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DT hat auch E-Mails ausspioniert

spitzel
27.09.2008|12:36

Die Deutsche Telekom hat laut "Spiegel" nicht nur Gespräche abgehört, sondern auch den E-Mail-Verkehr überwacht.

Die Spitzelaffäre bei der Deutschen Telekom [DT] hat nach einem Bericht des "Spiegel" möglicherweise größere Ausmaße als bisher bekannt.

Es gebe den Verdacht, dass die DT nicht nur Telefonverbindungsdaten ausgewertet, sondern versucht habe, den Meinungsbildungsprozess der Gewerkschaft im zurückliegenden Arbeitskampf auszuspähen und zu beeinflussen, schreibt das Magazin unter Berufung auf die beiden Rechtsanwälte der Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat der Telekom, Ex-Justizministerin Herta Däubler-Gmelin [SPD] und den früheren Innenminister Gerhart Baum [FDP].

Uneingeschränkter Zugriff auf E-Mails

Hintergrund seien Dokumente, die der Staatsanwaltschaft vorliegen. Danach habe die Sicherheitsabteilung der Deutschen Telekom nahezu uneingeschränkten Zugriff auf "alle wesentlichen Daten" des Konzerns gehabt offenbar inklusive des E-Mail-Verkehrs.

Außerdem lägen den Strafermittlern laut Däubler-Gmelin sehr konkrete Angaben über die Anwendung solch illegaler Methoden vor. Danach verfügte Ex-DT-Chef Kai-Uwe Ricke bei einem Gespräch mit Arbeitnehmervertretern im Juli 2006 über Unterlagen, die nur vertraulich per E-Mail an ver.di-Vertreter versandt worden seien.

Die Deutsche Telekom hatte eingeräumt, dass zwischen 2005 und 2006 mindestens ein Jahr lang Telefondaten ausspioniert wurden. Ziel der Spionage sollen Aufsichtsräte und Journalisten gewesen sein. Laut "Süddeutscher Zeitung" wurden außerdem Bankdaten von Journalisten und Aufsichtsräten ausgespäht.

Baum wird mit den Worten zitiert: "Wir sind sehr misstrauisch geworden, auch, weil wir zunehmend den Eindruck gewinnen, dass bei den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft bisher nur die kleinen Leute und nicht die Auftraggeber im Fokus stehen."

Laut Staatsanwaltschaft liegen derzeit keine verwertbaren Erkenntnisse über den Missbrauch von E-Mails vor. Man ermittle aber "mit Hochdruck".

In den nächsten Wochen werde eine umfassende Übersicht vorliegen, die Aufschluss darüber gebe, welche Daten wann und von wem erhoben wurden. Es geht dabei den Angaben zufolge auch darum, ob sich der Verdacht gegen den ebenfalls beschuldigten früheren DT-Aufsichtsratschef Klaus Zumwinkel erhärten lasse.

Österreich: Mitarbeiterüberwachung nicht erlaubt

In Österreich will der Bund künftig mehr Zugriffsrechte auf den E-Mail-Verkehr der öffentlich Bediensteten, auch Privatunternehmen kontrollieren immer öfter das Arbeitsverhalten der Mitarbeiter. Das wirft Grundsatzfragen auf: Ist privates Surfen/Mailen während der Arbeitszeit erlaubt? In welchem Ausmaß? Und vor allem: Wann darf der Chef das kontrollieren?

ORF.at hat bei der Arbeiterkammer und der Gewerkschaft der Privatangestellten [GPA] nachgefragt.

[dpa]

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Forum

 
  • Naja...

    mbrain, vor 499 Tagen, 12 Stunden, 8 Minuten

    möcht mal sehen, wie man zig Millionen e-mails sozusagen "flächendeckend" ausspionieren will. Das geht doch nur gezielt, also eher in Eiinzelfaällen, oder mit außergewöhnlichen Schlüsselwörtern. Sonst erstickt man in der Flut der Belanglosigkeiten. Daß man besonders heikle Informationen NICHT per e-mail versendet, wenn man in einer heiklen Position ist, sollte doch mttlerweile jedem klar sein. Das ist aber auch nicht anders, als beim telefonieren, faxen etc. Vor GSM konnte jeder mit einem Scanner mithören und jetzt benötigt man halt etwas mehr Equipment. Das Prinzip war nie anders, die Methoden und Techniken haben sich geändert.

    • hitcher, vor 499 Tagen, 11 Stunden, 5 Minuten

      Wenn vor allem Text versendet wird, dann fallen doch kaum Daten an. Und diese Daten lassen sich vom Computer auch sehr leicht nach Empfänger, Betreff und nach Datum sortieren. Besonders schwer oder unübersichtlich ist so eine Totalüberwachung dann auch wieder nicht zu handhaben.

  • nicht vergessen...

    tauceti, vor 500 Tagen, 16 Minuten

    Eine Tochterfirma der Deutschen Telekom ist die "österreichische" T-Mobile.

  • Warum verschlüsselt nicht jeder seine Mails?

    derbeste224, vor 500 Tagen, 4 Stunden, 24 Minuten

    Seit Jahren gibt es kostenlose Freeware, die sogar in Outlook integrierbar ist! Damit kann jeder seine Mails mit einem Mausklick verschlüsselt versenden - KOSTENLOS!
    Allerdings benötigt auch der Empfänger dieses Tool. UND ES IST DE FACTO UNKNACKBAR!
    Einfach nach GPG4win googeln.
    Da dies praktisch unknackbar ist, möchten ja die Regierungen den Bundestrojaner und die Onlinedurchsuchung gestatten, damit man noch VOR dem Absenden der Mail an den Klartext kommt. Sonst ists zu spät

    • bei den Tierschützern ist das Verschlüsseln der Hauptvorwurf

      linkerpharisäer, vor 500 Tagen, 4 Stunden, 5 Minuten

      für den Tatbestand einer "kriminellen Vereinigung".

      Wer verschlüsselt, hat etwas zu verbergen, meint der Staat, der auch unsere PCs uneingeschränkt überwachen will.

    • hitcher, vor 500 Tagen, 3 Stunden, 54 Minuten

      Schurkenstaat?

    • @ derbeste224

      jagddietrolle, vor 500 Tagen, 3 Stunden, 23 Minuten

      da bräuchten aber die mitarbeiter auch adminrechte auf den jeweiligen pc's - und die sind sicher schwerst zu bekommen...

    • knudelaug, vor 500 Tagen, 3 Stunden, 9 Minuten

      ich nehm an, die haben nur mails, die von @telekom.de adressen geschickt worden sind, ueberwachen koennen. wegsenden ueber irgendwelche gratismails waer sicherer gewesen. aber scheints trauen die betriebsraete dem arbeitgeber.

    • E-Mail Verschlüsselung mit "PGP-basierten" Methoden

      wrongplayer, vor 500 Tagen, 2 Stunden, 36 Minuten

      ist offensichtlich unknackbar.
      (ev. schafft das der schnellste Quantenrechner, den Geheimdienste besitzen in vernünftiger Zeit.)

      Aber tut man dies, ist man womöglich noch umso mehr potenzieller Terrorist (oder so)!

      Besser wäre eine versteckte Versendung des eigentlichen E-Mail Inhalts.
      Beispielsweise die Nachricht versteckt in einer Bilddatei, die dem Mail als Anhang beiliegt.
      Eine Software, die Derartiges bequem ermöglicht, ist mir allerdings noch nicht untergekommen.

    • hitcher, vor 500 Tagen, 1 Stunde, 55 Minuten

      heutzutage muß man sich schon fragen, ob man den Betriebsräten noch trauen kann.

    • Leute , warum nehmts nicht einfach Steganografie?

      derskalarvonperl, vor 500 Tagen, 16 Minuten

      Wo niemand verdächtigen Inhalt vermutet, dort schaut auch niemand nach! Oder glaubz etwa, dass Pornobilder wirklich nur die Pixeldefinitionen von der Fut haben.

    • klar könnte man. Man macht sich dadurch offensichtlich aber nur...

      hitcher, vor 499 Tagen, 23 Stunden, 49 Minuten

      ...noch mehr verdächtig.

      Und weil das Briefgeheimnis eigentlich so schlecht nicht war. Wo niemand reinzuschauen hat, (zB. in das eigene Postfach) da sollten die Daten ja gesetzlich geschützt sicher vor Mißbrauch sein. Dabei wird an der Leitung geschnüffelt (gesnifft) und mitgeschnitten, vergleichbar wie bei Telefonüberwachung. Auf Verdacht, immer wenn der Schnüffler/Ermittler/whatever lustig ist (schlimme Wahnvorstellungen bez. Terroranschlag hat).
      Also gehört der Verkehr zum Postfach verschlüsselt und nur per richterlicher Anordnung und Kontrolle dort der Zugriff (ähnlich Hausdurchsuchung) gewährt.
      Scheinbar sind 99% der Verdachtsfälle nämlich sowieso unbegründet oder stark übertrieben.

    • hitcher, vor 499 Tagen, 23 Stunden, 45 Minuten

      und wer verschickt schon Pornobider per E-Mail? Das ist ja wohl das letzte.
      Wenn schon, dann schöne unauffällige Landschaftsbilder mit Sportwagen im Vordergrund ;-)

    • @jagddietrolle

      derbeste224, vor 499 Tagen, 23 Stunden, 26 Minuten

      ich meinte ja nicht Büro-PCs! Wenn jeder seine noch so uninteressante Mail verschlüsselt, dann würde auch niemand nachspionieren.
      Aber: viele Firmen habe ihre PCs gar nicht so heftig abgesichert. Einfach probieren.

    • slartibartfasz, vor 499 Tagen, 21 Stunden,

      Genau das mach ich schon seit Jahren mit den Leuten von denen ich Schlüssel hab. Mein Mailprogramm (kmail) erkennt automatisch, wenn ein Schlüssel verfügbar ist; das ist komplett transparent, ich nehm das meist gar nicht mehr wahr wenns verschlüsselt wird. Und deswegen bekommt der Kollege im nächsten Stock oft verschlüsselte Emails wenn ich ihn Frage ob er Zeit für einen Kaffee hat. Wenn das jeder machen würde könnten sich die Emailabhörer brausen gehen :)

      Ich finde es ziemlich verwunderlich, dass Leute in sensitiven Berufen (Rechtsanwälte, Journalisten, Gewerkschafter, Politiker,....) PGP weitgehend links liegen lassen. Finde ich leichtsinnig an der Grenze zur Unverantwortlichkeit. Sooo schwer ist es ja nicht einen Public Key ins Netz zu stellen.

    • Noch sicherer:

      ldir, vor 499 Tagen, 20 Stunden, 52 Minuten

      Versand in einem Brief! Weder Post noch Geheimdienstschnüfflerspione würden das Postgeheimnis verletzen. Aber E-Mails... Da steht sicher nichts persönliches drinnen, die darf man lesen (vor allen wenn man Platter oder Fekter heißt).

    • Das hast hoffentlich nicht ernst gemeint!

      hitcher, vor 499 Tagen, 11 Stunden, 10 Minuten

      Vor fiesen Geheimdienstschnüffelspionen, die sich natürlich nie und nimmer an das Gesetz zu halten brauchen, sind nicht mal Briefe sicher. Die Verklebung kann man nämlich angeblich mit Dampf (Bügeleisen?) aufweichen. Nachher mit ähnlichem Klebstoff wieder zukleben. Und den Inhalt natürlich kopieren, oder gar verändern um dem Gegner zu schaden. (Daher ist eine Signatur bei E-Mails wichtig)

  • den Zugriff hat auch jeder Sysadmin

    derskalarvonperl, vor 500 Tagen, 6 Stunden, 36 Minuten

    in ner Firma - z.B. ich! Und sogar auf verschlüsselte Nachrichten, weil bevors verschlüsselt werden, müssens ja mal geschrieben werden - und per Remote-Screenshot kamma das lesen. Und bei verschlüsselt empfangenen genauso, weil wemmas lesen will, muss mas mal entschlüsseln.

    • stammwürze, vor 500 Tagen, 4 Stunden, 26 Minuten

      darum kann man e-mails zum in die Irre-führen gut verwenden!

      :-)

  • hitcher, vor 500 Tagen, 7 Stunden, 16 Minuten

    das ist für solche dubiosen Schnüffler-Leute (Privatdetektiv, Ermittler, Geheimagent oder gar ein Hacker-Übeltäter der Passwörter phisht) vor Ort auch nicht weiter schwer, wenn die E-Mails nicht über eine verschlüsselte Verbindung zum Postfach übertragen werden. So kann unbemerkt ohne Zugriff auf das Konto alles mitgelesen oder auch gespeichert werden.

  • lauter verbrecher

    dubdub, vor 500 Tagen, 8 Stunden, 11 Minuten

    wenn ich das les kommt mir das kotzen... aber gut sag mir einen konzern dem der mitarbeiter noch als mensch was wert ist... unsere telekom ist da auch nicht viel besser und möchte nicht wissen was siemens oder HP für ideen hat ihren geplanten mitarbeiterabbau umzusetzen.