse Sendeformate innerhalb derer er EU Inhalte paralell zu anderen Inhalten präsentiert. Diese Formate wie eben die ZIB 1 die ZIB 2 oder der Report haben eine beschränkte Sendezeit.

      Nun steht der ORF vor der Situation, dass er eine Innenpolitische Entwicklung hat, ein österr. Sportler irgendwo was gewonnen hat und die neueste Opernaufführung im Kulturbereich war. Außerdem gabs noch zwei große Auffahrunfälle auf der A2. Gleichzeitig gabs in Brüssel aber eine wichtige Ministerratssitzung oder im EP gabs eine wichtige Abstimmung.

      Effekt ist. Der ORF berichtet über die Innenpolitik, die Oper, den Sportler und in der Meldungsübersicht kommt der Ministerrat neben den zwei Unfällen mit ca. 15 sekunden Sendezeit vor. Die Abstimmung im EP wird gar nicht erst erwähnt.

    • Mein Vorschlag:

      pc104, vor 585 Tagen, 5 Stunden, 25 Minuten

      Auf die nächste Staffel "Dancing Stars" oder ähnlichen Trash verzichten und ein neues Format zum Thema Volksbildung aufziehen.

      Aber da gehen ja dann die Einschaltquoten und Werbeeinnahmen flöten. Mit seichter Unterhaltung geht das halt besser.

  • limdul, vor 585 Tagen, 9 Stunden, 17 Minuten

    Leider erhärtet sich immer mehr der Eindruck daß der einzig wahre Grund für die Existenz der EU der vereinfachte Einfluß auf ganz Europa durch diverse Konzerne ist, nach dem (Konzern)Vorbild USA.

    Wird bald wieder Zeit für eine neue Pro-EU Kampange, um der Masse mal wieder das Gehirn zu waschen - ähh meine natürlich positive Stimmung zu verbreiten :)

    • waldirei, vor 585 Tagen, 9 Stunden, 10 Minuten

      Es ist doch nur zu unserem Besten.

    • waldirei, vor 585 Tagen, 9 Stunden, 8 Minuten

      Wir sind nur zu dumm, es zu verstehen.

    • waldirei, vor 585 Tagen, 9 Stunden, 7 Minuten

      Ausserdem bösartig und verstockt.

    • Was willst denn?

      pc104, vor 585 Tagen, 8 Stunden, 44 Minuten

      Wir haben die besten Politiker, die man für Geld kaufen kann!

  • "...wären die Blockierung

    kernelpanic, vor 585 Tagen, 10 Stunden, 21 Minuten

    ...bestimmter Websites und Protokolle, die zur Verbreitung geschützter Inhalte dienen."

    Tja, da werden die "alten" Formen des Datenverkehrs wie FTP oder vielleicht sogar GOPHER wieder eine Renaissance feiern.

  • mal kurz überlegt

    sphinx1981, vor 585 Tagen, 10 Stunden, 26 Minuten

    ich bin mit dieser materie nicht wirklich vertraut also kein experte. Hier wird jetzt ziehmlich auf die sogenannten lobbyisten losgegangen.
    hier jetzt mein bsp aus der praxis. wir entwickelten in meiner firma eine neue technologie zu der es noch keine oder nur mangelhafte Normen und richtlinien gab. Konsortien haben dann die gesetzliche grundlage dafür geschaffen und Normungen eingeführt.
    drei mal dürft ihr raten wer in diesen Konsortien gesessen hat...meine Kollegen.
    natürlich wurden die Normen so verkompliziert und auf uns zugeschnitten dass es unsere konkurrenten möglichst schwer haben.

    tja, richtig find ich dass (moralisch gesehen) nicht aber diese tatsache sichert jetzt meinen arbeitsplatz.

    man kann jetzt sagen dass lobbyisten schlecht sind weil sie auf die wirtschaftlichen interressen schaun, aber damit schützen sie auch arbeitsplätze...schon komisch!!

    • alles ist relativ zum eigenen Standpunkt

      frabato, vor 585 Tagen, 10 Stunden,

      Darf ich Deinen - an sich sehr wertvollen - Beitrag mal interpolieren?
      "man kann jetzt sagen dass tödliche Verkehrsunfälle schlecht sind weil sie viel Leid erzeugen, aber damit schützen sie auch Arbeitsplätze, nämlich bei der Bestattung...schon komisch!!"

    • Arbeitsplätze schaffen, oder vernichten

      pc104, vor 585 Tagen, 9 Stunden, 23 Minuten

      Klar, Du hast jetzt 'nen bequemen Arschheberposten. Brauchst nix mehr machen, weil Dir ein Quasi-Monopol gesichert wurde. Stattdessen hätte man auch eine Konkurrenzsituation schaffen können, in der viele Entwickler versuchen bessere Systeme zu schaffen, was einerseits mehrere ARbeitsplätze geschaffen hätte und andererseits ein besseres System für den Endkunden bedeutet hätte.

    • -> frabato

      waldirei, vor 585 Tagen, 9 Stunden, 20 Minuten

      ganz nebenbei: Bei der Bestattung läuft der "Markt" anders. Da kommt's auf die Geburtenrate an, denn wer geboren wird, wird jedenfalls bestattet.

  • Die Begründung, warum das Lobbying

    philishave, vor 585 Tagen, 10 Stunden, 39 Minuten

    der Medienindustrie wirkungsvoller ist als das der Telekomindustrie scheint mir nicht ganz zu Ende gedacht.

    Die Voraussetzung für die Tatsache, dass die Manager der Medienindustrie "besser reden" können als die Telekommanager kann nur sein, dass, wenn sich am Status nichts ändert (Status ist, die Medienindustrie hält am alten Geschäftsmodell fest), es die Medienindustrie so nicht mehr lange geben wird. Die Telekoms wird es so oder so weiter geben, denen steht nicht das Wasser bis zum Hals.

    Ergo: die Medienindustrie ist mächtig und strampelt ums Überleben. Drum sind sie noch wirkungsvoll.

    Dank Leuten wie Monica Horten und vielen, vielen anderen (thx 2 möchel, hack, ...) scheint die Wirkung aber schön langsam nachzulassen. Und das ist gut.

  • kramsel, vor 585 Tagen, 11 Stunden, 29 Minuten

    "können gut reden" is nur ein anderer Ausdruck für "verlogen" und genau das sind die Manager der Medienindustrie!

    • reden...

      promilleprolet, vor 585 Tagen, 8 Stunden, 42 Minuten

      zahlen können sie, das ist es. lobbying ist gift für die demokratie. es geht darum, interessen von einzelnen gegen die interessen vieler durchzusetzen, mit geld natürlich.

  • Visibility is a trap

    tomislost, vor 585 Tagen, 11 Stunden, 55 Minuten

    Herrlich, wie sich Orwell's und Foucault's Theorien und Utopien in der Gesellschaft etablieren. Das Informationssammeln hat Google, etc. schon reichlich perfektioniert. Jetzt werden Kontroll- und Zensurinstanzen etabliert. Ist doch ein tolles Set an Werkzeugen. Fragt sich nur wie es genutzt werden wird.

    • Missbräuchlich?

      waldirei, vor 585 Tagen, 9 Stunden, 19 Minuten

      Sicher nie.

  • und wahrscheinlich zum 1000 mal (wenn auch ein bisserl OT hier):

    sheepshagger, vor 585 Tagen, 12 Stunden, 38 Minuten

    die boesen entscheider in bruessel sind nicht irgendwelche typen, die bruxelles vom mars aus infiltriert haben, die wurden auch nicht vom internationalen industriellenverband dort hingesetzt, die wurden von uns gewaehlt, die einen direkt, die anderen indirekt ueber unsere nationalen parlamente. waehrend wir bei den eu-parlamentsabgeordneten halt teilweise irgendwelchen scharlatanen auf den leim gehen (beileibe nicht alle sind solche, aber es finden sich halt auch genuegend abgehalfterte moderatorInnen, politikerInnen etc. auf den listen), spielen unsere nationalen politiker ihr doppelspiel: alles, was einem selbst im land schaden koennte, spielt man ueber bruessel, und hier regt man sich dann ueber die boesen eu-reglementierer auf ...

    Und dass bei projekten wie der "sozialen union" nichts weitergeht, liegt eben nicht an der globalisierungswut irgendwelcher eurokraten sondern hauptsaechlich daran, dass die nationalen politiker kein interesse haben, auch nur ein fuzzerl ihres einflusses nach bruessel abzugeben ...

    um zum thema zurueckzukommen: ueberwachung und kontrolle des internetverkehrs liegt eben im interesse der mehrheit unserer angeblichen "volksvertreter" in den nationalen parlamenten, darum wird's da auch zu keinemn reaktionen kommen. nachher war's halt wieder die boese eu ....

    genauso tragen diese ar***lo***er seit jahren zum untergang der europaeischen idee bei ...

    • 100% agree

      derm0nd, vor 585 Tagen, 12 Stunden, 20 Minuten

      +5 Insightful.

    • pc104, vor 585 Tagen, 9 Stunden, 14 Minuten

      Kontrolle will man nicht abgeben, aber gerne den schwarzen Peter nach Brüssel abschieben.

      Das Problem der EU-Ablehnung ist doch von unseren Politikern hausgemacht! Sie fahren rüber mit dicken Versprechungen und kommen zurück mit Beschlüssen, die für das Volk negativ sind. Aber jetzt müssen wir's umsetzen, weil ja die Bösen in Brüssel beschlossen haben wir müssen.

  • Lobbyismus

    niloteur, vor 585 Tagen, 12 Stunden, 46 Minuten

    In Demokratien hat Lobbyismus nichts verloren. Wenn Demokratien (statt Wirtschaftsdiktat) wieder das Heft in die Hand nehmen wollen, müsste dieser sonderbare Berufsstand verboten werden. Angeblich gibt es in Brüssel 5000 Lobbyisten.

    • nachdem leider unsere

      wizardd, vor 585 Tagen, 12 Stunden, 40 Minuten

      politiker nicht die blasseste ahnung von den sachen haben die sie entscheiden (softwarepatente im fischereirat, ich erinnere) ist lobbyismus notwendig. und zwar von den befürwortern wie von den gegnern.

    • Lobbyisten: "marktwirtschaftliche" Lösung

      critcom, vor 585 Tagen, 11 Stunden, 28 Minuten

      Das "Problem" mit den Lobbyisten läßt sich ganz einfach dadurch regeln, indem Politiker gewählt werden, die sich nicht beeinflussen lassen und nicht durch Verbot eines "Berufstands". Ein Verbot entspräche der bekannten, durch Lobbyisten getrübten Entscheidungspraxis in der EU. Nachhaltig und effektiv läßt sich jedes Problem nur an der Wurzel behandlen!

      Leider ist das tatsächliche Problem die politische "Unvernunft" und "Unkenntnis" des Wahlvolks.
      Gebildete Bürger lassen sich nicht durch (Massen-)Medien (dazu zählt nicht nur die Kronenzeitung) manipulieren bzw. von inszenierten Massenveranstaltungen ablenken, sind deswegen von diesen Medien wie von den "kollaborierenden" Politikern unerwünscht und werden durch eine entsprechende Bildungspolitik und Unterhaltungsindustrie (-> Musikantenstadl und Rosamunde Pilcher Dramen) seit Jahrzehnten erfolgreich verhindert.

  • Einvernehmlich regelnde Instanz fehlt in der UNO

    dosimeter, vor 585 Tagen, 12 Stunden, 55 Minuten

    Der "freie Informationsmarkt" wird auf Dauer wohl doch nicht ganz so regelfrei funktionieren - weil diejenigen, die ihn propagiert haben haben, jetzt plötzlich selber rufen nach rechtlichem Schutz für sich.

    Mit Austricksen der USA, der EU usw. wird das aber nicht funktionieren:

    Der Ruf nach einem KOMPETENTEN (und rasch genug arbeitenden) "Internet-Gerichtshof" (o.ä.) wird immer lauter werden.

    Dass die Kontrahenten (Ankläger, Verteidiger) nicht selber Richter spielen können, wird zwar beide Seiten stören, das ist aber nicht zu ändern.

    Rechtssicherheit im Internet ist ein weltweites Problem:

    Wer daher bald konstruktiv reagieren muss:

    Das ist die UNO.

    Viel Glück dabei !