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Lokaltipps von Freunden

23.09.2008|06:00

Das Wiener Start-up Tupalo verbindet Online-Karten mit Lokalempfehlungen von Nutzern und Social-Networking-Funktionen. ORF.at hat mit den Tupalo-Gründern Michael Borras und Clemens Beer zum Auftakt der futurezone.ORF.at-Serie "Start-up-Geschichten" über Lokaltipps im Internet und die Zukunft des Online-Marketings für kleine Unternehmen gesprochen.

"Was passiert in meiner Nachbarschaft? Was machen meine Freunde? Wo gehen sie hin?" Das Lokale gewinnt im Internet an Bedeutung, ist Borras überzeugt. Gemeinsam mit dem Entwickler Beer gründete der in Wien lebende US-Amerikaner im Jahr 2007 die Online-Plattform Tupalo. Auf Tupalo tragen Nutzer Lokal- und Shopping-Tipps auf Online-Karten ein und versehen die mit Bewertungen und Kommentaren. "Der beste kleine Braune in der Stadt", heißt es da etwa zum Kleinen Cafe auf dem Wiener Franziskanerplatz.

"Die 'Facebook-Generation' ist nicht so sehr daran interessiert, was ihnen ein Redakteur in einer Zeitung empfiehlt, den sie nicht einmal kennen und der möglicherweise einen gänzlich unterschiedlichen Geschmack hat", sagt Borras: "Sie will wissen, wo ihre Freunde hingehen und warum sie da hingehen."

Kennengelernt haben einander die beiden Tupalo-Gründer in der Wiener Niederlassung des Spieleunternehmens Rockstar, wo Beer für Spieleentwicklungen und Borras für Qualitätssicherung zuständig war. Nach der Schließung von Rockstar Vienna im Jahr 2006 überlegten sie sich, wie sie die sozialen Möglichkeiten des Netzes mit Spielen in Verbindung bringen könnten.

Sie entwickelten mehrere Modelle und entschieden sich schließlich dafür, einen Prototyp für ein "Social Mapping"-Tool zu entwickeln. Als Grundlage fungierte bestehendes Kartenmaterial, etwa von Google Maps, das sie mit nutzergenerierten Informationen zu Plätzen und Orten sowie Social-Networking-Features anreicherten.

Von Wien bis Reykjavik

Mittlerweile finden sich rund 35.000 Lokaltipps von rund 2.000 Nutzern aus mehr als hundert Städten auf Tupalo. Noch kommt das Gros der User aus Österreich. Die internationale Expansion des Dienstes schreitet jedoch stetig voran. Neben Einträgen aus Deutschland, Großbritannien, den USA, Kanada und Südamerika gibt es auf der Plattform auch schon Lokaltipps aus Reykjavik.

Bild: ORF.at

Die Tupalo-Gründer: Michael Borras [links] und Clemens Beer.

Der Name Tupalo leitet sich vom Geburtsort von Elvis Presley, Tupelo, ab. "Wir sind Elvis-Fans", gestehen Beer und Borras: "Die Internet-Adresse für Tupelo war schon vergeben, deshalb haben wir uns für Tupalo entschieden."

Mobile Applikationen

Nach einem Relaunch im Frühsommer, bei dem die Social-Networking-Funktionen von Tupalo ausgebaut und eine deutschsprachige Version des Dienstes gestartet wurde, arbeiten die beiden Gründer nun an mobilen Web-Versionen ihres Dienstes.

Eine iPhone-Applikation, die die den ortsbezogenen Möglichkeiten des Apple-Smartphones nutzt, soll in den nächsten Monaten veröffentlicht werden. Sie soll Tupalo-Nutzer mit Lokaltipps versorgen, die auf ihren jeweiligen Standort abgestimmt sind. Auch Clients für weitere Handybetriebssysteme sind geplant, Gespräche über Kooperationen mit Mobilfunkanbietern gab es bereits.

Investoren gesucht

Finanziert wird Tupalo vorerst aus den Taschen der beiden Gründer und mit einer Förderung der Wiener Creative-Industries-Förderstelle Departure. Mit Risikokapitalgebern werde derzeit verhandelt, erzählt Borras. In Österreich sei es für junge Start-ups jedoch vergleichsweise schwierig, Geld zu bekommen: "Der Markt muss sich noch entwickeln."

Beer und Borras sind derzeit die einzigen Beschäftigten des Wiener Start-ups. Sie werden von einem kleinen Team von Designern und Entwicklern unterstützt, die auf Teilzeitbasis aushelfen. Daneben greifen die Tupalo-Gründer beim Business-Development auf externe Berater zurück.

Marketing-Werkzeuge für kleine Unternehmen
Geld verdienen wollen die Tupalo-Gründer zunächst mit traditioneller Online-Werbung. In einem weiteren Schritt wolle man kleinen lokalen Unternehmen Werkzeuge anbieten, die ihnen das Marketing erleichtern sollen. Die Zukunft des Online-Marketings für kleine Unternehmen liege in der Vernetzung mit ihren Kunden, aber auch untereinander, so Borras.

Kleine Unternehmen sollen ihren Kunden über Tupalo Spezialangebote machen und neue Produkte ankündigen können. Aber auch weitere Dienstleistungen wie Online-Reservierungssysteme seien denkbar.

Die Zukunft der Gelben Seiten

Branchenverzeichnisse, die lediglich aus Auflistungen von Adressdaten und Karteneinträgen bestehen, seien erst der Anfang, meint Borras. Kunden wollten auch wissen, was andere über ihr Unternehmen sagen.

Gerade für kleine Unternehmen werde deshalb auch das Reputationsmanagement immer wichtiger. Auch dazu will Tupalo Lösungen für Unternehmen anbieten: "Es gibt viele Sites, auf denen sich Leute über Lokale unterhalten. Wir wollen solchen Unternehmen die Möglichkeit geben, diese Diskussionen zu verfolgen."

Fokus auf Internationalisierung

Vorerst steht für die beiden Gründer jedoch die internationale Expansion und die Ausweitung der Nutzerbasis von Tupalo im Vordergrund: "Unser Ziel ist es, Tupalo-Satelliten in vielen Städten und Ländern zu haben."

An Optimismus fehlt es Beer und Borras nicht: "Wir wollen, dass Tupalo die erste Adresse wird, wenn es darum geht, neue Lokale und Geschäfte zu entdecken - egal wo auf der Welt."

Im Rahmen der Serie "Start-up-Geschichten" wird futurezone.ORF.at künftig in loser Folge über innovative österreichische Web-Unternehmen berichten. Anregungen sind willkommen.

[futurezone | Patrick Dax]

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Forum

 
  • muesliq, vor 501 Tagen, 7 Stunden, 58 Minuten

    ich verwende tupalo seit anfang an und muss sagen, es ist mir einfach sympathischer als qype. qype kennt zwar mehr lokale, aber die von tupalo sind für mich sowas wie eine spannende vorauswahl - offenbar ticken die anderen tupalo-user ähnlich wie ich. finde nach wie vor: tupalo rocks.

  • Mein Mitleid den Nutzern.

    wasteoftime, vor 504 Tagen, 3 Stunden, 34 Minuten

    Lokale, die Freunde (ich meine die wirkliche Version, Menschen die man tatsächlich kennt und mag) gut finden empfehlen sie auch - oder eben nicht weil sie nicht gut genug sind. Um dennoch eine Anwendung wie diese zu benötigen muss man entweder Angst vor neuen Situationen und Lokalen haben, niemanden der persönliche Empfehlungen abgibt oder kein Hobby.

    Meine ich tatsächlich ernst, die User tun mir leid.

    • es ist eben nicht zeitgemäß

      observer, vor 504 Tagen, 3 Stunden, 1 Minute

      unnötige Zeit in einem Lokal zu verschwenden, das nicht cool ist.

    • hansiburli, vor 503 Tagen, 22 Stunden, 31 Minuten

      der unterschied zum "freunde fragen" ist wohl der, dass ich nicht immer meine freunde nach einem lokaltip frage - wenn ich das tun würde, würde ich immer nur die selben tips hören. somit ist so eine seite wirklich nett. hab schon einige meiner lieblings-lokale über tupalo gefunden.

      also musst kein mitleid haben.
      wir kommen schon zurecht.

    • @observer

      edisoncarter, vor 502 Tagen, 15 Stunden, 44 Minuten

      Und ich finde es nicht zeitgemäß, mir meine Meinung nicht selbst zu bilden, sondern mir von anderen sagen zu lassen, was ich von einem Lokal zu halten habe..

      Obendrein ist deppert saufen in einem "coolen" Lokal nicht wichtig genug um meine Zeit mit einer Seite wie dieser zu verschwenden... so schauts aus.

  • Die Idee ist ja nicht schlecht

    discr00t, vor 504 Tagen, 11 Stunden, 24 Minuten

    aber die Website gefællt mir gar nicht. Mitten drinn noch die google Anzeigen. Grauslich!

  • just2good4you, vor 504 Tagen, 11 Stunden, 48 Minuten

    erinnert mich irgendwie an www.qype.com, nur das die um einiges mehr bieten ^^, naja was solls, gratis werbung im orf ist auch nicht schlecht

    • Sympathischer als Qype

      tils, vor 504 Tagen, 5 Stunden, 49 Minuten

      Also ich finds nicht so überladen wie Qype und finde es sympathischer. Ist wohl alles Geschmackssache.

    • "erinnert mich irgendwie an www.qype.com,"

      sunwalker2006, vor 503 Tagen, 21 Stunden, 25 Minuten

      Hab ich mir auch gedacht, nur auf den Namen bin ich nimmer gekommen.

  • super werbung für das start up...

    tomnojerry, vor 504 Tagen, 12 Stunden, 29 Minuten

    schön dass der orf da unterstützt...da es täglich zig start ups gibt - die noch dazu wesentlich innovativer sind als diese web2.0- gaga gibtsschonzigfach - frag ich mich wer hier wen gut kennt...

    • Sind Sie innovativer und besser?

      tantejutta, vor 504 Tagen, 11 Stunden, 48 Minuten

      Na, dann nichts wie her mit Ihrem Projekt. Mail an die Redaktion genügt.

    • Stich ins Wespennest...

      mcpa, vor 504 Tagen, 6 Stunden, 12 Minuten

      Tom, da hast du wohl ins Schwarze getroffen, sonst hätte es Tantejutta wohl nicht tangiert. ;-)

      Btw: irgendwie kommt mir das alles sehr bekannt vor...

    • Nö.

      guenterhack, vor 504 Tagen, 5 Stunden, 3 Minuten

      Es war ernst gemeint. Wenn er ein gutes Projekt hat, dann stellen wir das auch vor. Anpatzen und abhauen gilt nicht.

  • glüxritter, vor 504 Tagen, 12 Stunden, 32 Minuten

    Ganz nett und gut gemacht (neu ist die Idee ja nicht wirklich).
    Aber fast ein bisschen Web2.0-overdressed.
    Da wimmelts nur mehr vor lauter Tag-Clouds, es werden sogar gewohnte Menüs durch ebensolche ersetzt.
    Aber naja.... jedem das Seine.
    Die Zeit wird über die Seite urteilen.