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17 Mio. Euro für Telekomüberwachung

12.09.2008|12:58

Mit der am Donnerstag veröffentlichten Investitionskostenverordnung des Justizministeriums werden heimischen Telekombetreibern insgesamt 17 Mio. Euro für die Installation technischer Einrichtungen für Überwachungsmaßnahmen im Auftrag des Staates vergütet.

Ein massiver Streitpunkt bei der Umsetzung staatlicher Überwachungsmaßnahmen war neben dem Datenschutz seitens der Wirtschaft auch immer die Frage des Kostenersatzes. Schließlich drohen durch die EG-Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung neue Speicherpflichten der Verbindungsdaten, was einen deutlichen Mehraufwand für die Branche bedeutet.

Kurz vor den Neuwahlen hat das Justizministerium nun eine Verordnung erlassen, die den Telekombetreibern einmalig eine Abgeltung der Investitionen für Telefonüberwachungseinrichtungen sichert.

Drei Monate Einreichfrist

Die in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Verkehr, Infrastruktur und Technologie ausgearbeitete Investitionskostenverordnung sieht vor, dass 90 Prozent der Kosten für die Bereitstellung der in § 94 Abs. 1 TKG erwähnten Einrichtungen vergütet werden - die Gesamtsumme wurde aber mit 17 Millionen Euro gedeckelt.

In der Bemessungsgrundlage werden Anschaffungskosten, Einrichtungskosten, Netzanpassungskosten und Lizenzkosten berücksichtigt.

Die Verordnung tritt am 1. Oktober in Kraft. Betreiber haben dann drei Monate Zeit, ihre Ansprüche geltend zu machen.

Das Telekommunikationsgesetz 2003 verpflichtet die Provider dazu, "alle Einrichtungen bereitzustellen, die zur Überwachung einer Telekommunikation nach den Bestimmungen der StPO erforderlich sind".

Gesetze und Verordnungen:

TA: "Einigungsprozess"

"Es hat einen Einigungsprozess zwischen den Providern und der Regierung gegeben", sagte Martin Bredl, Sprecher der Telekom Austria [TA], auf Anfrage von ORF.at. "Das Geld deckt einen Teil der Kosten für den Einbau genormter Schnittstellen zur Überwachung der Telekommunikation."

Wie viel Geld der Einbau dieser Schnittstellen - gemeint sind die vom europäischen Telekommunikationsnormungsinstitut ETSI unter Regie von Geheimdienstlern und Strafverfolgern genormten Systeme - die TA letztlich gekostet hat, mochte Bredl nicht verraten: "Wir haben diese Zahlen nie publiziert."

Die Kosten

Der Kostenersatz betreffe, so Bredl, nur die einmaligen Investitionen in die Implementierung besagter ETSI-Überwachungsschnittstelle und auch nur die richterlich angeordneten Überwachungsmaßnahmen. Einzelne Überwachungsmaßnahmen werden gemäß Überwachungskostenverordnung abgegolten.

Die "Ermittlung einer Funkzelle" vergütet der Staat dem Provider mit 148 Euro, die "Einrichtung pro Funkzelle" mit 64 Euro. Mit der am 6. Dezember 2007 verabschiedeten Novelle zum Sicherheitspolizeigesetz [SPG] dürfen die Fahnder allerdings auch ohne richterliche Genehmigung bei "Gefahr im Verzug" bei den Providern Handy-Standortdaten abfragen. Laut einer Antwort des Innenministeriums auf eine Anfrage des LIF-Abgeordneten Alexander Zach von Mitte Juni 2008 hat die Polizei im Zeitraum vom 1. Jänner bis zum 30. April 2008 insgesamt 3.863 Anfragen gemäß SPG durchgeführt.

Davon sind allerdings nicht alle kostenpflichtig, da die Internet-Provider laut § 53 Abs. 3a SPG die Auskünfte über IP-Adressen "unverzüglich und kostenlos" zu erteilen haben. Die Telefonieanbieter werden vom Staat gemäß Überwachungskostenverordnung entschädigt.

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Warten auf die Vorratsdatenspeicherung

In den 17 Millionen Euro ebenso nicht enthalten sind die Kosten, die auf Staat und Provider - also letztlich auf die Bürger - im Rahmen der mindestens sechsmonatigen Vorratsspeicherung [VDS; Data-Retention] sämtlicher Telefonie- und Internet-Verbindungsdaten zukommen.

Die entsprechende EG-Richtlinie ist bisher in Österreich vom federführenden Infrastrukturministerium unter Werner Faymann [SPÖ] nicht umgesetzt worden, da derzeit eine Klage der Republik Irland gegen die Richtlinie vor dem EU-Gerichtshof verhandelt wird.

Wie teuer die VDS wirklich werden wird, ist noch nicht sicher. Der Wiener Informatikprofessor Wilfried Gansterer hatte bei einer Diskussionsveranstaltung im Februar die Kosten für eine Umsetzung der VDS [nur E-Mail-Speicherung] bei einem Internet-Provider mit 500.000 Kunden im ersten Jahr auf eine Million Euro im ersten Jahr und 500.000 Euro pro Folgejahr beziffert. Der deutsche Internet-Wirtschaftsverband eco schätzte im März 2008 die Kosten für die Implementierung der VDS bei deutschen Internet-Providern auf 330 Millionen Euro.

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Schon jetzt fallen für die Betreiber einige Speicherpflichten an, extreme Kosten fürchten die Betreiber aber durch die vorerst in Österreich nicht umgesetzte EG-Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung.

[futurezone | Nayla Haddad | Günter Hack]

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Forum

 
  • solala, vor 513 Tagen, 21 Stunden, 58 Minuten

    Zu sagen, das Wahlvolk will es so, ist einfach, es gibt keine ersnthaften Parteien, die wirklich dagegen sind!

    Die Gründe sind auch klar, es ist im Interesse jeder Regierung das Volk zu überwachen!

    Wird sich etwas ändern, ja wenn der Schaden größer wird als der Nutzen, das dauert aber noch eine weile, beruhigenderweise eher kürzer als länger!

    Überwachung, ACTA, Musikindusrtie und deren Schutz muß her und zwar sehr schnell, je schneller, desto früher passirt es auch, das der Verlust größer aös der Gewinn wird!

    Da müssen wir durch, für diesen Lernpozeß, verhindern kann man es ohnedies nicht, nur hinauszögern, und die Verzögerungstaktik schadet noch mehr, als es Vorteile bringen würde!

    Das Ding muß so weh tun, das die die das wollten vor schmerzen schreien!

    • hitcher, vor 513 Tagen, 17 Stunden, 59 Minuten

      aber wahrscheinlich muss es dann vorher noch einen Weltkrieg geben, bevor es wieder besser wird.

  • Das österreichische Wahlvolk will es so!

    gedankensindfrei, vor 514 Tagen, 9 Stunden, 20 Minuten

    Wie wäre es sonst möglich dass jene Parteien die seit Jahren immer mehr Überwachung beschließen, allen voran die ÖVP mit den eigenartigen Vorgängen im Innenministerium, immer wieder so viele Wählerstimmen bekommen?

    Der Volkswille ist offenbar für totale Überwachung und gedankenloses Dienen.

    • hitcher, vor 514 Tagen, 8 Stunden, 7 Minuten

      wen soll man dann wählen?
      Die KPÖ und die Grünen wären vielleicht etwas besser.

    • brigitte51, vor 514 Tagen, 5 Stunden, 34 Minuten

      Dumm nur das sich dieser Artikel mit dem Justizministerium beschäftigt. Interessanterweise ist genau dieses Ministerium fest in $ozialistischer Hand. Auch die Totale Überwachung der Beamten E-Mails kommt von den $ozis.

      Die liebe $PÖ. Ein Garant für die totale Überwachung. ;-))

    • ja, auch die SPÖ ist für Überwachung und Totalkontrolle

      psychodaddy, vor 514 Tagen, 23 Minuten

      Das sieht man ja nicht nur am mitbeschlossenen Sicherheitspolizeigesetz, auch die Bildungsdokumentation wurde unter roter Hand weiterentwickelt und verschärft.

      Was soll das alles?

      Auch die Grünen haben der Überwachung durch die Bürger mittels Bildungsdokumentation zugestimmt.

      Wählbar derzeit: KPÖ und Piratenpartei...

    • Bildungsdokumentation:

      hitcher, vor 513 Tagen, 18 Stunden, 1 Minute

      soll das etwa heissen, man kann nicht mehr anonym ein Buch kaufen? Mit Bargeld zahlen. Unter Pseudonym bestellen, falls nicht auf Lager?

      Ach, ich weiß schon, es geht wahrscheinlich um die Bombenbaupläne im Internet auf Amazon.de:
      http://futurezone.orf.at/it/stories/254386/

      Jaja, das Internet eignet sich gut, um die Bürger total auszuspionieren,
      deshalb braucht auch jeder einen Anschluss.

  • 17 Millionen Euro an die Telekombetreiber für?

    korbstudio, vor 514 Tagen, 10 Stunden, 58 Minuten

    Überwachung? Soviel ich weiß, ist es überhaupt kein Problem für die Betreiber sich in Gespräche "einzuschleichen". Und dann wird es wohl auch möglich sein auf den Record-Button zu klicken.

    Wozu bedarf es hier einer 17 Millionen Überweisung, ha?

    Hier stinkt´s.

    • @korbstudio

      xphönix, vor 514 Tagen, 10 Stunden, 39 Minuten

      Das kommt wegen der permamenten Abfrage aller Bürger Datenströme.

      Es git dann das Prinzip Generalverdacht,

      alles wird nach Stichwärtern gescannt kategorisiert und automatisiert analysiert, gut vergleichbar als ob morgen sämtliche Autobahnen Österreichs mit einer flächendeckenden Radarkontrolle versehen wären.

      Einmal zuviel - auch nur für zwei Sekunden - aufs "Gaspedal" gedrückt, und in Deinem E-Gov Briefkasten liegt schwups bereits das Strafmandat.

    • wenn das System dann erst funktioniert, dann

      hitcher, vor 514 Tagen, 8 Stunden, 9 Minuten

      sag die Wörter: "Bombe, Attentat, ..." besser nicht mehr am Telefon (auch wenn nur aus der Zeitung vorliest). Weil 10 Minuten später ist dann ein schwerbewaffnetes Polizei Einsatzkommando da.

    • Minority Report - Präkognition

      xphönix, vor 513 Tagen, 23 Stunden, 7 Minuten

      http://de.wikipedia.org/wiki/Pr%C3%A4kognition

      Präkognition (lateinisch: vor der Erkenntnis) ist die Bezeichnung für eine bis heute nicht als existent nachgewiesene Form des Voraussehens oder der Vorhersage eines Ereignisses oder Sachverhaltes aus der Zukunft, ohne dass hierfür rationales Wissen zum Zeitpunkt der Voraussicht zur Verfügung gestanden hätte.

      Also Lieberr hitcher, sofern du auch nur daran denkst, einer falschen Volksgruppe angehörst, mit den falschen Leuten verkehrst, aoder dich mit verdächtigen Dingen beschäftigst, erkennt morgen der große Computer in Dir ein gesellschaftliches Sicherheitsrisko.

      Das bedeutet, keine Chance für einen beruflichen Aufstieg, du kannst froh sein dass du nicht Zwangs- Sterelisiert wirst.

    • Zwangssterilisation gibt's noch für Dissidenten?

      hitcher, vor 513 Tagen, 17 Stunden, 55 Minuten

      Ich dachte, die werden einfach umgebracht,
      so dass es nachher wie Selbstmord oder ein Unfall ausschaut.

    • Vergiften (Rezin), Bestrahlen (Krebs), Vergasen, Eletroschocken bis zum Herzinfarkt, ...

      hitcher, vor 513 Tagen, 17 Stunden, 53 Minuten

      und weitere schwer nachweisbare Tötungsmethoden sollen bei Geheimdiensten ja auch immer sehr beliebt sein.

    • Rizin:

      hitcher, vor 513 Tagen, 17 Stunden, 48 Minuten

      http://www.heise.de/tp/r4/artikel/9/9984/1.html

  • diese flut an Überwachungen

    mhoch4, vor 514 Tagen, 12 Stunden, 37 Minuten

    kostet dem Steuerzahler sehr viel und bringt so gut wie gar nix.

    Kriminalität hat es immer gegeben und wird es immer geben. Trotz DNA, Rasterfahndung, großer Lauschangriff, Bundestroyaner usw. gehen die Verbrechen nicht zurück.

    Am Sinnvollsten ist es die Bildung zu erhöhen, das senkt die Kriminalität (abgeschaffen läßt sie sich nie).

    Anstatt die Lebensmittel von der Steuerlast zu reduzieren, wäre es Besser Fortbildungskurse ganz von der MwSt zu befreien.

    • hitcher, vor 514 Tagen, 11 Stunden, 46 Minuten

      es ist auch gut möglich, dass dann vermehrt Korruption im Polizeistaat eintritt und generell die Führung des Staates diese Totalüberwachung gegen das Volk einsetzt um es (gar nicht wegen Terrorgefahr) besser kontrollieren und gezielt steuern zu können.

    • hitcher, vor 514 Tagen, 11 Stunden, 44 Minuten

      profitieren tun vor allem die Mächtigsten im Staat, die dadurch dann noch mächtiger werden.
      In wie weit sich da auch noch viel Geld verdienen lässt, ist noch gar nicht voll abzuschätzen.

  • Nun, dann haette ich doch gerne, dass hier umgehend ...

    vergesstwahlenkauftaktien, vor 514 Tagen, 14 Stunden, 3 Minuten

    ... im Sinne einer Verbandsverantwortlichkeit u.a die Ex-Justizministerien von Haiders Gnaden an den Kosten beteiligt werden.
    Bis zur Erreichung deren Existenzminimums gaebe es da sicher etliches zu pfaenden - und sonst moegen diese Damen und Herren doch ihrerseits anderswo zu sonst von ihnen verachteten Asylanten werden ...

  • die paar Opfer von 09/11 waren

    hitcher, vor 514 Tagen, 14 Stunden, 33 Minuten

    die Sache doch wert, oder?

    Damit hat man weltweit politisch sehr viele einschneidende und teure Maßnahmen gegen das Volk im Namen der Terrorbekämpfung und Totalüberwachung zur vorzeitigen Gefahrenabwehr durchsetzen können. Und ein Krieg mehr (Irak) ist sich damit auch ausgegangen. Die USA ist dadurch doch nur noch stärker geworden. Und unsere Polizei auch. Alle Macht dem Staat. Und den Geheimdiensten.
    Wo das hin führen wird, kennt man wohl aus düsteren Science-Fiction Filmen und alten Büchern wie 1984 http://en.wikipedia.org/wiki/Nineteen_Eighty-Four .

    • ueznuer, vor 514 Tagen, 10 Stunden, 57 Minuten

      http://www.infowars.com/

  • drauf scheißen

    derskalarvonperl, vor 514 Tagen, 18 Stunden, 40 Minuten

    zur Überwachung konfigurier ich mir schon eigene Skripts. Da brauch ich keine Koffern in Brüssel, die was mir vorschreiben, welche Hardware ich nehmen muss - bald werdens noch vorschreiben, dass ma Vista mim 2008er-Server nehmen muss.

  • Chinesische Zustände in Österreich

    tobias77, vor 515 Tagen, 1 Stunde, 39 Minuten

    Eine Frechheit und gegen die österreichische Verfassung sind diese polizeilichen Überwachungsmethoden. Aber sie sagen, wer nix unrechtes macht braucht sich ned fürchten (?). Die Blödiane, noch nie was von Privatsphäre, vom Schutz der Intimsphäre gehört ? Ich komm mir vor wie in einer Bananenrepublik, wie im Mittelalter, wie bei den Faschisten - Gnade uns Gott wenn wir wieder eine Diktatur bekommen sollten...

    • ach, schleicherl ...

      vivelaevolution, vor 515 Tagen, 58 Minuten

      merkst nicht, dass wir schon lang wieder in einer diktatur leben - bist nur nicht sensibel genug !!!

    • So tragisch das ist

      verärgert, vor 514 Tagen, 22 Stunden, 48 Minuten

      Relevant ist nur das Volk "Vieh",

      jene wenige Bürger mit Hirn spielen in den Planspielen keine Rolle, Diktaturen kennen für diese Spezie andere Regeln, entweder kaufen, gelingt das nicht vernichten.

      Anschließend werden die Namen und Köpfe in Blei gegossen und dem blöden Volk zum anbeten serviert.

    • @bananen

      theripples, vor 514 Tagen, 21 Stunden, 13 Minuten

      http://www.youtube.com/watch?v=MYEB7cEH0u8

  • jetzt einmal im ernst

    hellraiser99, vor 515 Tagen, 1 Stunde, 49 Minuten

    österreich dürfte einer der letzten teile einer volksdemokratie sein, die dieses zeugs noch nicht in betrieb haben.
    die genossen minister in brüssel wollen doch wissen was abgeht und die marionetten in den einzelnen verwaltungskreisen haben das durchzusetzen, so sehr sie sich zusammen zur beschäftigung des stimmviehs auch streiten mögen.
    es lebe die UDSER !

  • Jammerts net!

    revue, vor 515 Tagen, 2 Stunden, 30 Minuten

    Wann sind wir die Beamten los und wann wird sie verkauft???
    Die letzten Beamten braucht man nur hinausmobben und schon kann sie verkauft werden!
    Kaum in fremden Händen kostet uns die ursprünglich Grundversorgung wahrscheinlich erst richtig Geld.

    Hoffentlich werden wir Österreicher, dank unserer Supergscheiten
    nicht Fremde im eigenen Land!